Top 5: Meine Lieblingsbücher und -hörbücher 2022

Puh, das war echt nicht einfach dieses Jahr. Nur bei zwei dieser Bücher war mir direkt klar, dass sie am Ende auf meiner Bestenliste landen würden. Die anderen drei hätte ich da nicht sofort gesehen; aber im Rückblick und im Vergleich mit dem, was ich ansonsten gelesen und gehört habe, stechen sie – trotz Fehlern – dann eben doch durch Besonderheiten hervor und heben sich vom Rest ab.

Um Platz 1 und 2 haben zwei Titel gekämpft, die ich jeweils zu Jahresbeginn und zu Jahresende gelesen habe, und auch diese beiden sind nicht perfekt, und schon gar nicht Mainstream. Aber sie haben mein Herz höher schlagen und mich in andere Welten eintauchen lassen, so dass ich drumherum alles vergessen konnte, und genau das suche ich beim Lieblingsbüchern.

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Auf den Spuren der Autorin von „Frankenstein“: „Mary“ von Anne Eekhout

Titel: Mary

Autorin: Anne Eekhout

aus dem Niederländischen von: Hanni Ehlers

Format: Hardcover

Verlag: btb

erschienen: 21.09.2022

Länge: 416 Seiten

Inhaltsangabe:

In einem düsteren, von Vulkanasche verhangenen Sommer im Jahr 1816 besucht die 19-jährige Mary Shelley mit ihrem Partner Percy Shelley und ihrem gemeinsamen kleinen Sohn den berühmten Dichter Lord Byron am Genfer See. Mit dabei sind außerdem Mary’s Stiefschwester Claire und der Arzt und Schriftsteller John Polidori. Zum Zeitvertreib starten sie einen Wettstreit: Wer schreibt die beste Schauergeschichte? Während es unter den Anwesenden zu Spannungen kommt, erwachen in Mary Erinnerungen an einen Sommer in Schottland vor vier Jahren, an ihre Freundin Isabella und dem geheimnisvollen Mr. Booth.

Zum Buch:

Die Niederländerin Anne Eekhout greift in ihrem Roman die tatsächliche Entstehungsgeschichte eines der berühmtesten Schauerromane der Weltliteratur auf und füllt auf fiktionale Art Lücken – in den Wochen am Genfer See, aber vor allem in einem Schottlandaufenthalt der 14-jährigen Mary ein paar Jahre zuvor, als sie aus gesundheitlichen Gründen zu einer befreundeten Familie geschickt wurde und eine enge Freundschaft mit der etwas älteren Isabella einging.

Die Erzählung wechselt zwischen beiden Zeitebenen hin und her. Um Mary Shelley’s Meisterwerk „Frankenstein“ selbst geht es dabei wenig; der Entwurf für dieses Meisterwerk nimmt erst zum Ende hin erste Formen an. Im Zentrum stehen dagegen Mary’s Gemüt und ihre Erinnerungen an Erlebnisse, die ihr Talent für Schauergeschichten mit geprägt haben könnten. Könnten, denn Eekhout sagt ganz klar, dass die Ereignisse in Schottland ein „weißer Fleck“ in der Biografie der Schriftstellerin sind und von ihr rein fiktional ausgemalt. Es könnte so gewesen sein. Oder aber ganz anders.

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„Die magischen Buchhändler von London“ von Garth Nix

Titel: Die magischen Buchhändler von London

Originaltitel: The left-handed booksellers of London

Autor: Garth Nix

übersetzt von: Ruggero Leò

Format: Taschenbuch, Klappenbroschur

Verlag: Penhaligon

erschienen: 21.3.2022

Länge: 416 Seiten

Klappentext:

Schon immer waren Buchhändler Hüter und Verbreiter von Wissen. Besonders gilt dies für die Mitglieder des Geheimbunds der magischen Buchhändler. Sie wissen um die übernatürliche Welt und beschützen die normalen Menschen vor ihren Schrecken. Einer dieser Buchhändler ist der junge Merlin. Klug, charmant und hervorragend ausgebildet ist er vielleicht der beste Buchhändler Londons – allerdings von der kämpfenden Sorte. Doch als er eine junge Frau vor einer Bestie rettet, ahnt er noch nicht, dass die Suche nach ihrem Vater auch ihn seinem größten Ziel näher bringt: Rache an den Mördern seiner Mutter zu nehmen.

Zum Buch:

Quirky Urban Fantasy ist ja mein Ding. Ich liebe in diesem Genre die verrückten Settings und die Verbindung von realer und fantastischer Welt. Wenn dann noch faszinierende Charaktere die Geschichte tragen und mich an sicherer Hand durch einen crazy Plot führen, bin ich hin und weg.

Dem Australier Garth Nix gelingt das nur teilweise.

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„Und jetzt du“ von Tupoka Ogette

„Und jetzt du“, Tupoka Ogette, ©Penguin Verlag

Titel: Und jetzt du.

Autorin: Tupoka Ogette

Format: Hardcover

Verlag: Penguin Verlag

erschienen: 08.03.2022

Länge: 336 Seiten

Klappentext:

Wir alle sind rassistisch sozialisiert. Rassismus findet sich in jedem Bereich unseres Lebens, unserer Gesellschaft. Allerdings haben wir nicht gelernt ihn zu erkennen, geschweige denn darüber zu sprechen. Rassismuskritik ist kein Trend und keine Phase. Rassismuskritisch denken und leben ist die Möglichkeit, Gesellschaft aktiv mit- und umzugestalten und eine gerechtere Welt für uns alle zu schaffen.

Zum Buch:

Mit „Exit Racism“ gab Anti-Rassismus-Trainerin Tupoka Ogette uns 2017 einen Leitfaden für den Auszug aus „Happyland“ und einen eindrucksvollen Anstoß, sich auf die rassismuskritische Reise zu begeben. Genaueres darüber könnt ihr in meiner Rezension lesen.

„Und jetzt du“ baut darauf auf, vertieft wichtige Themen wie „white fragility“ und richtet sich mit alltagstauglichen Tipps an verschiedene, bestimmte Zielruppen wie z.B. Lehrer*innen, Eltern Schwarzer Kinder, Menschen im Gesundheitssystem oder in den verschiedenen Medienbranchen.

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Rezension: „Ein Spiegel für mein Gegenüber“ von Nadire Biskin

Titel: Ein Spiegel für mein Gegenüber
Autorin: Nadire Biskin
Format: Hardcover
Verlag: dtv Verlag
erschienen: 16.02.2022
Länge: 176 Seiten

Die junge Referendarin Huzur aus Berlin ist nach einem Vorfall mit einer Kollegin suspendiert. Sie besucht ihre Cousine in der Türkei, und nimmt den Zwangsurlaub als Anlass zum Nachdenken. Wieder zurück in Berlin, stößt sie auf ein verwahrlostes syrisches Flüchtlingsmädchen – und nimmt es spontan bei sich auf. Huzur ist mit der Frage nach Verantwortung konfrontiert, für die junge Hiba und für ihr eigenes Leben.

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Bibliotherapie: Wie Lesen gesund macht

Dass Lesen hilft, ist für Bücherwürmer nichts Neues. Dass es aber tatsächlich eine anerkannte Behandlungsmethode gibt, die sich „Bibliotherapie“ nennt, ist vielleicht weniger bekannt. Schade, denn das therapeutisch gestützte Lesen kann bei vielen kleinen und großen Leiden helfen: bei psychischen Problemen, bei chronischen Krankheiten und bei jeder Art von Lebenskrisen. Sogar in der Justiz und Sozialarbeit wird die Bibliotherapie eingesetzt – in einigen Ländern zumindest.

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„Lancelot“ von Giles Kristian

Titel: Lancelot
Autor: Giles Kristian
übersetzt von: Julian Haefs
Verlag: Heyne
erschienen: 10.01.2022
Länge: 832 Seiten

Das englische Hörbuch, gelesen von Philip Stevens, gibt es bei audible.de, und zwar HIER.

Zum Buch:

Den meisten von uns sind auf irgendeine Weise schon mal die verschiedenen Figuren der Artus-Sage über den Weg gelaufen, ob in Kinofilmen, TV-Serien oder Büchern. König Arthur, der Zauberer Merlin und das berühmte Schwert „Excalibur“ sind uns ein Begriff, und auch wenn wir die genaue Geschichte der vielfach neu erzählten Legende nicht so genau kennen: Wir wissen, es geht um Ritter, um Mut und um Ehre.

Für einen der Ritter von Arthur’s Tafelrunde war das mit der Ehre allerdings so eine Sache. Der Sage nach war er unsterblich in Arthur’s Frau, Guinevere, verliebt, und dieser Betrug läutete nicht nur das Ende der Tafelrunde ein, sondern vereitelte auch die Suche nach dem Heiligen Gral. Dieser Ritter hieß Lancelot.

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Meine Top Flops 2021: Bücher, die mich enttäuscht haben

Da ich mir die Bücher, die ich lese oder höre, sorgfältig aussuche, kommt es selten vor, dass Titel dabei sind, die ich wirklich grottenmäßig finde. Und wenn, bin ich inzwischen auch souverän genug, solche Bücher abzubrechen. Das konnte ich früher nicht; ich habe jedem Buch bis zuletzt die Chance gegeben, mich doch noch zu überzeugen. Aber ich habe gelernt, dass das Leben zu kurz und meine Lesezeit zu kostbar ist für Bücher, die ich nicht mag, und ich quäle mich meistens nicht mehr durch schlechte Lektüre durch.

Dennoch waren auch dieses Jahr vier Titel dabei, die mich enttäuscht haben bis zum bitteren Ende. Zwei davon sind die Fortsetzungen von Serien, die ich mal geliebt habe. Das kommt leider immer mal vor: Dass ich eine Buchreihe noch weiterlese, obwohl sie ihren Zenit überschritten hat, weil mein Herz an den lieb gewonnenen Figuren hängt und ich einfach wissen musste, wie es ausgeht. Da bin ich leider viel zu loyal und kann schlecht loslassen.

Die anderen zwei waren eine schlechte Fortsetzung von etwas, das mal ganz stark angefangen hat, sowie eine Romance, die am Versuch, es ernst zu meinen, gescheitert ist. Und weil das hier harte Kritik ist, habe ich viel zu jedem Buch geschrieben und meine Meinung gut zu begründen versucht. Letztendlich ist und bleibt es Geschmackssache, ob ein Buch die eigenen Erwartungen erfüllt oder nicht. Diese hier haben bei mir den falschen Nerv getroffen oder mich – genau im Gegenteil – einfach nicht berüht.

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Top 10: Meine Lieblingsbücher und -hörbücher 2021

Das Jahr ist so gut wie rum, und was war ich froh, dabei Bücher und Hörbücher an meiner Seite zu haben! Physisch bin ich pandemiebedingt kaum aus meinem Dorf rausgekommen – aber Romane, Hörbücher, Hörspiele und Comics haben mich an ferne Orte entführt und mit mir andere Sprachen gesprochen. Sie haben Ablenkung und Unterhaltung geboten und Farbe in den Alltag zwischen Office und Home Office gebracht. Ohne Bücher hätte ich das nicht ausgehalten!

Hier sind sie also, meine 10 Lieblinge aus dem Jahr 2021, und zwar in aufsteigender Reihenfolge:

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„Die Romanfabrik von Paris“ von Dirk Husemann

Titel: Die Romanfabrik von Paris

Autor: Dirk Husemann

Format: eBook

Verlag: Lübbe

erschienen: 30.10.2020

Seitenanzahl der Printausgabe: 480 Seiten

Inhaltsangabe:

Paris, 1850. Anna Dorn, eine in finanziellen und gesellschaftlichen Ruin geratene deutsche Gräfin, verdient sich ihr Geld in Paris als Hauslehrerin. Ein weiteres Anliegen von ihr: Die weitere Veröffentlichung von Alexandre Dumas‘ erfolgreichen Fortsetzungsromanen zu verhindern – Annas Meinung nach nichts als Schund. Der berühmte Autor Dumas hat aber gerade ganz andere Probleme: Er steckt bis zum Hals in Schulden und macht sich auf die Jagd nach einem mysteriösen Amulett mit dessen Verkauf er seine Geldsorgen erstmal los wäre. Hinter dem Amulett ist außer ihm noch ein Magnetiseur und Scharlatan her, der nichts Gutes im Schilde führt, und mit dem auch Anna noch eine Rechnung offen hat.

Zum Buch:

Ihr kennt mich: Wenn ein Buch auch nur irgendwie mit Alexandre Dumas, dem Vater meiner geliebten Musketiere, zu tun hat, werde ich hellhörig. Als eine Twitter-Freundin dieses Buch für einen Buddy-Read vorschlug, war ich sofort dabei. Ich meine: Dumas, der Autor, diesmal als Romanfigur vor dem biografischem Hintergrund seiner erfolgreichsten Jahre, als Teil einer Abenteuergeschichte – wie hätte ich da nein sagen können? Sacrebleu! Ich hing am Haken.

Und es hat sich gelohnt.

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