„Project Hail Mary“ von Andy Weir

Titel: Project Hail Mary

Autor: Andy Weir

Format: Hörbuch

Sprecher: Ray Porter

Verlag: Audible Studios

erschienen: 04.05.2021

Länge: 16:10 Std., ungekürzt

Das ungekürzte Hörbuch ist als Download erhältlich bei audible.de, und zwar HIER. Es kostet im Flexi-Abo € 9,95. (regulärer Preis € 30,95). Eine Hörprobe findet ihr auf der Produktseite von Audible.

Auf Deutsch ist der Roman unter dem Titel „Der Astronaut“ im Heyne-Verlag erschienen.

Zum Hörbuch:

Wenn man nach einer OP zuhause auf der Couch noch ziemlich ramponiert mit den Nachwirkungen einer Vollnarkose kämpft, gibt es keinen unterhaltsameren Zufall als ein Hörbuch auf den Ohren, in dem die Hauptfigur sich in einer ganz ähnlichen Lage befindet.

Ryland Grace, der Protagonist von „Project Hail Mary“, war zwar nicht – wie ich im August, als ich das Hörbuch gehört habe – operiert worden, aber er erwacht aus einem Koma, orientierungslos, ohne jede Ahnung, wo er ist oder auch nur wer er ist. „Was ist zwei plus zwei?“ fragt ihn eine nervige Computerstimme immer wieder, bis er schließlich die korrekte Antwort hervorbringt. Die darauf folgende Frage nach seinem Namen wird lange unbeantwortet bleiben.

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Englische Hörbuch-Neuerscheinungen aus dem Juni 2021

Der Juni ist Pride Monat und audiobook month! Grund genug, meine 10 ausgewählten Hörbuch-Titel für diesen Monaten so bunt wie möglich auszusuchen. So habe wir neben LGBTQIA+ Titeln auch tolle Debüts, Schwarze Literatur und magische Wesen aus Märchen und Folklore. Außerdem: Neues von „Nerdfighter“ John Green und Taylor Jenkins Reid („Daisy Jones and the Six“).

Hier geht’s zu meinem Artikel im Audible Magazin.

Englische Hörbuch-Neuerscheinungen aus dem Mai 2021

Mit ein paar Tagen Verspätung (das Leben ist busy, busy…) kommt hier mein englischer Neuerscheinungs-Artikel für den Mai. Dabei sind Schwarze YA Fantasy und ein genre-sprengender Titel von Rivers Solomon, aber auch Mainstream: Thriller, Sci-Fi und eine Sommer-Romance. Alle 10 ausgesuchten Hörbücher findet ihr wie üblich in meinem Beitrag im Audible Magazin.

Hier geht’s zum Artikel.

„Blood Water Paint“ von Joy McCullough

Titel: Blood Water Paint

Autorin: Joy McCullough

Format: Hörbuch

Sprecherin: Xe Sands

Verlag: Listening Library

erschienen: 15.05.2018

Länge: 03:51 Std., ungekürzt

Das Hörbuch ist erhältlich bei audible.de, und zwar HIER. Es kostet im Flexi-Abo € 9,95. Eine Hörprobe findet ihr auf der Produktseite von Audible.

There will come a day,
when this horror is not the
only color on your palette.

But that day’s not now.
And even if this horror
becomes an accent color-
a smudge of lead white
to highlight a cheekbone,
a bit of yellow ochre
the glint on a sword-
sometimes those are the pigments
that change one’s perception
of an entire work of art

Triggerwarnung: Vergewaltigung, Folter

Da gucke ich aber ganz schön verwirrt, als das Hörbuch beginnt: Verse! Ein YA-Roman über eine italienische Malerin des frühen 17. Jahrhunderts – zu einem großen Teil in Versform?!

Ich lade mir ja selten ein Hörbuch runter, ohne genaueres darüber zu wissen. Diesmal habe ich eine Ausnahme gemacht, denn „Blood Water Paint“ dreht sich a) um Artemisia Gentileschi, deren Barock-Gemälde „Judith enthauptet Holofernes“ mich schon beim ersten Anblick fasziniert, ohne dass ich Details kenne und b) ist die Sprecherin Xe Sands eine meiner absoluten Favoritinnen, wenn es um weibliche Stimmen geht. Und ich bin ja seit „Der Sixtinische Himmel“ auf dem Künstlerroman-Trip, also tauche ich einfach ein.

Aber Verse? Ehrlich jetzt?

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„Chéri“ von Colette (Rezension)

Titel: Chéri
Autorin: Colette
Sprache: Englisch/Französisch
Format: Taschenbuch/e-Book
Verlag: Peguin Vintage Classics/Fayard
erschienen: erstmals 1920, Vintage Classics Ausgabe vom 01.10.2001
Länge: 120 Seiten

Colette? Von der hatte ich noch nie gehört, und von „Chéri“ auch nicht, als dieser kurze Roman zur nächsten Lektüre eines kleinen Online-Buchclubs wurde, dem ich angehöre. Und wie froh bin ich, dass sich das jetzt geändert hat! Colette (Sidonie-Gabrielle Colette, 1873 – 1954) war nämlich eine sehr bekannte, feministische, queere und auch skandalträchtige Autorin, deren Leben genauso spannend ist wie ihr Werk. Jahrelang wurde Colette von ihrem Ehemann, ebenfalls Schriftsteller, als Ghostwriterin missbraucht und von ihm teilweise zum Schreiben sogar eingesperrt. Nachdem Colette ihn verließ, lebte sie eine Weile offen mit einer Frau zusammen, heiratete irgendwann ein zweites Mal und ließ sich dann auf eine Affäre mit ihrem halb so alten Stiefsohn ein. Auch ein späterer Liebhaber war wesentlich jünger als sie. Erst als zweite Frau wurde sie Mitglied der Académie Concourt und erhielt nach ihrem Tod sogar ein Staatsbegräbnis. Vielen ist sie als Autorin von „Gigi“ bekannt, erfolgreich als Musical verfilmt.

Ihr kleiner, aber eindrucksvoller Roman „Chéri“ scheint denn auch autobiografische Züge zu tragen, denn auch hier verfolgen wir die Liebesgeschichte zwischen einer fast 50-jährigen Pariser Kurtisane mit einem hübschen, verwöhnten 25-jährigen – dem titelgebenden „Chéri“. Léa kennt Chéri, den Sohn einer Freundin aus dem gleichen Milieu, von Kindheit an und wurde sogar damit betraut, ihn in Liebesdingen zu „erziehen“. Die Beziehung der beiden ist nach heutigen Maßstäben äußerst fragwürdig, mischen sich hier doch mütterliche Liebe mit sexueller Attraktion und tatsächlichen, tiefen Gefühlen. Aus damaliger Sicht? Vielleicht anders.

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Englische Hörbuch-Neuerscheinungen im März 2021

Als großer Name bei den neuen englischen Hörbüchern ist im März Stephen King dabei, aber es gibt auch neue Namen, die Furore machen: ein mysteriöser Thriller-Autor, der sich hinter einem Pseudonym versteckt; einen Erstlingsroman mit Handlungsort Leuchtturm sowie bekannte Namen, z.B. den zweiten Roman der in Kamerun geborenen Imbolo Mbue und ein neues Sherlock Holmes Pastiche von James Lovegrove.

10 Titel stelle ich euch wie immer im Audible Magazin vor.

Hier geht es zum Artikel.

„The Lamplighters“ von Emma Stonex

Titel: The Lamplighters
Autorin: Emma Stonex
Format: Hörbuch
Sprache: Englisch
Sprecher: Indira Varma, Tom Burke
Verlag: Picador
erschienen: 04.03.2021
Länge: 08:35 Std., ungekürzt

Das Hörbuch ist als Download bei audible.de erhältlich, und zwar hier. Es kostet im Flexi-Abo € 9,95 (regulärer Preis € 19,95). Eine Hörprobe findet ihr auf der Produktseite von Audible.

Inhaltsangabe (audible):

They say we’ll never know what happened to those men. They say the sea keeps its secrets….
Cornwall, 1972. Three lighthouse keepers vanish from a remote rock, miles from the shore. The entrance door is locked from the inside. The clocks have stopped. The principal keeper’s weather log describes a mighty storm, but the skies have been clear all week.
What happened to those three men, out on the tower? The heavy sea whispers their names. The tide shifts beneath the swell, drowning ghosts. Can their secrets ever be recovered from the waves?
Twenty years later, the women they left behind are still struggling to move on. Helen, Jenny and Michelle should have been united by the tragedy, but instead it drove them apart. And then a writer approaches them. He wants to give them a chance to tell their side of the story. But only in confronting their darkest fears can the truth begin to surface….

Grundmotivation: Tom

Eine Freundin hat mich mal als „Sprecher-Groupie“ bezeichnet. Das stimmt zwar nicht ganz, denn ich würde niemals mit einem Plakat „Ich will ein Kind von dir!“ vor dem Aufnahmestudio eines Lieblingssprechers campieren (wirklich nicht!), und bei Sprecher-Interviews weiß ich mein heimliches Fangirling ganz gut zu unterdrücken – aber es stimmt schon: Manche Hörbücher kaufe ich blind, wenn sie von einer meiner Lieblingsstimmen vorgelesen werden. So wie das hier. Ich hatte keine Ahnung, worum es in „The Lamplighters“ der britischen Autorin Emma Stonex überhaupt ging, als es mir in meine Twitter-Timeline gespült wurde. Aber als ich sah, dass einer der Sprecher Cormoran Strike-Schauspieler Tom Burke war und die zweite Sprecherin Indira Varma aus „Luther“, griff ich blind zu.

Gerade Tom Burke mag ich nicht nur sehr als Schauspieler, sondern fand auch seine Ausflüge ins Hörspiel-Genre bisher immer sehr gut. (Bei seiner Interpretation von Edward Rochester in „Jane Eyre“ werden mir die Knie weich, ehrlich). Der liebe Tom könnte mir auch die die DSGVO vorlesen, und ich würde begeistert lauschen. Jetzt zum ersten Mal also kein Hörspiel mit ihm, sondern ein Hörbuch. Da war ich neugierig!

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Shorties – Nr. 9

Diesmal bei den Shorties: Eine Romanze aus der Fanfiction-Welt, eine gothic angehauchte, queere Buch-im-Buch-im-Film Geschichte und eine Cabaret-artige Bühnenshow zum Hören.

Titel: Spoiler Alert
Autorin: Olivia Dade
Sprecherin: Isabelle Ruther
Verlag: Harper Audio
erschienen: 06.10.2020
Länge: 12:48 Std., ungekürzt

Auf der Suche nach etwas Fluffigem für den langen Lockdown-Winter landete ich bei dieser wirklichkeitsfremden Romanze angesiedelt in der Welt der Fanfiction. Darin beschließt eine kurvige Wissenschaftlerin und Fanfiction-Autorin, sich nicht mehr zu schämen: Weder für ihre Rundungen noch für die Fanfiction, die sie über eine Game of Thrones-ähnliche Serie schreibt. Durch eine PR-Aktion trifft sie auf den Hauptdarsteller eben dieser Serie – und der verbirgt etwas vor April und der Öffentlichkeit. Toll: die body positivity und die Liebeserklärung an Fanfiction. Allerdings ist die Hauptfigur manchmal etwas nervig, und wer sich nicht mit dem Fanfiction-Forum AO3 und dem zugehörigen Vokabular auskennt, wird keine Ahnung haben, wovon die Rede ist. Und: Die Story gleitet von fluffiger Romantik in das ab, was in der Welt der Fanfiction als „smut“ bezeichnet wird – ein sehr offenherzig beschriebene Sexszene nach der anderen. Ich mag ja Fanfiction, aber das war mir dann doch alles zu überzogen und zu „smutty.“

Titel: Plain Bad Heroines
Autorin: Emily M. Danforth
Sprecherin: Xe Sands
Verlag: Harper Audio
erschienen: 20.10.2020
Länge: 19:27 Std., ungekürzt

In einem Internat, in dem früher unter mysteriösen Umständen nach der Lektüre eines skandalträchtigen Buches drei Mädchen starben, wird Jahrzehnte später ein Film darüber gedreht – und wieder geschehen beängstigende Dinge. Hört sich spannend an? War es dann aber nicht, denn um diesen durchaus interessanten, auf zwei Zeitebenen verteilten Plot herum gibt es uuunendlich viel Gerede über Hollywood, Instagram und das persönliche Gewese der Hauptfiguren, von denen keine wirklich sympathisch ist. Schade, denn der Roman, der unzureichend als „sapphic romance“ beworben wird, hat lauter queere, weibliche Charaktere im Zentrum, und daraus hätte man mehr machen können als viel heiße Luft um eine eigentlich gute, verschachtelte und nur teilweise gruselige Idee. Das konnte auch eine meiner Lieblingssprecherinnen, Xe Sands, nicht retten. Triggerwarnung: Wer Angst vor Wespen hat, sollte einen weiten Bogen um diesen Roman machen! Ich bin enttäuscht.

Titel: Legal Immigrant
Autor/Performer: Alan Cumming
Anbieter: Audible Originals
erschienen: 21.11.2019
Länge: 2:16 Std.

Meine Erwartungen erfüllt hat allerdings diese live aufgenommene Song/Comedy-Nummer von Schauspieler Alan Cumming. Ebenso bekannt für seine ernsten TV-Rollen wie für Shakespeare-Stücke und offenherzige, leidenschaftliche Auftritte in Cabaret-Shows, erzählt das schottische Multitalent in „Legal Immigrant“ zwischen dem Singen kitschig-ikonischer Songs kleine, frivole Anekdoten und betont beherzt, dass die USA ein Land der Einwanderer sind. Im Anschluss folgen ein paar kurze Interviews mit Bekannten von Alan – mehrere von ihnen queer – die von ihren Erfahrungen als Einwanderer und dem schwierigen legalen Prozess berichten. Nicht sonderlich tiefgründig, aber unterhaltsam und mit Alan-typischem Enthusiasmus, sind das schwungvoll verbrachte 2 Stunden vor ernsterem Hintergrund – insofern man sich vorher darüber klar ist, dass es sich hier nicht um ein Hörbuch, sondern eine Shownummer handelt!

„A Tale of Two Cities“ von Charles Dickens

Klassiker, so stelle ich immer wieder fest, liest man am besten gemeinsam. Mit anderen Leser*innen zusammen in eine andere Zeit einzutauchen, jeder mit einem anderen Stück Wissen über das Buch, die Epoche, den/die Autor*in im Gepäck – das macht die Sache runder, und die Diskussionen, die unweigerlich online entstehen, sind immer bereichernd. Und die Emotionen erst!

„A Tale of Two Cities“ von Charles Dickens, geschrieben 1859, haben wir zu dritt gelesen, und zwar in der wunderschönen leinengebundenen Ausgabe von Penguin Classics: Vorgeschlagen hatte es meine Musketier-Buddy-Leserin @vgriffindor, und dazu gestoßen ist @phantasienreise, mit der ich bereits gemeinsame #TeamDickens Erfahrung durch „Oliver Twist“ hatte (und #TeamTolstoi Erfahrung mit „Krieg und Frieden“ – @Liedie, du fehlst!)

Im Gegensatz zu „Oliver Twist“ hatte ich keine Ahnung, worum es in diesem Dickens-Roman ging. Ein vorsichtiger Blick in die Inhaltsangabe sprach von einer Geschichte, die sich in London und Paris zur Zeit der französischen Revolution abspielt. Goodreads munkelte etwas von der Geschichte einer Familie, von einem blutdürstigen Unmenschen und von einem Antihelden. Aha. Das eigentliche Vorwort in meiner hübschen, leinengebundenen Penguin Classics Ausgabe übersprang ich aus leidvoller Erfahrung. Warum nur wird in Klassiker-Introductions IMMER gespoilert, was das Zeug hält?! Gehen die davon aus, dass jeder das schon einmal gelesen hat? Oder die Geschichte und deren Ausgang von irgendwoher schon kennt? Der armen @phantasiernreise ist genau das hier leider passiert, während die Lektüre für @vgriffindor ein Re-Read war. Ich war somit die einzige, die überhaupt nicht wusste, was auf sie zukam.

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Clanlands – Mit zwei Outlander-Stars durch Schottland

Clandlands von Sam Heughan und Graham McTavish

Titel: Clanlands
Autoren: Sam Heughan, Graham McTavish
Format: Hörbuch
Verlag: Hodder & Stoughton
erschienen: 03.11.2020
Länge: 10:22 Std., ungekürzt

Das Hörbuch gibt es als Download bei audible.de, und zwar HIER. Es kostet im Flexi-Abo € 9,95 (regulärer Preis €22,95). Eine Hörprobe findet ihr ebenfalls auf der Produktseite von Audible.

Zum Hörbuch:

Ja klar bin ich Outlander-Fan. Sonst hätte ich dieses Hörbuch nicht gehört – obwohl ich dann etwas verpasst hätte. Denn außer einem spaßigen Vehikel für Sam Heughan (der in der TV-Serie Jamie Fraser spielt) und Graham McTavish (der 2 Staffeln lang seinen Onkel Dougal Mackenzie verkörperte) ist dieser Roadtrip auch noch eine unterhaltsame Lehrstunde über die Geschichte und Kultur der Highlander.

Aber der Reihe nach: Eigentlich ist das Hörbuch das „Nebenprodukt“ einer Entertainment-Doku, die demnächst auf Starz gezeigt wird und „Men in Kilts“ heißen wird. Mehrere Wochenenden lang reisten Sam Heughan und Graham McTavish mit den verschiedensten Fortbewegungsmitteln zu wichtigen schottischen Orten und erkundeten dort, was einen echten Highlander ausmacht: Von berühmten Schlachtfeldern über Whisky-Brennereien und Schottenrock-Hersteller bis hin zu Drehorten von Outlander, keltischen Steinkreisen und Loch Ness. Dabei begleitete sie ein Filmteam, und Sam und Graham schrieben (under tatkräftiger Mithilfe einer Lektorin) ein Buch über die gesamte Angelegenheit inklusive Blick hinter die Kulissen. Und aus diesem Buch entstand dann dieses von den beiden Herren persönlich performte Hörbuch.

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