Neue (Hör)bücher im Mai 2022

Hier findet ihr meine handverlesenen Neuerscheinungstipps des Monats unter den deutschen und englischen (Hör)büchern (und auch mal den ein oder anderen Podcast).

Hier sind meine Empfehlungen für den Monat Mai 2022:

Ich liebe Retellings! Dieses hier fußt natürlich auf dem Klassiker „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“, und jetzt gibt es endlich die deutsche Hörbuchversion, gelesen von the one and only David Nathan! Diesmal handelt es sich bei Mr. Hyde um einen Police Inspector, der aufgrund einer Epilepsie unter Aussetzern leidet. Dann wird sein Arzt und Freund ermordet, und der hatte nur zwei Patienten: Mr. Hyde und einen Mann, den er nur „das Biest“ nannte. Uhhhh….

„A Rip Through Time“, von Kelley Armstrong

„Outlander meets The Alienist“ steht in der Beschreibung, und damit hat man mich eigentlich schon. 2019 findet sich eine Kriminalermittlerin aus Edinburgh plötzlich in der Vergangenheit wieder: im 17. Jahrhundert, im Viktorianischen Zeitalter Schottlands, und zwar nicht in ihrem eigenen Körper, sondern in dem eines Hausmädchens. Ihr Hausherr, ein Bestatter, versucht gerade auf eigene Faust einen Mordfall zu klären. Ist die Lösung des Falls Mallory’s Weg nach Hause?

Ich liebe Zeitreisegeschichten einfach. Und dann noch Schottland. Und murder mystery. Count me in.

Von Jonathan Maberry kenne ich eigentlich nur seine Zombie-Romane. Aber dieser Serien-Auftakt wird als „dark fantasy“ angepriesen, im Zentrum ein Palast-Wächter, der den Tod der gesamten königlichen Familie und den Untergang des Reiches auf seinem Gewissen trägt und sich aufmacht, den wahrhaft Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen. Mit Schwert und Rachedurst zieht er durchs Königreich.

Nach so etwas suche ich, seit ich letztes Jahr „Empire of the Vampire“ ausgelesen habe. Und dann liest auch noch Ray Porter, der letztes Jahr mein Lieblingshörbuch eingesprochen hatte. Ich hoffe, das wird düster und richtig gut!

Damals hat mich „Die purpurnen Flüsse“ völlig umgehauen. Manchmal ist mir Grangé seitdem ja zu abgefahren, mit seinen blutigen, übersinnlichen Thriller-Mystery Romanen. Hier ist sein Neuer aus der Reihe um Kommissar Niemans. Diesmal geht es ins Elsaß, in ein Weinbaugebiet, und zu einer Sekte, die lebt wie vor 300 Jahren. Was mich reizt: Martin Keßler ist der Sprecher, und seine staubtrockene Coolness habe ich lange nicht in den Ohren gehabt.

Eigentlich reicht ja schon, dass Nikolaj Coster-Waldau die Haupfigur in diesem ursprünglich als Podcast produzierten Krimi spricht. Der Ex-GoT Jamie hat auch wirklich eine schöne Stimme, und die Hörprobe klingt nicht schlecht. Er „spielt“ in „Radioman“ einen ehemaligen DJ, der einen Podcast über eine Mordserie in seiner Stadt beginnt. Außer Coster-Waldau ist auch noch David Morrissey (der Governor aus „The Walking Dead“) mit dabei, und laut Audible werden Themen wie „Trauer, Trauma, Betrug und Familie“ beleuchtet. Ein Crime-Podcast in einem Crime-Podcast. Könnte was sein.

Ich hab’s ja sowohl mit historischen Romanen als auch mit ikonischen Figuren. Dieser Neuling von Mac P. Lorne vereint beides, denn im Zentrum steht König Richard I. von England, auch bekannt als „Richard Löwenherz“. Wurde in anderen Büchern bisher vor allem Richard’s Heimkehr von den Kreuzzügen behandelt, schildert dieser Roman „auf bewegende Weise die Jahre des Königs nach seiner Rückkehr aus deutscher Gefangenschaft, an die sich andere Autoren bisher kaum heranwagten.“ Dann sind wir mal gespannt, ob das so gut gelingt wie bei seiner „Robin Hood“-Reihe. Es liest mal wieder Detlef Bierstedt, der sich zu Lorne’s Stammsprecher entwickelt. Von mir aus.

Es ist längst überfällig, dass Fantasy keine Domäne weißer Autor*innen mehr ist, sondern auch Autor*innen of color ihren berechtigten Platz im Genre bekommen. Wie zum Beispiel Roseanne A. Brown’s „A Song of Wraiths and Ruin“-Reihe, deren Auftaktband es jetzt endlich als deutsches Hörbuch gibt. In einem fantastischen Königreich treffen bei einem Wettkampf der Nationen eine Königin auf der Such nach dem Herz eines Königs und ein Kämpfer mit königlichen Mordabsichten aufeinander. Beachtenswert: Der Argon-Verlag hat bei der Besetzung darauf geachtet, schwarze Sprecher*innen zu engagieren. Genau so sollte das sein!

Apropos Diversität: Diesen Monat ist auch ein neuer Roman aus der Sparte „Mexican Gothic“ erschienen. Mit Daphne du Maurier’s „Rebecca“ wird dieser übernatürliche Spannungsroman ebenfalls verglichen. Viele Vorschusslorbeeren für die Geschichte mit klassischen Motiven: Ein einsames Haus (eben jene „Hacienda“) in Mexiko, in dem es nicht mit rechten Dingen zugeht, und eine junge Ehefrau, die sich dort zu Beginn des 19. Jahrhunderts, nach dem Unabhängigkeitskrieg, den Geistern der Vergangenheit und den Geheimnissen ihres Ehemannes stellen muss. Auch hier sind die Sprecherrollen toll besetzt, mit dem Latinx Schauspieler Lee Osorio und seiner Kollegin Victoria Villarreal.

Holly Black, bisher bekannt für ihre YA-Fantasy-Reihen, macht ihr erwachsenes Debüt mit „Book of Night“, das mit „Ninth House“ und „The Night Circus“ verglichen wird. Schatten haben ihr eigenes Leben in der Welt von Barkeeperin und Trickbetrügerin Charlie. Man kann sie manipulieren, verändern, dadurch Macht und Einfluss gewinnen, aber zu einem Preis. Eine furchteinflößende Figur aus Charlie’s Vergangenheit taucht auf und stürzt Charlie’s Welt ins Chaos. Hört sich ominös an? Ja. Aber auch ziemlich düster und interessant und liegt voll im Trend irgendwo zwischen Dark Academia und Dark Fantasy.

War etwas für euch dabei? Und was sind denn eure Hör-Tipps des Monats?

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