Rezension: ‚Shining‘ von Stephen King

shiningTitel: ‚Shining‘

Originaltitel: ‚The Shining‘

Autor: Stephen King

Format: Hörbuch

Sprache: Deutsch (Originalsprache: Amerikanisch)

Sprecher: Dietmar Wunder

Anbieter: Lübbe Audio

erschienen: 17 Std 31 min

Länge: 17 Std 31 min (ungekürzt)

Das Hörbuch gibt es im Download bei audible.de zum regulären Preis von €7,95, und zwar HIER.

Beschreibung (audible):

Ein Hotel in den Bergen von Colorado. Jack Torrance, ein verkrachter Intellektueller mit Psycho-Problemen, bekommt den Job als Hausmeister, um den er sich beworben hat. Zusammen mit seiner Frau Wendy und seinem Sohn Danny reist er in den letzten Tagen des Herbstes an. Das Hotel „Overlook“ ist ein verrufener Ort. Wer sich ihm ausliefert, verfällt ihm, wird zum ausführenden Organ aller bösen Träume und Wünsche, die sich in ihm manifestieren.

Zum Hörbuch:

Das Erscheinen von DOCTOR SLEEP im September 2013 war Anlass, endlich mal dessen Vorgänger und somit einen von Stephen King’s ‚Klassikern‘ zu hören: SHINING.

Das Buch wurde bereits 1977 geschrieben, hat sich über die Zeit aber sehr gut gehalten. Das liegt auch am ungewöhnlichen Setting: SHINING ist beinahe ein Kammerspiel. Fast die gesamte Geschichte spielt im von der Außenwelt abgeschnittenen Overlook-Hotel. Das eingeschneite Hotel lässt nicht nur die Abwesenheit moderner Technik vergessen (Smartphones und WLAN hätten selbst heute da keine Chance), sondern es sorgt für eine Loslösung von irgendwelchen zeitlichen Fix- und Vergleichspunkten. Die Besetzung beschränkt sich größtenteils auf 3 Personen: Jack, Wendy und Danny Torrance. Eine Nukleus-Geschichte, die sich auf das Wesentliche konzentrieren kann.

Das tut der Intensität der Geschichte gut und hält Stephen King davon ab, ständig irgendwelche Nebenkriegsschauplätze zu eröffnen oder mit unwichtigen Figuren in weitere Gefilde davon zu galoppieren. Das macht er ja gerne, und er schafft es auch hier ab und an, aber eben nicht so oft, dass es groß auffällt.

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Rezension: ‚Helpf for the Haunted‘ von John Searles

help for the hauntedTitel: ‚Help for the Haunted‘

Autor: John Searles

Sprache: Amerikanisch

Format: eBook (Kindle Edition)

Verlag: William Morrow

erschienen: 17. September 2013

Seitenzahl der Printausgabe: 368 Seiten

Beschreibung:

Die Eltern von Sylvie Mason werden in einer stürmischen Nacht unter gruseligen Umständen getötet. Als Mörder wandert einer ihrer ‚Klienten‘ ins Gefängnis. Die tief gläubigen Masons hatten es sich zum Beruf gemacht, ‚Heimgesuchten‘ zu helfen. Hilfreich dabei: das Talent von Sylvie’s Vater, übernatürliche Kräfte aufzuspüren, und das ihrer Mutter, heilend auf die Heimgesuchten zu wirken.

Nach deren Tod wird Sylvie von ihrer älteren Schwester Rose aufgezogen. Rose ist allerdings selber noch fast ein Kind, kämpft mit vielen Problemen, und ihr Verhältnis zu Sylvie ist fast so schwierig, wie das zu ihren Eltern war.

Als sich im Keller des Hauses merkwürdige Dinge tun und die Vergangenheit nicht ruhen lassen, kommen Sylvie Zweifel – am Hergang der Mordnacht, an ihren Eltern, an sich selbst. Sie begibt sich auf die Suche nach der Wahrheit.

Zum Buch:

Auf dieses Buch hat mich der monatliche ‚Bloggers Recommend‘ Newsletter gebracht – meistens ein sicherer Tipp für guten Lesestoff. Dazu kam noch die Halloween-Zeit und meine passende Lust auf Gruseliges.

Ich kann es aber kurz machen: HELP FOR THE HAUNTED reicht nicht an meine Erwartungen heran. Der Grusel hält sich in Grenzen. Nach einem sehr starken Anfang mit einer Gänsehaut-Mord-Szene halte ich das für die Latte, an der ich den Rest des Romans messen muss. Und werde in dieser Hinsicht enttäuscht. Wirkliche Gänsehaut kommt selten auf (obwohl die Nummer mit dem Licht im Keller und der Puppe von der Idee her wirklich ein guter Ansatz sind), und teils entpuppt sich der Grusel sogar als fauler Zauber.

Was Horror angeht, fällt HELP FOR THE HAUNTED schon mal durch.

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Rezension: ‚Opferzeit‘ von Paul Cleave

OpferzeitTitel: ‚Opferzeit‘

Originaltitel: ‚Joe Victim‘

Autor: Paul Cleave

Format: Hörbuch

Sprache: Deutsch (Originalsprache: Englisch)

Sprecher: Martin Keßler

Anbieter: Random House Audio, Deutschland

erschienen: 14.10.2013

Spieldauer: 14 Std 26 min (ungekürzt)

Das Hörbuch ist als Download bei audible.de erhältlich, und zwar HIER.  Es kostet im Flexi-Abo €9,95 (regulärer Preis: €11,95).

Achtung: Der Download von Audible enthält zusätzlich eine PDF-Datei mit einem Steckbrief von Joe, Infos zum Buch von Paul Cleave selbst sowie ein Interview mit dem Autor. Der Steckbrief ist zu vernachlässigen, aber Paul Cleave’s Aussagen über die Entstehung des Sequels sind interessant zu lesen.

Eine Hörprobe gibt’s HIER.

Beschreibung (audible):

Die Einwohner von Christchurch sind aufgebracht. Ein Jahr nach der brutalen Mordserie, die ihre Stadt erschütterte, beginnt der Prozess gegen Joe Middleton, den berüchtigten „Schlächter von Christchurch“. Doch der beteuert nach wie vor seine Unschuld. Unterdessen zieht sich die psychopathische Melissa X einen neuen Killer heran, um Joe, mit dem sie einst eine unheilige Liaison einging, zu töten.

Die Fortsetzung des Bestsellers „Der siebte Tod“.

Zum Hörbuch:

Achtung! Diese Rezension enthält Spoiler für DER SIEBTE TOD, den Vorgänger dieses Hörbuchs!

So, so. ‚Slow Joe‘ ist wieder da. Das serienmordende Mamisöhnchen, das sich in DER SIEBTE TOD als scheinbar tumbe Reinigungskraft im Polizeirevier von Christchurch herumgetrieben und alle an der Nase herumgeführt hat. Naja, nicht alle. Vor allem eine nicht. Sonst wäre die unschöne Sache mit der Zange schließlich nicht passiert… Aber gut. Dieser Teil der Geschichte ist abgehakt. Kommen wir zur Fortsetzung:

Es ist jetzt kein wirklicher Spoiler, dass Joe seine Festnahme überlebt hat, oder? Paul Cleave schildert uns in einem packenden Flashback, im bewährten dramatischen Präsenz und aus Joe’s Ich-Perspektive, wie das von statten gegangen ist. Hart, unmittelbar, distanzlos und sarkastisch – so kenne und mag ich das von Cleave. Dazu die erbarmungslose Coolness von Sprecher Martin Keßler, der sich mal wieder anhört, als hätte er zum Frühstück Stahlwolle gegessen. Ich bin begeistert und stecke sofort tief im Hörbuch drin.

Schade, dass die Euphorie nicht anhält.

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Rezension: ‚The Bones of Paris‘ von Laurie R. King

The bones of ParisTitel: ‚The Bones of Paris‘

(bisher nicht auf Deutsch erschienen)

Autorin: Laurie R. King

Sprache: Englisch

Format: Hörbuch

Sprecher: Jefferson Mays

Anbieter: Recorded Books

erschienen: 10. September 2013

Spieldauer: 13 Std 11 min

Das Hörbuch ist als Download bei audible.de erhältlich, und zwar HIER. Es kostet im Flexi-Abo €9,95 (regulär €25,95).

Beschreibung:

Paris, 1929. Der amerikanische Privatdetektiv Harris Stuyvesant wird damit beauftragt, das verschwunde Model Philippa Crosby zu suchen. Treibt sie sich, wie vermutet, nur mit einem der vielen Paris Künstler herum? Oder hängt ihr Verschwinden zusammen mit den anderen Vermisstenfällen, die der französische Kommissar Doucet untersucht?

Stuyvesant macht sich zunächst keine großen Sorgen. Das ändert sich jedoch, als er auf das Théatre du Grand-Guignol in Mormartre stößt, wo makabre und morbide Aufführungen das Publikum in Entsetzen und Faszination stürzen. Harris taucht ein in die sowohl glamouröse als auch schockierende Pariser Künstlerszene der Zeit und gerät auf die Spur eines Mörders.

Zum Hörbuch:

Romane, die mit Kunst zu tun haben, sind für mich immer ein Glücksfall. Selbst habe ich überhaupt kein Talent für Malerei, aber trotzdem liebe ich Kunstausstellungen und interessiere mich sehr für die Zeiten, Kulturen und persönlichen Lebensumstände, in denen berühmte Künstler ihre Werke erschaffen haben. Sachbücher lese ich nicht so gerne, und dann ist es wunderbar, wenn mir (wie letztes Jahr mit THE ART FORGER) ein Hörbuch in den Schoß fällt, das all diese Themen in eine spannend geschriebene Geschichte packt.

THE BONES OF PARIS ist da vielversprechend. Laurie R. King nimmt einen klassischen amerikanischen Privatdetektiv – pleite, mit emotionalem Gepäck, aber dem süßen Pariser Leben sehr zugetan – und verpflanzt ihn ins kunstgetränkte Paris des Jazz-Age.

Ach, Paris. Wir haben es hier nicht mit Frühlingsduft und sonnigen Spaziergängen an der Seine zu tun. Nein, Paris hat in BONES OF PARIS eine ganz andere Seite:

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Rezension: ‚Night Film‘ von Marisha Pessl

night filmTitel: ‚Night Film: A Novel‘

dt. Titel: ‚Die amerikanische Nacht‘

Autorin: Marisha Pessl

Format: Hardcover

Sprache: Englisch

Herausgeber: Random House

erschienen: 20. August 2013

Seiten: 624

Beschreibung (amazon):

Ashley ist tot – gerade mal vierundzwanzig – eine Leiche in einer verlassenen Lagerhalle Manhattans. Ein Unfall? Oder Selbstmord? Und was hat Cordova – der übermächtige Vater und besessene Filmemacher mit ihrem Tod zu tun? Der Schlüssel zum Geheimnis liegt in seinen magischen Filmen, die nach und nach zu einer Wirklichkeit werden, aus der es kein Entkommen gibt.
Ein Meisterwerk – souverän, tödlich, perfekt.

Zum Buch:

Mal wieder so ein Buch, das mit vielen Vorschusslorbeeren auf einer Welle der Begeisterung aus Amerika zu uns herüberschwimmt. Da muss ich ja testen, ob es die Aufregung tatsächlich wert ist.

Optisch ist NIGHT FILM auf jeden Fall etwas Besonderes: Die silberne Schrift auf dem Schutzumschlag wechselt je nach Lichteinfall irrisierend die Farbe, und schlägt man das recht schwere und großformatige Buch auf, entdeckt man nicht nur Buchstaben, sondern etliche Illustrationen: Kopien aus Krankenakten, Vermisstenanzeigen, Screenshots von Internetseiten, SMS-Konversationen… – ganz in Schwarz/Weiß gehalten, fügen sie der Geschichte ebensoviel Authentizität wie Düsternis hinzu. Schon allein deshalb geht hier meine Empfehlung einmal klar in Richtung Printausgabe.

NIGHT FILM gibt sich also mysteriös, und dieser Look entspricht voll und ganz dem Inhalt. Wir haben es im Grunde genommen mit einem ‚murder mystery‘ im klassischen Sinn zu tun, dem Pessl durch ein paar geschickte Zutaten einen neuen Spin verleiht. So macht der Prolog schon mal klar, dass nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Ein Geist in einem roten Mantel huscht durch das nächtliche New York. Oder spielen dem diskreditierten Journalisten Scott McGrath seine Sinne nur einen Streich? Vermutlich. Wahrscheinlich. Oder doch nicht?

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Rezension: ‚Es‘ von Stephen King

EsTitel: ‚Es‘

Originaltitel: ‚It‘

Autor: Stephen King

Format: Hörbuch

Sprache: Deutsch

Sprecher: David Nathan

Anbieter: Audible

erschienen: 12.04.2011

Spieldauer: 51 Std 52 min

Das Hörbuch ist erhältlich aus Download bei audible.de, und zwar HIER. Es kostet im Flexi-Abo € 9,95, der reguläre Preis beträgt € 39,95.

Beschreibung (audible):

Die elfjährigen Freunde Bill Denbrough, Mike Hanlon, Ben Hanscom, Beverly Marsh, Stan Uris, Richie Tozier und Eddie Kaspbrak haben zusammen den „Club der Verlierer“ gegründet. Gemeinsam wollen sie stärker sein als jeder einzelne von ihnen, da jeder im Club eine besondere Schwäche hat: Bill stottert, Mike ist schwarz, Ben ist übergewichtig, Beverly ist arm, Stan ist Jude, Richie ist vorlaut und Brillenträger und Eddie klein und kränklich. Sie tun sich zusammen, um vor allem Henry Bowers die Stirn zu bieten, ein 12-jähriger Junge, der gerne kleinere Kinder verprügelt, und der es immer auf einen von ihnen abgesehen hat. Doch die größte Angst haben die drei vor einem grauenhaften Mysterium in ihrer Kleinstadt Derry. In gewissen Abständen werden Kinder kaltblütig ermordet oder verschwinden spurlos. Als Bills jüngerer Bruder Georgie eines Tages Opfer einer dieser grausamen Taten wird, beschließen die Jugendlichen, den Täter oder die Ursache dieser grausamen Morde zu finden. Alles was sie haben, ist eine vage Spur.

Genau 27 Jahre liegen jeweils zwischen den Morden in Derry. Der Club der Verlierer macht sich auf die Suche und begegnet Es in der Kanalisation, wo sie Es aufspüren. Obwohl sie glauben, dem Grauen ein Ende setzen zu können, müssen die Jungen Jahre später als erwachsene Männer feststellen, das Es wieder da ist. Das Entsetzen beginnt von Neuem…

Zum Hörbuch:

Als nach 52 Stunden ES der vertraute Audible-Jingle das Ende des Hörbuchs verkündet, muss ich ganz tief durchatmen. Es fühlt sich an, als wäre ein ganzer Lebensabschnitt zu Ende gegangen. Als hätten sich diese 52 Stunden Hörzeit, in mein Leben verteilt auf etliche Wochen, irgendwie ausgedehnt und viel mehr Platz eingenommen, als es den Anschein hat.

Klar – 52 Stunden sind an sich schon kein Pappenstiel für ein Hörbuch. Mein längstes bisher. Wichtiger noch, dass die Geschichte, die King so umfassend erzählt, für sich einen Zeitraum von 27 Jahren beansprucht. Sie beginnt mit 11jährigen Kindern und endet mit gestandenen Erwachsenen in den mittleren Jahren. Genau genommen packt King zwei Geschichten in ein Buch: Parallel, abwechselnd, hin- und herspringend, werden wir Zeuge, wie a) der Club der Verlierer sich findet und als Kinder ‚Es‘ auf die Spur kommt und b) wie der Club der Verlierer sich als Erwachsene durchs Leben schlägt, um sich dann nochmals in Derry ‚Es‘ zu stellen.

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Rezension: ‚The Cuckoo’s Calling (Cormoran Strike #1)‘ von Robert Galbraith

The cuckoo's callingTitel: ‚The Cuckoo’s Calling‘

dt. Titel: ‚Der Ruf des Kuckucks‘ (erscheint am 30. November 2013)

Autor: Robert Galbraith (aka J.K. Rowling)

Sprache: Englisch

Format: eBook, Kindle Edition

erschienen: 18. April 2013

Seitenzahl der Print-Ausgabe: 464 Seiten

Beschreibung (amazon):

Als das berühmte Model Lula Landry von ihrem schneebedeckten Balkon im Londoner Stadtteil Mayfair in den Tod stürzt, steht für die ermittelnden Beamten schnell fest, dass es Selbstmord war. Der Fall scheint abgeschlossen. Doch Lulas Bruder hat Zweifel – ein Privatdetektiv soll für ihn die Wahrheit ans Licht bringen.

Cormoran Strike hat in Afghanistan körperliche und seelische Wunden davongetragen, mangels Aufträgen ist er außerdem finanziell am Ende. Der spektakuläre neue Fall ist seine Rettung, doch der Privatdetektiv ahnt nicht, was die Ermittlungen ihm abverlangen werden. Während Strike immer weiter eindringt in die Welt der Reichen und Schönen, fördert er Erschreckendes zutage und gerät selbst in große Gefahr …

Zum Buch:

Als THE CUCKOO’S CALLING im April 2013 erscheint, weiß zunächst noch niemand, dass hinter diesem Krimi-Debut von einem gewissen Robert Galbraith in Wirklichkeit jemand ganz anderes steckt: J.K. Rowling, die Schöpferin von Harry Potter. Nach dem großen Tamtam um A CASUAL VACANCY hat sie wohl das Bedürfnis, ihr nächstes Buch nur nach dessen Inhalt und nicht nach dem Namen der Autorin beurteilen zu lassen.

Das geht gut, bis im Juli 2013 die Wahrheit über das Pseudonym ans Licht kommt. Zuvor sind lediglich 1.500 Exemplare von THE CUCKOO’S CALLING verkauft worden; nach Bekanntwerden der echten Autorin schnellt das Buch im Nullkommanichts auf den Bestsellerlisten ganz nach oben. Soviel zu J.K. Rowling’s nettem Versuch, es diesmal anders zu machen.

Dabei ist es lange genug her und thematisch auch weit, weit genug von Harry Potter entfernt, um THE CUCKOO’S CALLING ganz objektiv anzugehen. Anderes Genre, andere Zielgruppe, ganz, ganz andere Welt – als ich es anfange zu lesen, halte ich mich für relativ unbefangen.

Eins vorweg: Ich bin nicht so der große Krimileser. Wenn es um Verbrechensaufklärung in Büchern geht, hab‘ ich’s gerne etwas wilder, schneller, blutiger, spannender. Einen Thriller, der mich ans Buch nagelt, ziehe ich in der Regel geruhsamer Ermittlungsarbeit vor. Aber nach mehreren positiven Bewertungen anderer Blogger schiebe ich diese Bedenken beiseite.

Tatsächlich stellt sich THE CUCKOO’S CALLING als klassischer Kriminal- bzw. Detektivroman heraus. Ein Großteil der Geschichte besteht aus hartnäckiger Ermittlungsarbeit anhand von zahllosen Zeugenbefragungen. Viele, viele Dialoge verfolgt der Leser, als würde man dem guten Cormoran als Praktikant hinterhertrotten, der gefälligst mitschreiben und aufpassen soll. Diese Dialoge sind nicht langweilig, beschränken sich aber oft – berichtartig – rein auf die wörtliche Rede. Manchmal hätte ich mir etwas mehr ‚Drumherum‘ gewünscht, etwas mehr Beschreibung oder einen Blick in Cormoran’s Gedankengänge. Was der sich da in seinem Kopf zusammenreimt, bleibt uns nämlich (zumindest, was den Fall angeht), größtenteils verborgen.

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Rezension: ‚Zorn – Wo kein Licht‘ von Stephan Ludwig

Zorn - Wo kein LichtTitel: ‚Zorn – Wo kein Licht‘ (Zorn #3)

Autor: Stephan Ludwig

Sprache: Deutsch

Format: Hörbuch

Anbieter: Argon Verlag

erschienen: 29.8.2013

Länge: 8 Std. 23 min (gekürzt)

Das Hörbuch als Download gibt es bei audible.de, und zwar HIER. Es kostet im Flexi-Abo € 9,95.

Eine Hörprobe gibt es HIER,  auf der Produktseite von audible.

Beschreibung (audible):

Hauptkommissar Claudius Zorn weiß nicht, wo ihm der Kopf steht. Die Ereignisse überschlagen sich: Ein Banker springt von einer Brücke und erschießt sich im Fallen, ein Richter wird vermisst, und der Herbstball der Polizeigewerkschaft endet im Fiasko. Sein Kollege Schröder liegt mit Gehirnerschütterung im Krankenhaus und kann nicht wie gewohnt den ermittlerischen Input liefern. Aber dann erhält Zorn einen entscheidenden Hinweis und hat schnell den Verdacht: Alle Verbrechen hängen zusammen. Nur leider glaubt ihm keiner. Mit fatalen Folgen…

Zum Hörbuch:

Zorn und Schröder. Die zwei haben mich in ZORN – TOD UND REGEN zum Lachen und in ZORN – VOM LIEBEN UND STERBEN zum Weinen gebracht. Ans Herz gewachsen sind mir der stinkfaule, knurrige Hauptkommissar und sein enthusiastischer Assistent dabei. Ein so originelles Duo hat die deutsche Thriller-Landschaft gebraucht!

Sowohl Teil 1 als auch Teil 2 der Reihe hatten ihre Schwächen. Im ersten Buch konnte Stephan Ludwig die mit Slapstick-Humor glattbügeln, und im zweiten mit unerwartet düsterem Tiefgang.

Jetzt also Buch 3. Tja, und da haben wir den Salat.

Auch Buch 3 ist zu empfehlen. Ludwig entwickelt seine Figuren konsequent weiter, streut wieder Humor in die Geschichte, ein bisschen Grausen hier, eine überraschende Wendung da. Und die Handlung an sich ist diesmal sogar richtig gut ausbalanciert mit den kleinen Anekdoten rund um die Figuren Zorn und Schröder herum. Gut gefällt mir auch, dass Ludwig am Ende zwar wieder einiges erklären muss, es aber nicht zu einem langwierigen Monolog kommt. Der Autor baut die Erklärung in den spannenden Showdown ein. Von der Struktur her und der Stringenz hat sich die Zorn-Reihe also gemausert.

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Rezension: ‚Mannheim Rex‘ von Robert Pobi

MannheimRexTitel: ‚Mannheim Rex‘

(bisher nicht auf Deutsch erschienen)

Autor: Robert Pobi

Sprache: Amerikanisch

Format: eBook, Kindle Edition

Verlag: Thomas & Mercer

Seitenanzahl der Printausgabe: 513 Seiten

Beschreibung:

Nach dem Tod seiner Frau steckt der erfolgreiche Horror-Autor Gavin Corlie in einer tiefen Krise. Aus New York flüchtet er sich in die Kleinstadt New Mannheim, in ein altes, renovierungsbedürftiges Haus am Lake Caldesac. Dort stößt er nicht nur auf einen kecken, todkranken Jungen, der ihm zum Freund wird, sondern auch auf ein ungelöstet Geheimnis: Immer wieder verschwinden Menschen in New Mannheim, und grausig verstümmelte Leichen tauchen auf. Alle Spuren führen zum Lake Caldesac. Haust dort etwa ein Monster, wie Gavin’s neuer Freund Finn behauptet? Welche Rolle spielt der bösartige Sheriff in dem Spiel?

Mit Hilfe von Finn, einem Fischerboot und Finn’s netter, attraktiver Ärztin macht Gavin sich auf die Suche nach der Wahrheit.

Zum Buch:

MANNHEIM REX hätte ich nie gelesen, wäre ich nicht so beeindruckt von Robert Pobi’s Vorgänger gewesen, dem bösen Thriller BLOODMAN. Dass der Mann schreiben kann, wusste ich also, und das zeigt er auch in diesem Buch, das ich fast als ‚Liebhaberei‘ bezeichnen möchte. Pobi ist nach seinem Bestseller-Erfolg offensichtlich hingegangen und hat sich eine spielerische Verneigung vor zweien seiner literarischen und cineastischen Helden gegönnt, ohne dabei auf Verkaufszahlen zu schielen: MANNHEIM REX ist nichts anderes als eine kleine Hommage an Spielberg’s DER WEISSE HAI und Melville’s MOBY DICK. (Und das habe ich mir nicht ausgedacht, das kann man so in den Buchbeschreibungen nachlesen).

Das ist mir noch nicht bekannt, als ich die Leseprobe von MANNHEIM REX mit einer Mischung aus Ekel und Gebanntsein verschlinge: Ein Fischer kommt auf dem Lake Caldesac auf grausame Weise und häppchenweise zu Tode. Die Parallele zum WEISSEN HAI springt gleich ins Auge und ist – wie sich dann herausstellt – absolut gewollt. Was diese Anfangsszene besonders gruselig macht, ist, dass aus der Perspektive des Fischers selbst dessen langsamer Tod beschrieben wird. Das ist völlig distanzlos, unmittelbar und geht furchtbar an die Nieren. Pobi kann das, wie ich ja weiß, und nach diesem ersten Kapitel zögere ich kurz: Will ich mir sowas nochmal antun? Will ich, wie bei BLOODMAN zuvor, zitternd in dieser Geschichte sitzen und mich kaum noch herausretten können?

Lange dauert das Zögern nicht. Dafür schreibt Pobi einfach zu gut, zu cineastisch. Überhaupt: Man könnte auch dieses Buch einfach so verfilmen und als Drehbuch benutzen. Trotz vieler Dialoge ist es ungeheuer plastisch verfasst. Ohne große Metaphorik tauchen – zack! – Bilder auf der Kopfleinwand auf. Das geht wie geschmiert.

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Rezension: ‚Broken Homes‘ (Peter Grant #4) von Ben Aaronovitch

Broken HomesTitel: ‚Broken Homes‘ (Peter Grant #4)

(zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf Deutsch veröffentlicht)

Sprache: Englisch

Format: Hörbuch

Sprecher: Kobna Holdbrook-Smith

Anbieter: Orion Publishing Group

Veröffentlicht: Juli 2013

Länge: 10 Std 1 min (ungekürzt)

Das Hörbuch ist als Download erhältlich bei audible.de, und zwar HIER. Im Flexi-Abo kostet es € 9,95 oder ein Guthaben.

Eine Hörprobe findet ihr auf der Produktseite von audible.

“What frustrated me was the thought that with three thousand years of history someone in China, some monk in a monastery halfway up a mountain, must have developed a magic kata, a physical expression of formae. Or at least have got close enough to explain all those legendary swordsmen and their inexplicable desire to roost on the tops of bamboo trees.”
― Ben Aaronovitch, Broken Homes

Beschreibung:

Mehrere Morde halten diesmal Constable und Zauberlehrling Peter Grant in Atem: ein gräßlich zugerichteter Leichnam, dann ein Toter auf den Gleisen, und schließlich mystriöse Vorgänge ausgerechnet südlich der Themse. Ein ambitioniertes Bauwerk erweist sich dort nicht nur als Wohnort für das ein oder andere seltsame Geschöpf, sondern es scheint einen Zusammenhang mit den Morden zu geben. Schlimmer noch: Steckt dahinter wohlmöglich der berüchtigte, bösartige ‚Faceless Man‘? Der ist Peter, Lesley und Inspector Nightingale schon mehrfach durch die Finger geschlüpft, und es wird Zeit, dass sie ihn dingfest machen.

Auf also nach The Elephant and Castle, wo London sich mal wieder von seiner bisher eher unbekannten Seite zeigt.

Zum Hörbuch:

Ich habe meinen derzeitigen Lieblings-Zauberlehrling vermisst. Ihn und seine sachbeschädigenden Zauberexperimente, die abgebrühte britische Coolness im Angesicht von Themse-Gottheiten und Halbfeen, und seine Polizeiuniform samt Notfall-Schokoriegel. Gut, dass er wieder da ist – Constable Peter Grant!

Noch besser, dass nach dem etwas schwächeren Teil 3 der Reihe, WHISPERS UNDERGROUND, der 4. Band wieder zurückfindet zu alter Stärke. Zwar passiert auch in BROKEN HOMES wieder, was wir schon gewöhnt sind: Abschweifungen in Sub-Themen, übermäßig ausführliche Beschreibung der Polizeiarbeit und ein Plot, der schon mal den Faden verliert. Aber im Gegensatz zu Band 3 wiegt Aaronovitch das mal wieder mit seinen großen Stärken auf: Fantasie, unglaublich kecker Sprachwitz, Anspielungen auf alles zwischen Harry Potter und Dr. Who und ein gelungenes Nebeneinander von gewöhnlichen und magischen Kreaturen, eingebettet in eine Liebeserklärung an die Stadt London.

Man sollte diese Urban Fantasy-Reihe allerdings am Anfang beginnen, mit RIVERS OF LONDON, ansonsten ist man heillos überfordert. Ben Aaronovitch lässt Peter, seinen Ich-Erzähler, kaum einen Satz an die Vorgeschichte verschwenden. Das ist für Kenner der Reihe schön, muss man sich doch nicht mit leidigen Wiederholungen rumplagen. Für Neulinge ist das allerdings eine fast unüberwindbare Hürde. Für die gilt also: Gehe zurück auf Los.

Der Plot in BROKEN HOMES ist eine angenehme Mischung aus alt und neu: Die auftauchenden Leichen werden, wie üblich, nach den ausführlichen Regularien der Londoner Polizei strikt nach Protokoll abgehandelt, bis Nightingale und sein Team ins Spiel kommen. Aaronovitch nimmt uns für die Ermittlungen mit in einen anderen Stadtteil von London, um dort ein frisches Thema abzuhandeln: Stadtplanung und Architektur. Besagtes Thema führt zwar zu den üblichen Abschweifungen, aber wenn man sich mal hinsetzt und ‚Sky Garden‘ und ‚London‘ googelt, stößt man auf Interessantes. Ich sage nur: Baulöwen, Geld und Politik. Schaut selbst nach und macht euch einen Reim darauf.

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