Rezension: ‚Ein ganz normales Paar‘ von Isabelle Minière

Ein ganz normales PaarTitel: ‚Ein ganz normales Paar‘

(franz. Originaltitel: ‚Un couple ordinaire‘ )

Autorin: Isabelle Minière

Sprache: Deutsch (Originalsprache: Französisch)

Verlag: Diogenes

Format: Hardcover

erschienen: April 2007

Länge: 203 Seiten

„Ich fühle mich so leer … Nur noch eine Hülle, nur noch Staffage, aber im tiefsten Innern, hinter den Kulissen, ist nichts. Nicht mehr. Ohne es gemerkt zu haben, bin ich irgendwo auf der Strecke geblieben.“

Inhaltsangabe (amazon):

Sie ist die Schönste, Intelligenteste, die ideale Mutter und Ehefrau – aber eine Tyrannin. Er ist nichts mehr, um des lieben Friedens willen, hat Angst. Doch es gibt keine normalen Paare, nur glückliche!

Zum Buch:

Isabelle Minière’s kleiner Roman lag unter meinem Weihnachtsbaum als Geschenk. Ich kannte weder den Titel noch die Autorin – ein echtes Ü-Ei also! Und zwar eins, dessen Inhalt sich als bittersüßer, zartbesaiteter Glücksgriff herausstellte.

Doch von Anfang an: Wir lernen das ‚ganz normale Paar‘ Benjamin und Béatrice beim Möbelkauf kennen. Es geht um einen neuen Couchtisch, und die Suche danach – lustvoll bei Béatrice, lustlos bei Benjamin – erleben wir durch Ben’s Augen. Mitten zwischen den Ausstellungsstücken sorgt ein hohler Couchtisch für eine plötzliche Erkenntnis: Genauso hohl wie der Tisch fühlt sich Benjamin. Leer. Das, was ihn einmal gefüllt hat, ist verschwunden, und er schleppt sich nur noch als Hülle durch den Tag. Der Grund dafür: Béatrice.

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Rezension: ‚Wassermanns Zorn‘ von Andreas Winkelmann

Wassermanns Zorn

Titel: ‚Wassermanns Zorn‘

Autor: Andreas Winkelmann

Sprache: Deutsch

Sprecher: Simon Jäger

Verlag: argon hörbuch

HBCBadge_durchsichtig_ganzkleinFormat: CD

Länge: 6 CDs, insgesamt ca. 6 Std. 46 min

Inhaltsangabe (argon):

In dunklen Gewässern lauert das Grauen …Eingekeilt zwischen Baumwurzeln und Treibgut liegt im seichten Teil des Sees eine Frauenleiche – ertränkt. Gleich an ihrem ersten Tag im Morddezernat muss sich Manuela Sperling mit dieser toten Prostituierten und einer irritierenden Spurenlage befassen: Das Wasser in der Lunge des Mordopfers stammt nicht aus dem See, und auf dem Bauch der toten Frau prangt eine grausige Botschaft – ausgerechnet an Manuelas Chef, Kriminalhauptkommissar Eric Stiffler. Bald steht Manuela mit ihrem Eifer im Präsidium allein da, nur Kollege Peter Nielsen ist auf ihrer Seite. Da ertrinkt erneut eine junge Frau im See, direkt vor Manuelas Augen. Und ihr Chef dreht durch …

Zum Hörbuch:

Völlig ahnungslos lasse ich mich in dieses Hörbuch plumpsen. Auf der Frankfurter Buchmesse hatten mich der Titel gelockt und die Tatsache, dass es sich um einen deutschen Thriller handelt, dessen Autor ich nicht kannte, dafür aber den Sprecher: Simon Jäger.

Es zeigt sich rasch, dass der Spontankauf nicht verkehrt war. Alle Zutaten für einen gut funktionierenden, spannenden und unterhaltsamen Thriller kommen zügig auf den Tisch: Es gibt eine Leiche, einen unheimlichen Mörder sowie ein Ensemble an Polizisten und in den Fall hinein gerutschter Unbeteiligter, die keine Langeweile aufkommen lassen.

Hörbuch-Challenge 2013: hören – genießen – rezensieren

HBCBadge_durchsichtig_ganzkleinDas kann einem Hörbuch-Junkie wie mir ja nur gerade recht kommen: Die liebe Karla von buchkolummne veranstaltet in diesem Jahr erstmals eine Hörbuch-Challenge!

Ich bin ja immer neidisch auf die ganzen Bücher-Challenger. Weil ich so wenig dazu komme, mich hinzusetzen und ein Buch zu lesen, greife ich meist zur Hörbuchversion. Besser beim Rumrennen hören als gar nicht lesen, oder?

Was als Notlösung begonnen hat, ist mittlerweile zur großen Liebe geworden: Hörbücher, so habe ich begriffen, sind nicht minderwertig gegenüber ‚echten‘ Büchern, sondern – ganz im Gegenteil – hohe Kunst! Die Sprecher brauchen Talent, Durchhaltevermögen und das ‚gewisse Etwas‘, um aus einem Hörbuch echtes Kopfkino zu machen. Außerdem helfen englische Hörbücher bestens dabei, meine Sprachkenntnisse auf Trab zu halten!

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Rezension: ‚Unerwartete Begegnung‘ von Heinrich Peuckmann

Unerwartete BegegnungTitel: ‚Unerwartete Begegnung. Kriminalerzählungen‘

Autor: Heinrich Peuckmann

Sprache: Deutsch

Verlag: Brockmeyer

Format: Taschenbuch

Länge: 140 Seiten

Inhaltsangabe (Klappentext):

Ein Mörder glaubt, alle Spuren seiner Tat verwischt zu haben, bis es plötzlich neue Ermittlungsmethoden gibt. Ein Polizist wird bei der Beförderung übergangen und sorgt selber für Ausgleich. Ein Liebespärchen trifft sich regelmäßig heimlich im Hotel, bis plötzlich etwas Unerwartetes geschieht. Heinrich Peuckmanns Kriminalgeschichten sind spannende Erzählungen, die immer gut sind für überraschende Wendungen. Die unterschiedlichen Themen verbindet dabei eines, nämlich das Interesse an Menschen, die gefangen sind in ihrer Besessenheit, ihrer kriminellen Energie und oft genug in ihrem Leiden an der Welt.

Zum Buch:

Es ist eine Weile her, dass ich Kurzgeschichten gelesen habe. Diese Erzählform ist etwas aus der Mode geraten – zu Unrecht, wie mir klar wird. Gut gemacht, sind Kurzgeschichten kleine aber feine Häppchen, die mehr Gedanken nach sich ziehen als die Kürze der Geschichten erwarten lässt.

Wie in diesem Genre üblich, schickt Peuckmann uns abrupt und ohne Vorwissen in seine Kriminalerzählungen. Wir müssen uns aus den Informationen im Text zusammenreimen, wo wir sind, was geschehen ist und wer erzählt. Ersteres ist zügig klar, siedelt Peuckmann seine Erzählungen doch unverkennbar in seiner Heimat, dem Ruhrgebiet, an. Mini-Regionalkrimis also mit dem zugehörigen Lokalkolorit.

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Rezension: ‚Das letzte Ritual‘ von Yrsa Sigurdardottir

Titel: ‚Das letzte Ritual‘

Autorin: Yrsa Sigurdardottir

Sprache: Deutsch (Originalsprache: Isländisch)

Format: Taschenbuch

Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag

Länge: 384 Seiten

 

Inhaltsangabe (amazon):

In der Universität von Reykjavík wird die Leiche eines jungen Deutschen gefunden. Der Geschichtsstudent war fasziniert von alten Hexenkulten, und sein Mörder hat ihm ein merkwürdiges Zeichen in die Haut geritzt. Aber die isländische Polizei glaubt an einen Drogendelikt und verhaftet einen Dealer. Die Eltern des Opfers misstrauen den Ermittlungen: Sie beauftragen die junge Anwältin Dóra Guðmundsdóttir, den Fall noch einmal aufzurollen. Und auf der Suche nach dem wahren Mörder findet Dóra über dunkle Rituale mehr heraus, als ihr lieb ist …

Zum Buch:

Nachdem mich Sigurdardottir’s GEISTERFJORD so sehr begeistert (und gegruselt) hatte, wollte ich mehr von ihr lesen. Es bot sich ihre schon seit Jahren etablierte Reihe um die Anwältin Dora an, deren erster Band hierzulande 2006 erschienen ist: DAS LETZTE RITUAL.

Das Auftaktbuch bietet uns zunächst einmal eine Leiche. An sich nichts Neues in diesem Genre, aber der Zustand des Toten zeigt uns gleich, dass wir es hier nicht mit einem ‚gewöhnlichen‘ Mord zu tun haben. Es geht um schwarze Magie, um Hexerei, um ein ‚letztes Ritual‘ von dunkler Bedeutung. Auch das war zu erwarten anhand Klappentext, Titel und Sigurdardottir’s offensichtlichem Interesse an übernatürlichen Themen.

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Rezension: ‚Whispers Underground‘ von Ben Aaronovitch

Titel: ‚Whispers Underground‘

(dt. Titel: ‚Ein Wispern unter Baker Street‘, erscheint im Mai/Juni 2013)

Autor: Ben Aaronovitch

Sprache: Englisch

Sprecher: Kobna Holdbrook-Smith

Format: Hörbuch-Download von audible.de für € 9,95 im Flexi-Abo

Eine kostenlose Hörprobe findet ihr HIER, auf der Produktseite von audible.

“My dad was a fairy,“ said Zach. „And by that I don’t mean he dressed well and enjoyed musical theatre.”
― Ben Aaronovitch, Whispers Underground

Inhaltsangabe (amazon):

Eine unbekannte Person wird im U-Bahn-Tunnel nahe der Station Baker Street tot aufgefunden – erstochen, und es deuten unübersehbare Anzeichen auf die Anwesenheit von Magie hin. Ein Fall für Peter, keine Frage. Der unbekannte Tote stellt sich als amerikanischer Kunststudent und Sohn eines US-Senators heraus, und ehe man noch „“internationale Verwicklungen““ sagen kann, hat Peter bereits die FBI-Agentin Kimberley Reynolds mitsamt ihren felsenfesten religiösen Überzeugungen am Hals. Dabei gestalten sich seine Ermittlungen auch so schon gruselig genug, denn tief in Londons Untergrund, in vergessenen Flüssen und viktorianischen Abwasserkanälen, hört er ein Wispern von alten Künsten und gequälten Geistern.

Zum Hörbuch:

WHISPERS UNDERGROUND ist der 3. Teil der Reihe um Englands einzigen modernen Zauberlehrling/Polizisten, Constable Peter Grant. Das schöne Wortspiel des Originaltitels (‚underground‘ = Untergrund/U-Bahn) überträgt sich leider nur mühselig in den deutschen Titel, der mit der der Erwähnung der ‚Baker Street‘ außerdem auch falsche Erwartungen weckt. Natürlich: Baker Street war die Adresse des berühmten Meisterdetektivs Sherlock Holmes, und auch Peter Grant löst seine Fälle vor allem durch klassische Ermittlungen, Beobachtungen und Schlussfolgerungen. Und ein Teil der Geschichte spielt sich in der U-Bahnstation ‚Baker Street‘ ab. Aber das ist es dann auch schon. Wer eine Hommage an Sherlock Holmes erwartet, sitzt im falschen Dampfer.

Apropos falsche Erwartungen: Der Klappentext hebt die Rolle der FBI Agentin Reynolds hervor, und vor allem ihre religiösen Überzeugungen. Es stimmt – Reynolds ist praktizierende Christin und hat mit Magie so gar nichts am Hut. Aber das spielt in WHISPERS UNDERGROUND merkwürdigerweise keineswegs eine so große Rolle, wie man erwartet. Im Prinzip spielt die FBI-Ermittlerin an sich und überhaupt gar nicht die riesige Rolle. Ich empfand ihre Gegenwart in der Geschichte oft störend und teils unnötig. Entweder wollte/konnte Aaronovitch das eigentlich nette Konfliktpotenzial zwischen den Figuren und somit zwischen Religion und Magie gar nicht ausschlachten. Oder der Schreiber des Klappentextes hat ganz einfach den falschen Schwerpunkt hervorgehoben.

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Mein Beitrag zur ‚Buchsaiten Blogparade No.4‘

So, besser auf den letzten Drücker als gar nicht beteilige ich mich jetzt doch noch an der ‚Buchsaiten Blogparade No. 4‘. Auf die Art und Weise habe ich ich dann auch eine Art kleinen Rück- und Ausblick, zu dem ich sonst gar nicht mehr gekommen wäre. Danke an die @buchsaiten für die Idee und die Fragen!

* Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat? (und Begründung)

daughter of smoke and bonesDas war wohl DAUGHTER OF SMOKE AND BONE (Zwischen den Welten)von Laini Taylor.

Das Hörbuch war eine Twitter-Empfehlung, nachdem ich meine Timeline nach Fantasy gefragt hatte, die aber bitte mal nichts mit Vampiren zu tun haben sollte. Die Empfehlung hörte sich zwar gut an, aber mich machte das Label ‚YA‘ doch sehr skeptisch. Ist nicht so meins, obwohl ja viele auf Bücher für ‚junge Erwachsene‘ schwören. Ich erwartete nicht viel, was Sprache, Niveau und Inhalt anging.

Wie überwältigt war ich, als dieses so wundervoll erzählte, leidenschaftliche Hörbuch voller Phantasie und düsterer Romantik am Ende auf meiner Best-of-Liste 2012 landete! Eine echte Überraschung, und inzwischen habe ich auch schon den zweiten Band, DAYS OF BLOOD AND STARLIGHT verschlungen.

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Rezension: ‚Moon over Soho‘ von Ben Aaronovitch

Moon over SohoTitel: ‚Moon over Soho‘ (Peter Grant #2)

dt. Titel: ‚Schwarzer Mond über Soho‘

Autor: Ben Aaronovitch

Sprache: Englisch

Sprecher: Kobna Holdbrook-Smith

Format: Hörbuch-Download von audible.de für € 9,95 im Flexi-Abo

Anbieter: Orion Publishing Group Limited

Veröffentlicht: 2011

Länge: 10 Std 1 min

Eine kostenlose Hörprobe findet ihr HIER, auf der Produktseite von audible.

‚For a terrifying moment I thought he was going to hug me, but fortunately we both remembered we were English just in time. Still, it was a close call.‘

– Ben Aaronovitch, Moon over Soho

Inhaltsangabe (audible.de):

Constable Peter Grants Spezialgebiet ist die Magie, sein Vorgesetzter der letzte Magier Englands und er selbst – immer noch Zauberlehrling. Eine Tatsache, die eine Menge Latein-Paukerei und zerschmettertes Mobiliar mit sich bringt. Doch plötzlich sterben in den Jazzclubs Sohos, im Herzen Londons, verdächtig viele Musiker eines unerwarteten Todes. Als Peter dann noch zu der Leiche eines Jazzmusikers gerufen wird, die eine swingige Version von Body and Soul spielt, ist es klar – er ist mitten in seinem zweiten magischen Fall.

Zum Hörbuch:

Achtung! Kleine Spoiler für Band 1, ‚Rivers of London‘ (Die Flüsse von London)!!!

Jazz ist nicht mein Ding. Aber Constable Peter Grant ist mein Ding.  Das habe ich im ersten Band der Reihe, RIVERS OF LONDON, eindeutig festgestellt. Trotz Skepsis anhand des musikalischen Themas gebe ich MOON OVER SOHO also wild entschlossen und etwas nervös eine Chance.

Wieder gibt es einen wahnwitzigen Kriminalfall zu lösen. Das Dreamteam aus MOON OVER SOHO plagt sich diesmal sogar mit gleich zwei bizarren Mordserien. Neben den zentralen ‚Jazzmorden‘ gilt es nämlich weiterhin jene männermordende Bestie ausfindig zu machen, deren Werk wir unter dem Begriff ‚vagina dentata‘ schon am Ende von Teil 1 kennenlernen durften. (Hier sei direkt gesagt, dass man für MOON OVER SOHO weder verklemmt noch zimperlich oder gar konservativ veranlagt sein sollte. Von liebevoll durch den Kakao gezogenen sexuellen Orientierungen über ungehemmte Bettszenen bis hin zu verstümmelten Geschlechtsorganen ist alles drin, also bitte kommt mir nicht und behauptet, ich hätte euch nicht gewarnt!)

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Rezension: ‚Days of Blood and Starlight‘ (Daughter of Smoke and Bone #2)

Days of blood and starlightTitel: ‚Days of Blood and Starlight‘ (Daughter of Smoke and Bone #2)

(dt. Titel: ‚Days of Blood and Starlight: Zwischen den Welten‘, erscheint im September 2013)

Autorin: Laini Taylor

Sprache: Amerikanisch

Sprecherin: Khristine Hvam

Format: Audio-CDs

Länge: ca. 15 Std 23 min (ungekürzt)

Hörprobe

‚It wasn’t disgust she felt for Karou, not anymore; it was indignation. Incredulity. A man like Akiva crosses worlds to find you, infiltrates the enemy capital just to dance with you, bends heaven and hell to avenge your death, saves your comrade and kin from torture and death, and you send him off looking gut-punched, diminished, carved hollow?‘

Days of Blood and Starlight — Laini Taylor

Inhaltsangabe:

Nach den Ereignissen von DAUGHTER OF SMOKE AND BONE finden sich Karou und Akiva in zerrissenen Welten wieder: Beide gelten als Verräter in den eigenen Reihen, und nach dem Öffnen der Portale kämpfen Engel und Chimaera einen blutigen, gnadenlosen Krieg. Akiva ist verzweifelt, und Karou kann ihm nicht verzeihen, was er getan hat. Die Chimaera stehen kurz vor der Ausrottung – wäre da nicht Karou und alles, was sie von ihrem Ziehvater gelernt hat…

Hin- und hergerissen zwischen den Fronten und machtgierigen, zwielichtigen Herrschern auf beiden Seiten, müssen sich Akiva und Karou entscheiden: Vergeltung oder Vergebung?

Zum Hörbuch:

DAUGHTER OF SMOKE AND BONE hatte mich mit einem unheilvollen Cliffhanger zurückgelassen. Statt aber sofort Aufklärung zu schaffen, beginnt das Sequel mit einer eher komödiantischen Szene in Prag, wo Khristine Hvam die so herrlich von ihr gesprochene Zuzana auftrumpfen lässt. Es ist ein stimmungsvoller, munterer Einstieg, der trotzdem unterschwellig Endzeitstimmung und Gefahr vermittelt.

Auch danach gibt es keine lineare Wiederaufbereitung dessen, was in den 48 Stunden geschehen ist, die – so erfahren wir nebenbei – seit dem Ende von DAUGHTER OF SMOKE AND BONE vergangen sind. Häppchenweise, aus der Situation heraus, verflochten mit viel Reflektion und bruchstückartigen Erinnerungen der Hauptfiguren, können wir uns nur allmählich einen Reim auf das machen, was wir vorfinden. Was Karou’s Situation angeht, finde ich das etwas anstrengend. Mir wäre es lieber gewesen, nicht so viel Zeit mit dem Zusammensetzen von Puzzlestücken zu verbringen, und mich stattdessen emotional mehr auf Karou einlassen und sie verstehen zu können. Andererseits sorgt das anfängliche Rumrätseln für Spannung und eifriges Dauerhören, um mehr zu erfahren.

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Rezension: ‚Abgeschnitten‘ von Sebastian Fitzek und Michael Tsokos

AbgeschnittenTitel: ‚Abgeschnitten‘

Autoren: Sebastian Fitzek, Michael Tsokos

Sprache: Deutsch

Sprecher: Simon Jäger, David Nathan

Format: Hörbuch-Download von audible.de für € 9,95 im Flexi-Abo

Länge: 9 Std 47 min (ungekürzt)

Eine kostenlose Hörprobe findet ihr auf der Produktseite von audible.

Inhaltsangabe (von audible.de):

Rechtsmediziner Paul Herzfeld findet im Kopf einer monströs zugerichteten Leiche die Telefonnummer seiner Tochter. Hannah wurde verschleppt – und für Herzfeld beginnt eine perverse Schnitzeljagd. Denn der psychopathische Entführer hat eine weitere Leiche auf Helgoland mit Hinweisen präpariert. Herzfeld hat jedoch keine Chance, an die Informationen zu kommen. Die Hochseeinsel ist durch einen Orkan vom Festland abgeschnitten, die Bevölkerung bereits evakuiert. Unter den wenigen Menschen, die geblieben sind, ist die Comiczeichnerin Linda, die den Toten am Strand gefunden hat. Verzweifelt versucht Herzfeld sie zu überreden, die Obduktion nach seinen telefonischen Anweisungen durchzuführen. Doch Linda hat noch nie ein Skalpell berührt. Geschweige denn einen Menschen seziert…

Zum Hörbuch:

Um das direkt aus dem Weg zu kriegen: Fast hätte ich das Hörbuch abgebrochen. Das mache ich fast nie, suche ich meine ‚Hörlektüre‘ doch immer sorgsam aus. Außerdem bin ich der Meinung, dass man ein Buch oder Hörbuch nur wirklich beurteilen kann, wenn man es ganz gelesen hat. Was auch letztlich der Grund war, ‚Abgeschnitten‘ nicht empört an die Seite zu legen, sondern bis zum Schluss zu hören.

Warum hätte ich fast abgebrochen? Um hier nicht groß zu spoilern, muss ich das etwas vage ausdrücken. Es hat jedenfalls nichts mit den Obduktionsszenen zu tun. Da bin ich recht hart gesotten und medizinisch zu sehr interessiert. Als zart besaitet würde ich mich auch nicht bezeichnen. So schnell ekele ich mich nicht.

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