Auf den letzten Drücker: Indiebookday!

indiebookday

So, heute ist ja #Indiebookday! Der Tag, an dem auch ich vorhatte, in einen schönen Buchladen zu stürmen, zu stöbern, und mit mindestens einem Buch von einem unabhängigen Verlag wieder herauszukommen. Diese Aktion, ins Leben gerufen, um den lokalen Buchhandel als auch kleine Independent-Verlage zu unterstützen, finde ich richtig gut. Auch ich bestelle gerne schnell mal eben bei dem Online-Händler mit dem großen ‚A‘. Ihr wisst schon. Auch ich lese viele Bücher, die von den Bestseller-Tischen stammen und in der Regel von großen Verlagen herausgegeben werden.

Aber die Welt wäre so viel ärmer ohne die unabhängigen Verlage mit ihren besonderen Programmen und ihren großen kleinen Lese-Schätzen! Vielfalt geht nur, wenn man auch mal gegen den Strom schwimmt. Unabhängige Verlage tun das, mit Leidenschaft und Liebe. Und dass unsere Buchläden ‚um die Ecke‘ mit persönlicher Beratung, Gesprächen und dem sinnlichen Erlebnis des Rumstöberns unbedingt erhalten bleiben müssen, ist ja wohl keine Frage.

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Rezension: ‚Me before you‘ (‚Ein ganzes halbes Jahr‘) von Jojo Moyes

Me before youTitel: ‚Me before you‘HBCBadge_durchsichtig_ganzklein

(dt. Titel: ‚Ein ganzes halbes Jahr‘)

Autorin: Jojo Moyes

Sprache: Englisch

Sprecher: Jo Hall, Anna Bentinck, Steve Crossley, Alex Tregear, Owen Lindsay, Andrew Wincott

Anbieter: Whole Story Audiobooks

erschienen: 2012

Format: Hörbuch-Download von audible.de für € 9,95 im Flexi-Abo

Länge: 16 Std 37 min (ungekürzt)

Eine kostenlose Hörprobe findet ihr HIER, auf der Produktseite von audible.

Inhaltsangabe (amazon):

Lou & Will.

Louisa Clark weiß, dass nicht viele in ihrer Heimatstadt ihren etwas schrägen Modegeschmack teilen. Sie weiß, dass sie gerne in dem kleinen Café arbeitet und dass sie ihren Freund Patrick eigentlich nicht liebt. Sie weiß nicht, dass sie schon bald ihren Job verlieren wird – und wie tief das Loch ist, in das sie dann fällt. Will Traynor weiß, dass es nie wieder so sein wird wie vor dem Unfall. Und er weiß, dass er dieses neue Leben nicht führen will. Er weiß nicht, dass er schon bald Lou begegnen wird. Eine Frau und ein Mann. Eine Liebesgeschichte, anders als alle anderen. Die Liebesgeschichte von Lou und Will.

Zum Hörbuch:

Entschuldigung, aber erst mal muss ich mich fürchterlich über das Buchcover aufregen (und das gilt im selben Maße für das deutsche Buchcover, sowohl Print als Audio). Motiv, Farbgebung, Schrifttyp – alles schreit hier ‚chick lit‘ und ‚Kitschroman‘, und das ist leider Gottes völlig am Thema vorbei gegriffen. Ganz ehrlich: Die Verantwortlichen haben hier geschlafen und sorgen möglicherweise dafür, dass ME BEFORE YOU bei den falschen Lesern landet. Auch der Klappentext ist da wenig hilfreich und eher irreführend. Meine Güte, Leute!

Soviel dazu. *atmet tief durch*

Als ich das Hörbuch anfange, kommt mir die Geschichte ziemlich schnell erstmal ziemlich bekannt vor. Ein reicher Querschnittsgelähmter ohne Lebenslust. Eine junge Frau aus der Arbeiterklasse, die ohne den Schimmer einer Ahnung in den Job als Pflegerin hinein gerät. Hört sich das nicht an wie eine leicht veränderter Abklatsch von ZIEMLICH BESTE FREUNDE? Tatsächlich sind die Parallelen zu Beginn unerhört, und ich verziehe ein bisschen das Gesicht. Kommt da jetzt etwa eine ganz ähnliche Geschichte, nur dass sie in einer Romanze endet?

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Rezension: ‚Die Mars-Chroniken‘ von Ray Bradbury

Die Mars-ChronikenTitel: ‚Die Mars-Chroniken‘

(Originaltitel: ‚The Martian Chronicles‘

Autor: Ray Bradbury

Sprache: Deutsch (Originalsprache: Amerikanisch)

Sprecher: Rufus Beck

Format: Hörbuch-Download von audible.de für € 9,95 im Flexi-Abo

Anbieter: Diogenes Verlag

Veröffentlicht: 2008

Länge: 10 Std. 24 Min. (ungekürzt)

Eine kostenlose Hörprobe findet ihr auf der Produktseite von audible.

Inhaltsangabe (audible):

Im Januar 1999 beginnt die Kolonisation des Planeten Mars. Dort wachsen goldene Früchte an kristallenen Wänden, doch das Leben auf dem Mars ist demjenigen auf der Erde gar nicht so unähnlich…

Zum Hörbuch:

Science Fiction – das sind zur Zeit vor allem Endlosserien, Cyberpunk-Romane und die allseits beliebten Dystopien à la ‚Tribute von Panem‘. So war das nicht immer. Es gab eine Zeit, da ging es bei Science Fiction noch um den einfachen, kühnen Traum der Menschheit: In eine Rakete steigen, ins All fliegen und einen fernen Planeten erobern.

So auch bei Ray Bradbury. 1950 veröffentlichte er einen Kult-Klassiker: ‚Die Mars-Chroniken‘, eine Sammlung von Erzählungen über die Besiedelung des Planeten Mars durch die Menschen.

Wer wütende Aliens, Laserpistolen und STAR WARS-taugliche Raumkreuzer erwartet, ist bei den ‚Mars-Chroniken‘ fehl am Platz. Es gibt keine blutige Technologie-Schlacht in Bradbury’s Vision. Die Probleme mit den ‚Marsianern‘ und ihrem Planeten sind von ganz anderer Art.

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Rezension: ‚Léon und Louise‘ von Alex Capus

Leon und LouiseTitel: Léon und Louise

Autor: Alex Capus

Sprache: Deutsch

Format: Taschenbuch

Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag

erschienen: Juli 2012

Länge: 320 Seiten

Inhaltsangabe (amazon):

Zwei junge Menschen verlieben sich, aber der Krieg bringt sie auseinander: Das ist die Geschichte von Léon und Louise – die Geschichte einer großen Liebe, gelebt gegen die ganze Welt. Sie beginnt mit ihrer Begegnung im Ersten Weltkrieg in Frankreich an der Atlantikküste, doch dann trennt sie ein Fliegerangriff mit Gewalt. Sie halten einander für tot, Léon heiratet, Louise geht ihren eigenen Weg – bis sie sich 1928 zufällig in der Pariser Métro wiederbegegnen. Ein Paar, das gegen alle Konventionen an seiner Liebe festhält und ein eigensinniges, manchmal unerhört komisches Doppelleben führt.

Zum Buch:

Als ich LÉON UND LOUISE aufschlage, habe ich fast das Gefühl, einem alten Bekannten zu begegnen, so oft ist mir dieser Roman schon empfohlen worden. Vielleicht liegt es auch an dem Zeitrahmen, den Alex Capus‘ Geschichte umschließt: Vom ersten Weltkrieg bis fast zum Ende des letzten Jahrhunderts folgen wir der alles andere als unkomplizierten Liebes- und Lebensgeschichte dieses kuriosen Pärchens. Beim Lesen habe ich das Gefühl, bei meiner Großmutter auf dem Sofa zu sitzen und ihr – so wie ich das oft tat, als sie noch lebte – andächtig beim Erzählen ihrer Erinnerungen zu lauschen.

Natürlich, der Roman spielt nicht in Deutschland, sondern in Frankreich. Das hat einen besonderen Charme, und Capus (der gebürtige Schweizer), schafft es, der Geschichte selbst in ernsten Passagen ein luftiges Flair zu erhalten. Mit Leichtigkeit die Besetzung Paris‘ durch die Nazis zu schildern, das will gekonnt sein. Ohne den Ernst der Lage zu verharmlosen, schafft Capus den Spagat zwischen Humor, Tragödie und Abenteuer. Chapeau!

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Rezension: ‚Das Haus des Todes‘ (The Laughterhouse) von Paul Cleave

Das Haus des TodesTitel: ‚Das Haus des Todes‘

(Originaltitel: ‚The Laughterhouse‘)

Autor: Paul Cleave

Sprache: Deutsch

(Originalsprache: Englisch)

Sprecher: Martin Kessler

Anbieter: Random House Audio

veröffentlicht: 2012

Länge: 12 Std 19 min (ungekürzt)

Format: Hörbuch-Download von audible.de für € 9,95 im Flexi-Abo

Eine kostenlose Hörprobe findet ihr HIER, auf der Produktseite von audible.

Inhaltsangabe (audible):

Es ist Nacht über der Metropole Christchurch, Neuseeland. Caleb Cole verlässt sein Haus, steigt in den Wagen. Er macht sich an die Arbeit – es gibt viel zu tun. Caleb fühlt sich gut – er ist frisch geduscht, kein Blut klebt mehr an seinem Körper. Nun ist es Zeit, das Werk zu vollenden. Es soll eine lange Nacht werden – mit vielen Opfern. Caleb biegt in die Straße zum alten Schlachthaus. Hier wird er seine Gäste versammeln. Behutsam fasst er an sein Messer. Das Spiel beginnt.

Zum Hörbuch:

Meine Nerven! DAS HAUS DES TODES bewegt sich auf die 6. Hörstunde zu, und ich bin ein Wrack. Paul Cleave hat sein ganzes Können an seelischer Grausamkeit ausgepackt, und ich bin zugleich gebannt und entsetzt. Überlege sogar, ob ich es mit meiner persönlichen Ethik verantworten kann, jetzt weiter zu hören. Mache einen vollen Tag Pause und höre dann doch weiter. Zum Glück, denn die Geschichte nimmt eine unerwartete Wendung.

Aber mal ein Schritt zurück.

Paul Cleave knüpft mit DAS HAUS DES TODES nahtlos an seine Vorgänger an. Ein Mörder mit einer Mission treibt im dreckigen Christchurch sein Unwesen, auf seinen Fersen vertraute, ramponierte Gestalten. Wir begegnen Kommissar Schroder wieder und – diesmal als Hauptfigur – dem völlig abgewrackten Ex-Cop Theodor Tate. Ein alter Fall (den man kennt, wenn man ‚Die Totensammler‘ gelesen hat, aber nicht kennen muss) wird plötzlich wieder wichtig und führt zu neuen Leichen.

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Rezension: ‚Die Kunst des Feldspiels‘ von Chad Harbach

Die Kunst des FeldspielsTitel: ‚Die Kunst des Feldspiels‘

(Originaltitel: ‚The Art of Fielding‘)

Autor: Chad Harbach

Sprache: Deutsch (Originalsprache: Amerikanisch)

Format: Hardcover

Verlag: Dumont

erschienen: August 2012

“The doctor said a ball hit me. But I don’t remember batting.”

“You were in the dugout. Henry made a bad throw.”

“Henry did? Really? Are you sure?”

“Yes.”

“Well, it’s always the ones you least suspect.” Owen let his eyes fall shut. “I don’t remember anything at all. Was I reading?”

Affenlight nodded. “I warned you. It’s a dangerous pastime.”
― Chad Harbach, The Art of Fielding

Inhaltsangabe (amazon):

Der Gott des Spiels hat Henry Skrimshander ein Geschenk in die Wiege gelegt: Der schmächtige, unscheinbare Junge aus der Provinz ist das größte Baseball-Talent seit Jahrzehnten. Als er in die Mannschaft des Westish College aufgenommen wird, scheint sein Aufstieg in den Olymp vorprogrammiert. Monatelang macht er nicht einen Fehler. Doch dann geht ein Routinewurf auf fatale Weise daneben und die Schicksale von fünf Menschen werden untrennbar miteinander verknüpft.
Henry hat einen neuen Gegner: den Selbstzweifel. Sein Mentor Mike Schwartz macht die bittere Erfahrung, dass er Henry zuliebe sich selbst vergessen hat. Henrys schwuler Mitbewohner Owen muss sich von einem herben Schlag erholen. Rektor Affenlight lernt spät im Leben die wahre Liebe kennen und schlittert in eine gefährliche Affäre. Und seine Tochter Pella flieht vor ihrem Mann nach Westish um auf dem Campus mehr als nur Sex zu finden.
Während das dramatische Endspiel unerbittlich näher rückt, sind sie alle gezwungen, sich mit ihren tiefsten Wünschen und Abgründen auseinanderzusetzen. Am Ende wird einer von ihnen gleich zweimal bestattet, und die Leben der anderen werden nie mehr dieselben sein.

Zum Buch:

Baseball. Kann ich ja gar nicht mit. Obwohl ich’s wirklich versucht habe und die Grundregeln verstehe. Und dann einen ganzen Roman lesen, der sich um Baseball dreht? Obwohl die Kritiker sich förmlich überschlagen vor Lob? Ich weiß ja nicht.

Gottseidank weiß es mein Mann besser, der mir DIE KUNST DES FELDSPIELS unter den Weihnachtsbaum legt. Und so kommt es, dass ich zwischen Schneeschauern und Weihnachtsfeierei und diesmal auf Deutsch in einem wundervollen, wundervollen Buch versinke.

Man muss das schon können, eine 600 Seiten lange Geschichte zu schreiben, in der an und für sich gar nicht so viel passiert. Und in der trotzdem so viel passiert. Das geht nur, wenn man charismatische Charaktere ins Leben ruft und einen Schreibstil drauf hat, der die Seiten geradezu von selbst umblättert. Chad Harbach kann das.

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Rezension: ‚A Partial History of Lost Causes‘ von Jennifer Dubois

A Partial history of lost causesTitel: ‚A Partial History of Lost Causes‘

(dt. Titel: ‚Das Leben ist groß‘)

Autorin: Jennifer duBois

Sprache: Englisch

Sprecher: Stephen Hoye, Kathe Mazur

Anbieter: Random House Audio

HBCBadge_durchsichtig_ganzklein

erschienen: 2012

Format: Hörbuch-Download von audible.de für € 9,95 im Flexi-Abo

Länge: 16 Std 7 min (ungekürzt)

Eine kostenlose Hörprobe findet ihr auf der Produktseite von audible.

‚Games were pacified war. And no game was more overtly war-like than chess. But sometimes you needed violence to be real and losses to count. Sometimes you needed to defend something that really mattered, and not only because it symbolized something that mattered.‘

Jennifer duBois, A Partial History of Lost Causes

Inhaltsangabe (amazon):

Leningrad in den frühen 80er Jahren: Das Schachwunderkind Alexander Besetow gibt seine Ideale zugunsten des Luxus auf, den die Kommunisten ihm bieten. Cambridge, Massachusetts im Jahr 2006: Bei der jungen Dozentin Irina Ellison wird Chorea Huntington diagnostiziert – eine Krankheit, die schon ihrem Vater den Verstand geraubt hat. Vor seinem Tod hat er dem Schachweltmeister Alexander Besetow eine alles entscheidende Frage gestellt: Wie kann man weitermachen, wenn die Niederlage nicht abwendbar ist? Um die Antwort zu erhalten, reist Irina zu Alexander. Dieser hat sich ebenfalls einer aussichtslosen Sache verschrieben: Er tritt bei den Wahlen gegen den russischen Präsidenten an. Irina unterstützt ihn dabei und sucht mit ihm die lebenswichtige Antwort auf die Frage: Wie weiterleben, wenn die Niederlage unausweichlich ist?

Zum Hörbuch:

Manchmal hat man besondere Gründe, ein bestimmtes Buch zu lesen oder zu hören. Jemanden persönlich zu kennen, in dessen Familie die Erbkrankheit Chorea Huntington bereits Löcher gerissen hat, war in diesem Falle mein Grund. Selbst wenn man Betroffene persönlich kennt, ist es schwer, sich in ihre Gedankenwelt hinein zu versetzen. Wie geht man damit um, mit diesem Damokles-Schwert über dem Kopf? Was macht man mit einem Leben, das vermutlich früh und nicht schön enden wird?

Diese Frage stellt sich auch Irina, aber bevor wir ihr in A PARTIAL HISTORY OF LOST CAUSES überhaupt begegnen, lernen wir auf der anderen Seite des Globus, in Russland, erstmal Alexander kennen. Alexander, das junge Schachgenie. Alexander, der uns mitnimmt auf seine Reise durch das marode, koruppte Russland unter Vladimir Putin’s aufsteigendem Stern. Alexander, der vom Aushängeschild zum Dissidenten wird.

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‚Blogger schenken Lesefreude‘ – ich bin dabei!

Am 23.4. ist der ‚Welttag des Buches‘, und zu diesem Datum haben Christina von http://pudelmuetzes-buecherwelten.de/ und Dagmar alias http://geschichtenagentin.blogspot.de/ eine tolle Aktion ins Leben gerufen: ‚Blogger schenken Lesefreude‘. Da mache ich natürlich mit, und welches Buch ich verschenken werde, steht auch schon fest, wird aber noch nicht verraten. Da müsst ihr schon am 23.4. hier nachschauen. ;-)

Worum geht es?
Wir Buch-Blogger sind Botschafter in Sachen Lesefreude und deswegen ist der Welttag des Buches unser Tag! An diesem besonderen Feiertag wollen wir die Welt mit unserer Begeisterung für Bücher anstecken. Wir werden bloggen wie die Wilden und wir werden Bücher verschenken!

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Rezension: ‚Bring up the bodies‘ (‚Falken‘) von Hilary Mantel

Bring up the bodiesTitel: ‚Bring up the bodies‘

dt. Titel: ‚Falken‘, erscheint 25. Februar 2013

Autorin: Hilary Mantel

Sprache: Englisch

Sprecher: Simon Vance

Verlag: Whole Story Audiobooks

erschienen: 2012

Format: Hörbuch-Download von audible.de für € 9,95 im Flexi-Abo

Länge: 24 Std 26 min (ungekürzt)

Eine kostenlose Hörprobe findet ihr auf der Produktseite von audible.

“Your love of glory must conquer your will to survive; or why fight at all? Why not be a smith, a brewer, a wool merchant? Why are you in the contest, if not to win, and if not to win, then to die?”
― Hilary Mantel, Bring Up the Bodies

Kurzbeschreibung (amazon):

„Sieh meinen Sohn Thomas böse an, und er sticht dir ein Auge aus. Stell ihm ein Bein, und er schneidet es dir ab“, sagt sein Vater über den jungen Cromwell. 35 Jahre später hat Thomas Cromwell die bescheidenen Verhältnisse des Elternhauses hinter sich gelassen. Sein Aufstieg am Hofe von Henry VIII verläuft parallel mit dem von Anne Boleyn, Henrys zweiter Frau, deretwegen dieser mit Rom gebrochen und eine eigene Kirche gegründet hat. Doch Henrys Verhalten hat England ins Abseits manövriert, und Anne konnte ihm keinen Thronfolger gebären. In Wolf Hall verliebt sich der König in die stille Jane Seymour. Cromwell begreift, was auf dem Spiel steht: das Wohl der gesamten Nation. Im Versuch, die erotischen Fallstricke und das Gespinst der Intrigen zu entwirren, muss er eine „Wahrheit“ ans Licht bringen, die Henry befriedigen und seine eigene Karriere sichern wird. Doch weder Minister noch König gehen unbeschadet aus dem blutigen Drama um Annes letzte Tage hervor. Falken ist die kühne Vision einer Tudor-Gesellschaft, deren Schatten bis in unsere Zeit reicht. Und es ist das Werk einer großen Autorin auf der Höhe ihres Könnens.

Zum Hörbuch:

Wer in London den Tower besucht, bekommt bei der Führung interessante Häppchen erzählt: Von den Tudors und Thomas More. Vom Frauen verschleißenden König Henry VIII. Und steht vor dem Torbogen, unter dem hindurch die des Hochverrats angeklagte Anne Boleyn per Boot in den Tower gebracht wurde. Für mich nach einem London-Besuch Anlass, meine Kenntnisse in englischer Geschichte mal wieder auf Vordermann zu bringen – und zwar per historischem Roman.

Hilary Mantel’s BRING UP THE BODIES  ist bestens geeignet dafür. Es ist die Fortsetzung von WOLF HALL (‚Wölfe‘), das bereits sehr erfolgreich auch hierzulande in den Buchläden herumgereicht wird. Während sich WOLF HALL mit dem Aufstieg Anne Boleyn’s befasst, zeigt ‚Bring up the bodies‘ die erschreckende, systematische Demontage der Königsgattin, gewünscht vom König, inszeniert von Thomas Cromwell.

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Rezension: ‚Nullzeit‘ von Juli Zeh

NullzeitTitel: ‚Nullzeit‘

Autorin: Juli Zeh

Sprache: Deutsch

Verlag: Schöffling & Co.

erschienen: 1. August 2012

Format: Hardcover

Länge: 256 Seiten

Inhaltsangabe (amazon):

Eigentlich ist die Schauspielerin Jola mit ihrem Lebensgefährten Theo auf die Insel gekommen, um sich auf ihre nächste Rolle vorzubereiten. Als sie Sven kennenlernt, entwickelt sich aus einem harmlosen Flirt eine fatale Dreiecksbeziehung, die alle bisherigen Regeln außer Kraft setzt. Wahrheit und Lüge, Täter und Opfer tauschen die Plätze. Sven hat Deutschland verlassen und sich auf der Insel eine Existenz als Tauchlehrer aufgebaut. Keine Einmischung in fremde Probleme – das ist sein Lebensmotto. Jetzt muss Sven erleben, wie er vom Zeugen zum Mitschuldigen wird. Bis er endlich begreift, dass er nur Teil eines mörderischen Spiels ist, in dem er von Anfang an keine Chance hatte.

Zum Buch:

Ein Thriller, der mal nicht mit einem Mord anfängt, sondern offenbar auf einen hinausläuft. Das ist schon mal außergewöhnlich. Wir beginnen nicht mit einer Leiche. Noch nicht mal mit einer Rückblende. Stattdessen spüren wir schon auf den ersten Seiten, dass wir uns in einen Sog hinein begeben, an dessen Ende jemand sterben muss.

Was nur kurz nach Ferienlaune auf Lanzarote aussieht, wird schnell Unheil verkündend. Nicht nur muss Tauchlehrer Sven auf dem Flughafen ein äußerst exzentrisch wirkendes Paar abholen, bei dem unser sechster Sinn direkt Alarm schlägt. Auch die Atmosphäre birgt etwas Bedrohliches. Juli Zeh’s Lanzarote ist ein Paradies, das gleichzeitig schön und kalt wirkt. Die abweisende Kargheit der Lavalandschaft und das im Nirgendwo angesiedelte Feriendomizil verursachen trotz Sommertemperaturen leichte Gänsehaut.

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