Rezension: ‚A Partial History of Lost Causes‘ von Jennifer Dubois

A Partial history of lost causesTitel: ‚A Partial History of Lost Causes‘

(dt. Titel: ‚Das Leben ist groß‘)

Autorin: Jennifer duBois

Sprache: Englisch

Sprecher: Stephen Hoye, Kathe Mazur

Anbieter: Random House Audio

HBCBadge_durchsichtig_ganzklein

erschienen: 2012

Format: Hörbuch-Download von audible.de für € 9,95 im Flexi-Abo

Länge: 16 Std 7 min (ungekürzt)

Eine kostenlose Hörprobe findet ihr auf der Produktseite von audible.

‚Games were pacified war. And no game was more overtly war-like than chess. But sometimes you needed violence to be real and losses to count. Sometimes you needed to defend something that really mattered, and not only because it symbolized something that mattered.‘

Jennifer duBois, A Partial History of Lost Causes

Inhaltsangabe (amazon):

Leningrad in den frühen 80er Jahren: Das Schachwunderkind Alexander Besetow gibt seine Ideale zugunsten des Luxus auf, den die Kommunisten ihm bieten. Cambridge, Massachusetts im Jahr 2006: Bei der jungen Dozentin Irina Ellison wird Chorea Huntington diagnostiziert – eine Krankheit, die schon ihrem Vater den Verstand geraubt hat. Vor seinem Tod hat er dem Schachweltmeister Alexander Besetow eine alles entscheidende Frage gestellt: Wie kann man weitermachen, wenn die Niederlage nicht abwendbar ist? Um die Antwort zu erhalten, reist Irina zu Alexander. Dieser hat sich ebenfalls einer aussichtslosen Sache verschrieben: Er tritt bei den Wahlen gegen den russischen Präsidenten an. Irina unterstützt ihn dabei und sucht mit ihm die lebenswichtige Antwort auf die Frage: Wie weiterleben, wenn die Niederlage unausweichlich ist?

Zum Hörbuch:

Manchmal hat man besondere Gründe, ein bestimmtes Buch zu lesen oder zu hören. Jemanden persönlich zu kennen, in dessen Familie die Erbkrankheit Chorea Huntington bereits Löcher gerissen hat, war in diesem Falle mein Grund. Selbst wenn man Betroffene persönlich kennt, ist es schwer, sich in ihre Gedankenwelt hinein zu versetzen. Wie geht man damit um, mit diesem Damokles-Schwert über dem Kopf? Was macht man mit einem Leben, das vermutlich früh und nicht schön enden wird?

Diese Frage stellt sich auch Irina, aber bevor wir ihr in A PARTIAL HISTORY OF LOST CAUSES überhaupt begegnen, lernen wir auf der anderen Seite des Globus, in Russland, erstmal Alexander kennen. Alexander, das junge Schachgenie. Alexander, der uns mitnimmt auf seine Reise durch das marode, koruppte Russland unter Vladimir Putin’s aufsteigendem Stern. Alexander, der vom Aushängeschild zum Dissidenten wird.

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Rezension: ‚Bring up the bodies‘ (‚Falken‘) von Hilary Mantel

Bring up the bodiesTitel: ‚Bring up the bodies‘

dt. Titel: ‚Falken‘, erscheint 25. Februar 2013

Autorin: Hilary Mantel

Sprache: Englisch

Sprecher: Simon Vance

Verlag: Whole Story Audiobooks

erschienen: 2012

Format: Hörbuch-Download von audible.de für € 9,95 im Flexi-Abo

Länge: 24 Std 26 min (ungekürzt)

Eine kostenlose Hörprobe findet ihr auf der Produktseite von audible.

“Your love of glory must conquer your will to survive; or why fight at all? Why not be a smith, a brewer, a wool merchant? Why are you in the contest, if not to win, and if not to win, then to die?”
― Hilary Mantel, Bring Up the Bodies

Kurzbeschreibung (amazon):

„Sieh meinen Sohn Thomas böse an, und er sticht dir ein Auge aus. Stell ihm ein Bein, und er schneidet es dir ab“, sagt sein Vater über den jungen Cromwell. 35 Jahre später hat Thomas Cromwell die bescheidenen Verhältnisse des Elternhauses hinter sich gelassen. Sein Aufstieg am Hofe von Henry VIII verläuft parallel mit dem von Anne Boleyn, Henrys zweiter Frau, deretwegen dieser mit Rom gebrochen und eine eigene Kirche gegründet hat. Doch Henrys Verhalten hat England ins Abseits manövriert, und Anne konnte ihm keinen Thronfolger gebären. In Wolf Hall verliebt sich der König in die stille Jane Seymour. Cromwell begreift, was auf dem Spiel steht: das Wohl der gesamten Nation. Im Versuch, die erotischen Fallstricke und das Gespinst der Intrigen zu entwirren, muss er eine „Wahrheit“ ans Licht bringen, die Henry befriedigen und seine eigene Karriere sichern wird. Doch weder Minister noch König gehen unbeschadet aus dem blutigen Drama um Annes letzte Tage hervor. Falken ist die kühne Vision einer Tudor-Gesellschaft, deren Schatten bis in unsere Zeit reicht. Und es ist das Werk einer großen Autorin auf der Höhe ihres Könnens.

Zum Hörbuch:

Wer in London den Tower besucht, bekommt bei der Führung interessante Häppchen erzählt: Von den Tudors und Thomas More. Vom Frauen verschleißenden König Henry VIII. Und steht vor dem Torbogen, unter dem hindurch die des Hochverrats angeklagte Anne Boleyn per Boot in den Tower gebracht wurde. Für mich nach einem London-Besuch Anlass, meine Kenntnisse in englischer Geschichte mal wieder auf Vordermann zu bringen – und zwar per historischem Roman.

Hilary Mantel’s BRING UP THE BODIES  ist bestens geeignet dafür. Es ist die Fortsetzung von WOLF HALL (‚Wölfe‘), das bereits sehr erfolgreich auch hierzulande in den Buchläden herumgereicht wird. Während sich WOLF HALL mit dem Aufstieg Anne Boleyn’s befasst, zeigt ‚Bring up the bodies‘ die erschreckende, systematische Demontage der Königsgattin, gewünscht vom König, inszeniert von Thomas Cromwell.

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Rezension: ‚Wassermanns Zorn‘ von Andreas Winkelmann

Wassermanns Zorn

Titel: ‚Wassermanns Zorn‘

Autor: Andreas Winkelmann

Sprache: Deutsch

Sprecher: Simon Jäger

Verlag: argon hörbuch

HBCBadge_durchsichtig_ganzkleinFormat: CD

Länge: 6 CDs, insgesamt ca. 6 Std. 46 min

Inhaltsangabe (argon):

In dunklen Gewässern lauert das Grauen …Eingekeilt zwischen Baumwurzeln und Treibgut liegt im seichten Teil des Sees eine Frauenleiche – ertränkt. Gleich an ihrem ersten Tag im Morddezernat muss sich Manuela Sperling mit dieser toten Prostituierten und einer irritierenden Spurenlage befassen: Das Wasser in der Lunge des Mordopfers stammt nicht aus dem See, und auf dem Bauch der toten Frau prangt eine grausige Botschaft – ausgerechnet an Manuelas Chef, Kriminalhauptkommissar Eric Stiffler. Bald steht Manuela mit ihrem Eifer im Präsidium allein da, nur Kollege Peter Nielsen ist auf ihrer Seite. Da ertrinkt erneut eine junge Frau im See, direkt vor Manuelas Augen. Und ihr Chef dreht durch …

Zum Hörbuch:

Völlig ahnungslos lasse ich mich in dieses Hörbuch plumpsen. Auf der Frankfurter Buchmesse hatten mich der Titel gelockt und die Tatsache, dass es sich um einen deutschen Thriller handelt, dessen Autor ich nicht kannte, dafür aber den Sprecher: Simon Jäger.

Es zeigt sich rasch, dass der Spontankauf nicht verkehrt war. Alle Zutaten für einen gut funktionierenden, spannenden und unterhaltsamen Thriller kommen zügig auf den Tisch: Es gibt eine Leiche, einen unheimlichen Mörder sowie ein Ensemble an Polizisten und in den Fall hinein gerutschter Unbeteiligter, die keine Langeweile aufkommen lassen.

Hörbuch-Challenge 2013: hören – genießen – rezensieren

HBCBadge_durchsichtig_ganzkleinDas kann einem Hörbuch-Junkie wie mir ja nur gerade recht kommen: Die liebe Karla von buchkolummne veranstaltet in diesem Jahr erstmals eine Hörbuch-Challenge!

Ich bin ja immer neidisch auf die ganzen Bücher-Challenger. Weil ich so wenig dazu komme, mich hinzusetzen und ein Buch zu lesen, greife ich meist zur Hörbuchversion. Besser beim Rumrennen hören als gar nicht lesen, oder?

Was als Notlösung begonnen hat, ist mittlerweile zur großen Liebe geworden: Hörbücher, so habe ich begriffen, sind nicht minderwertig gegenüber ‚echten‘ Büchern, sondern – ganz im Gegenteil – hohe Kunst! Die Sprecher brauchen Talent, Durchhaltevermögen und das ‚gewisse Etwas‘, um aus einem Hörbuch echtes Kopfkino zu machen. Außerdem helfen englische Hörbücher bestens dabei, meine Sprachkenntnisse auf Trab zu halten!

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Rezension: ‚Whispers Underground‘ von Ben Aaronovitch

Titel: ‚Whispers Underground‘

(dt. Titel: ‚Ein Wispern unter Baker Street‘, erscheint im Mai/Juni 2013)

Autor: Ben Aaronovitch

Sprache: Englisch

Sprecher: Kobna Holdbrook-Smith

Format: Hörbuch-Download von audible.de für € 9,95 im Flexi-Abo

Eine kostenlose Hörprobe findet ihr HIER, auf der Produktseite von audible.

“My dad was a fairy,“ said Zach. „And by that I don’t mean he dressed well and enjoyed musical theatre.”
― Ben Aaronovitch, Whispers Underground

Inhaltsangabe (amazon):

Eine unbekannte Person wird im U-Bahn-Tunnel nahe der Station Baker Street tot aufgefunden – erstochen, und es deuten unübersehbare Anzeichen auf die Anwesenheit von Magie hin. Ein Fall für Peter, keine Frage. Der unbekannte Tote stellt sich als amerikanischer Kunststudent und Sohn eines US-Senators heraus, und ehe man noch „“internationale Verwicklungen““ sagen kann, hat Peter bereits die FBI-Agentin Kimberley Reynolds mitsamt ihren felsenfesten religiösen Überzeugungen am Hals. Dabei gestalten sich seine Ermittlungen auch so schon gruselig genug, denn tief in Londons Untergrund, in vergessenen Flüssen und viktorianischen Abwasserkanälen, hört er ein Wispern von alten Künsten und gequälten Geistern.

Zum Hörbuch:

WHISPERS UNDERGROUND ist der 3. Teil der Reihe um Englands einzigen modernen Zauberlehrling/Polizisten, Constable Peter Grant. Das schöne Wortspiel des Originaltitels (‚underground‘ = Untergrund/U-Bahn) überträgt sich leider nur mühselig in den deutschen Titel, der mit der der Erwähnung der ‚Baker Street‘ außerdem auch falsche Erwartungen weckt. Natürlich: Baker Street war die Adresse des berühmten Meisterdetektivs Sherlock Holmes, und auch Peter Grant löst seine Fälle vor allem durch klassische Ermittlungen, Beobachtungen und Schlussfolgerungen. Und ein Teil der Geschichte spielt sich in der U-Bahnstation ‚Baker Street‘ ab. Aber das ist es dann auch schon. Wer eine Hommage an Sherlock Holmes erwartet, sitzt im falschen Dampfer.

Apropos falsche Erwartungen: Der Klappentext hebt die Rolle der FBI Agentin Reynolds hervor, und vor allem ihre religiösen Überzeugungen. Es stimmt – Reynolds ist praktizierende Christin und hat mit Magie so gar nichts am Hut. Aber das spielt in WHISPERS UNDERGROUND merkwürdigerweise keineswegs eine so große Rolle, wie man erwartet. Im Prinzip spielt die FBI-Ermittlerin an sich und überhaupt gar nicht die riesige Rolle. Ich empfand ihre Gegenwart in der Geschichte oft störend und teils unnötig. Entweder wollte/konnte Aaronovitch das eigentlich nette Konfliktpotenzial zwischen den Figuren und somit zwischen Religion und Magie gar nicht ausschlachten. Oder der Schreiber des Klappentextes hat ganz einfach den falschen Schwerpunkt hervorgehoben.

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Rezension: ‚Moon over Soho‘ von Ben Aaronovitch

Moon over SohoTitel: ‚Moon over Soho‘ (Peter Grant #2)

dt. Titel: ‚Schwarzer Mond über Soho‘

Autor: Ben Aaronovitch

Sprache: Englisch

Sprecher: Kobna Holdbrook-Smith

Format: Hörbuch-Download von audible.de für € 9,95 im Flexi-Abo

Anbieter: Orion Publishing Group Limited

Veröffentlicht: 2011

Länge: 10 Std 1 min

Eine kostenlose Hörprobe findet ihr HIER, auf der Produktseite von audible.

‚For a terrifying moment I thought he was going to hug me, but fortunately we both remembered we were English just in time. Still, it was a close call.‘

– Ben Aaronovitch, Moon over Soho

Inhaltsangabe (audible.de):

Constable Peter Grants Spezialgebiet ist die Magie, sein Vorgesetzter der letzte Magier Englands und er selbst – immer noch Zauberlehrling. Eine Tatsache, die eine Menge Latein-Paukerei und zerschmettertes Mobiliar mit sich bringt. Doch plötzlich sterben in den Jazzclubs Sohos, im Herzen Londons, verdächtig viele Musiker eines unerwarteten Todes. Als Peter dann noch zu der Leiche eines Jazzmusikers gerufen wird, die eine swingige Version von Body and Soul spielt, ist es klar – er ist mitten in seinem zweiten magischen Fall.

Zum Hörbuch:

Achtung! Kleine Spoiler für Band 1, ‚Rivers of London‘ (Die Flüsse von London)!!!

Jazz ist nicht mein Ding. Aber Constable Peter Grant ist mein Ding.  Das habe ich im ersten Band der Reihe, RIVERS OF LONDON, eindeutig festgestellt. Trotz Skepsis anhand des musikalischen Themas gebe ich MOON OVER SOHO also wild entschlossen und etwas nervös eine Chance.

Wieder gibt es einen wahnwitzigen Kriminalfall zu lösen. Das Dreamteam aus MOON OVER SOHO plagt sich diesmal sogar mit gleich zwei bizarren Mordserien. Neben den zentralen ‚Jazzmorden‘ gilt es nämlich weiterhin jene männermordende Bestie ausfindig zu machen, deren Werk wir unter dem Begriff ‚vagina dentata‘ schon am Ende von Teil 1 kennenlernen durften. (Hier sei direkt gesagt, dass man für MOON OVER SOHO weder verklemmt noch zimperlich oder gar konservativ veranlagt sein sollte. Von liebevoll durch den Kakao gezogenen sexuellen Orientierungen über ungehemmte Bettszenen bis hin zu verstümmelten Geschlechtsorganen ist alles drin, also bitte kommt mir nicht und behauptet, ich hätte euch nicht gewarnt!)

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Rezension: ‚Days of Blood and Starlight‘ (Daughter of Smoke and Bone #2)

Days of blood and starlightTitel: ‚Days of Blood and Starlight‘ (Daughter of Smoke and Bone #2)

(dt. Titel: ‚Days of Blood and Starlight: Zwischen den Welten‘, erscheint im September 2013)

Autorin: Laini Taylor

Sprache: Amerikanisch

Sprecherin: Khristine Hvam

Format: Audio-CDs

Länge: ca. 15 Std 23 min (ungekürzt)

Hörprobe

‚It wasn’t disgust she felt for Karou, not anymore; it was indignation. Incredulity. A man like Akiva crosses worlds to find you, infiltrates the enemy capital just to dance with you, bends heaven and hell to avenge your death, saves your comrade and kin from torture and death, and you send him off looking gut-punched, diminished, carved hollow?‘

Days of Blood and Starlight — Laini Taylor

Inhaltsangabe:

Nach den Ereignissen von DAUGHTER OF SMOKE AND BONE finden sich Karou und Akiva in zerrissenen Welten wieder: Beide gelten als Verräter in den eigenen Reihen, und nach dem Öffnen der Portale kämpfen Engel und Chimaera einen blutigen, gnadenlosen Krieg. Akiva ist verzweifelt, und Karou kann ihm nicht verzeihen, was er getan hat. Die Chimaera stehen kurz vor der Ausrottung – wäre da nicht Karou und alles, was sie von ihrem Ziehvater gelernt hat…

Hin- und hergerissen zwischen den Fronten und machtgierigen, zwielichtigen Herrschern auf beiden Seiten, müssen sich Akiva und Karou entscheiden: Vergeltung oder Vergebung?

Zum Hörbuch:

DAUGHTER OF SMOKE AND BONE hatte mich mit einem unheilvollen Cliffhanger zurückgelassen. Statt aber sofort Aufklärung zu schaffen, beginnt das Sequel mit einer eher komödiantischen Szene in Prag, wo Khristine Hvam die so herrlich von ihr gesprochene Zuzana auftrumpfen lässt. Es ist ein stimmungsvoller, munterer Einstieg, der trotzdem unterschwellig Endzeitstimmung und Gefahr vermittelt.

Auch danach gibt es keine lineare Wiederaufbereitung dessen, was in den 48 Stunden geschehen ist, die – so erfahren wir nebenbei – seit dem Ende von DAUGHTER OF SMOKE AND BONE vergangen sind. Häppchenweise, aus der Situation heraus, verflochten mit viel Reflektion und bruchstückartigen Erinnerungen der Hauptfiguren, können wir uns nur allmählich einen Reim auf das machen, was wir vorfinden. Was Karou’s Situation angeht, finde ich das etwas anstrengend. Mir wäre es lieber gewesen, nicht so viel Zeit mit dem Zusammensetzen von Puzzlestücken zu verbringen, und mich stattdessen emotional mehr auf Karou einlassen und sie verstehen zu können. Andererseits sorgt das anfängliche Rumrätseln für Spannung und eifriges Dauerhören, um mehr zu erfahren.

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Rezension: ‚Abgeschnitten‘ von Sebastian Fitzek und Michael Tsokos

AbgeschnittenTitel: ‚Abgeschnitten‘

Autoren: Sebastian Fitzek, Michael Tsokos

Sprache: Deutsch

Sprecher: Simon Jäger, David Nathan

Format: Hörbuch-Download von audible.de für € 9,95 im Flexi-Abo

Länge: 9 Std 47 min (ungekürzt)

Eine kostenlose Hörprobe findet ihr auf der Produktseite von audible.

Inhaltsangabe (von audible.de):

Rechtsmediziner Paul Herzfeld findet im Kopf einer monströs zugerichteten Leiche die Telefonnummer seiner Tochter. Hannah wurde verschleppt – und für Herzfeld beginnt eine perverse Schnitzeljagd. Denn der psychopathische Entführer hat eine weitere Leiche auf Helgoland mit Hinweisen präpariert. Herzfeld hat jedoch keine Chance, an die Informationen zu kommen. Die Hochseeinsel ist durch einen Orkan vom Festland abgeschnitten, die Bevölkerung bereits evakuiert. Unter den wenigen Menschen, die geblieben sind, ist die Comiczeichnerin Linda, die den Toten am Strand gefunden hat. Verzweifelt versucht Herzfeld sie zu überreden, die Obduktion nach seinen telefonischen Anweisungen durchzuführen. Doch Linda hat noch nie ein Skalpell berührt. Geschweige denn einen Menschen seziert…

Zum Hörbuch:

Um das direkt aus dem Weg zu kriegen: Fast hätte ich das Hörbuch abgebrochen. Das mache ich fast nie, suche ich meine ‚Hörlektüre‘ doch immer sorgsam aus. Außerdem bin ich der Meinung, dass man ein Buch oder Hörbuch nur wirklich beurteilen kann, wenn man es ganz gelesen hat. Was auch letztlich der Grund war, ‚Abgeschnitten‘ nicht empört an die Seite zu legen, sondern bis zum Schluss zu hören.

Warum hätte ich fast abgebrochen? Um hier nicht groß zu spoilern, muss ich das etwas vage ausdrücken. Es hat jedenfalls nichts mit den Obduktionsszenen zu tun. Da bin ich recht hart gesotten und medizinisch zu sehr interessiert. Als zart besaitet würde ich mich auch nicht bezeichnen. So schnell ekele ich mich nicht.

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Rezension: ‚Zorn – Vom Lieben und Sterben‘ von Stephan Ludwig

Titel: ‚Zorn – Vom Lieben und Sterben‘

Autor: Stephan Ludwig

Sprache: Deutsch

Sprecher: David Nathan

Format: Hörbuch-Download von audible.de für € 9,95 im Flexi-Abo

Länge: 7 Std 33 min (gekürzt)

Hörprobe

Inhaltsangabe (audible):

Hauptkommissar Claudius Zorn ist frustriert – es ist Sommer, es ist heiß und er bekommt zwei Mordfälle in einer Woche auf den Tisch. Da war ihm die Einbruchserie in der Kleingartenanlage wesentlich lieber. Die war schnell geklärt: Eine Clique Jugendlicher wollte sich die Zeit vertreiben. Merkwürdig nur, dass beide Mordopfer genau dieser Clique angehörten. Zorn und seinem Kollegen Schröder ist schnell klar, dass hier jemand seine Opfer ganz genau auswählt, sie vielleicht sogar kennt. Als die beiden Komissare endlich eine vage Spur haben, ist die Zeit bis zum nächsten Mord bereits abgelaufen. Und Zorn kann sich einfach keinen Reim darauf machen, weshalb Schröder sich plötzlich so merkwürdig verhält…

Zum Hörbuch:

Nach Ludwigs frisch-frechem Erstling ZORN – TOD UND REGEN war meine Aufregung groß, ob er mit Zorns zweitem Fall die hohen Erwartungen würde erfüllen können. Mit Claudius Zorn und dem immer noch vornamenlosen, neuerdings nicht mehr so dicken Schröder hat Ludwig immerhin ein skurilles Team geschaffen, wie man es sonst eher im Münsteraner Tatort oder bei Jussi Adler-Olsen antrifft. Hartes Thriller-Material vereint mit Slapstick – ob das auch in der zweiten Auflage so gut funktioniert?

Tut es. Und zwar, weil Ludwig nicht einfach nur einen Neuaufguss des ersten Auftritts von Zorn und Schröder abliefert, sondern eine unerwartete Variation hinein bringt. Dazu später mehr.

Der Anfang ist klassisch: Wir werden mit einer Szene des Grauens geködert. In diesem Fall ist es leiser, angedeuteter Horror, der sich anschleicht, bis sich einem jedes einzelne Körperhaar sträubt. War es in TOD UND REGEN blutige Brutalität, ist es in VOM LIEBEN UND STERBEN eine verstümmelte Seele, die uns in die Geschichte zieht. In der Hörbuchversion liest David Nathan diese Szene mit seiner leisen, unheilvollen Stephen King-Stimme und überzeugt mich direkt schon mal davon, dass ich das richtige Format gewählt habe. Stilles Grauen.

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Rezension: ‚Der Gefangene des Himmels‘ von Carlos Ruiz Zafón

Titel: ‚Der Gefangene des Himmels‘

Originaltitel: ‚El prisionero del cielo‘

Autor: Carlos Ruiz Zafón

Sprache: Deutsch

Originalsprache: Spanisch

Format: Hörbuch-CD-Box

Länge: 7 Std 27 min (ungekürzt)

Beschreibung (amazon):
Barcelona, Weihnachten 1957. Der Buchhändler Daniel Sempere und sein Freund Fermín finden sich erneut in ein großes Abenteuer hineingezogen. In der Fortführung seiner Welterfolge nimmt Carlos Ruiz Zafón den Leser mit auf eine fesselnde Reise in sein Barcelona. Unheimlich und spannend, mit unglaublicher Sogkraft und viel Humor schildert der Roman die Geschichte von Fermín, der »von den Toten wiederkehrte und den Schlüssel zur Zukunft besitzt«. Seine Lebensgeschichte verknüpft den „Schatten des Windes“ mit dem „Spiel des Engels“ in ein meisterliches Vexierspiel, das die Leser rund um die Welt seit „Schatten des Windes“ in seinem Bann hält.

Zum Hörbuch:

Eindrucksvoll hat mich DER GEFANGENE DES HIMMELS wieder einmal gelehrt, dass man eine Buchreihe niemals mittendrin anfangen sollte. Und schon gar nicht, wenn es sich um ein solch komplexes literarisches Geflecht handelt wie bei Zafón’s ‚Friedhof der vergessenen Bücher‘-Reihe.

Lange nicht mehr habe ich mich beim Hören so orientierungslos und abgeschnitten von der Geschichte und den Charakteren gefühlt wie hier. Und das liegt mit sehr großer Gewissheit daran, dass mir der komplette Hintergrund aus den Vorgängern fehlt. Die Figuren wirken merkwürdig bodenlos, und die ganze Zeit merke ich, wie mir wichtige Informationen und Erfahrungen mit den Charakteren an jeder Ecke fehlen.

Dabei ist der Beginn an und für sich verheißungsvoll. Barcelona, kurz vor Weihnachten. Ein Buchladen, in dem Vater und Sohn sich nach Kundschaft sehnen. Der geheimnisumwoben wirkende Assistent Fermín. Und natürlich der düstere Fremde, der den Laden betritt und Fermín eine teure Ausgabe Dumas‘  ‚Der Graf von Monte Christo‘ mit einer mysteriösen Botschaft zukommen lässt.

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