Neue Hörbücher im März 2022

Bis Ende letzten Jahres habe ich euch jeden Monat meine englischen Hörbuchtipps im Audible Magazin vorgestellt. Für das Magazin schreibe ich immer noch, gerne und häufig (hier geht’s zu meinen Artikeln). Aber meine monatlichen Hör-Tipps gibt es jetzt direkt hier auf dem Blog – in etwas anderer Form: Neben englischen Hörbüchern und Hörspielen werden auch deutsche Hörtipps und Podcasts dabei sein, und meine Empfehlungen werden noch etwas „persönlicher“ und noch mehr von meinem eigenen Hörgeschmack geprägt sein. Ich hoffe, das neue Feature gefällt euch! Lasst mich in den Kommentaren doch mal wissen, wie ihr es findet, und ob sich die Mühe jeden Monat lohnt.

Hier sind meine handverlesenen Tipps für den Monat März 2022:

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„Vom Zauber einer verwehenden Sprache“ – Deutsche Gedichte und Balladen

Titel: Vom Zauber einer verwehenden Sprache: Deutsche Gedichte und Balladen
Autor:innen: Heinrich Heine, Friedrich Schiller, Theodor Fontane, Rainer Maria Rilke, Johann Wolfgang von Goethe u.v.m.
Format: Hörbuch-CD, Lesung mit Musik, Live-Mitschnitt
Sprecher: Ulrich Tukur, Christian Redel
Klavier: Olena Kushpler
Verlag: Random House Audio
erschienen: 08.03.2022
Spieldauer: 1 Std. 17 Min.

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„Und auf Erden Stille“ – Staffel 2 von Folgenreich

Titel: Und auf Erden Stille, Staffel 2
Buch + Regie: Balthasar von Weymarn
Format: Hörspiel
Sprecher:innen: Vera Teltz, Sarah Alles, Oliver Stritzel, Detlef Bierstedt, Uve Teschner u.v.m.
Verlag: Folgenreich
veröffentlicht: 25.3.2022
Spieldauer: 4 CD’s, ca. 275 Minuten

Es ist schon etwas bekümmernd, dass ich Staffel 1 dieses dystopischen Hörspiels 2020, zu Beginn der Pandemie gehört habe, in der Erwartung, dass sich das Endzeitgefühl in unserer realen Welt bis zur 2. Staffel in Luft aufgelöst haben würde. Und jetzt ist 2022, und die 2. Staffel ist raus, und wir sitzen immer noch in einer Pandemie? Nun ja.

Der Freude über die 2. Staffel tut das keinen Abbruch! Vielleicht sogar im Gegenteil. Nach zwei beängstigenden, anstrengenden Jahren mit viel Verzicht kann man die Ermüdung und den Frust der Figuren in „Und auf Erden Stille“ zumindest ansatzweise nachvollziehen.

Rhiannon, die junge Hauptfigur, ist jedenfalls immer noch unterwegs, um noch mehr über die Ursachen der Hyperakusis und vor allem des Adams-Virus herauszufinden und hoffentlich mit den Erkenntnissen – und am besten einem Gegenmittel – zu ihrer Kolonie, Novis, zurückzukehren.

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„Jenseits von Eden“ (Hörspiel) nach John Steinbeck

Titel: Jenseits von Eden
Autor: John Steinbeck
Format: Hörspiel,
Bearbeitung u. Regie: Christiane Ohaus
Musik: Stephanie Nilles
Produktion: Norddeutscher Rundfunk 2021
Verlag: der Hörverlag
erschienen: 27.09.2021
Länge: 8 CDs, Laufzeit: 9:07 Std.

Meine Oma war ein glühender James Dean Fan. Und so kam es, dass ich bereits als Kind mit ihr auf dem Sofa saß und die alten schwarz-weiß-Filme guckte und als Teenager mein Zimmer mit „Denn sie wissen nicht was sie tun“-Postern zupflasterte. „Jenseits von Eden“ natürlich auch. Die Geschichte des ungeliebten Cal, der verzweifelt versucht, sich die Liebe seines Vaters zu verdienen, brannte sich unter meine Haut.

Darauf folgte erst meine Liebe zu den Romanen von John Steinbeck. „Wonniger Donnerstag“ ist bis heute einer meiner Lieblinge, „Von Mäusen und Menschen“ zerriss mich in Stücke, „Früchte des Zorns“ war Uni-Lektüre, und „Jenseits von Eden“ las ich irgendwann zwischendurch auch mal, überrascht, wie wenig daraus der Film doch abdeckt.

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„Lancelot“ von Giles Kristian

Titel: Lancelot
Autor: Giles Kristian
übersetzt von: Julian Haefs
Verlag: Heyne
erschienen: 10.01.2022
Länge: 832 Seiten

Das englische Hörbuch, gelesen von Philip Stevens, gibt es bei audible.de, und zwar HIER.

Zum Buch:

Den meisten von uns sind auf irgendeine Weise schon mal die verschiedenen Figuren der Artus-Sage über den Weg gelaufen, ob in Kinofilmen, TV-Serien oder Büchern. König Arthur, der Zauberer Merlin und das berühmte Schwert „Excalibur“ sind uns ein Begriff, und auch wenn wir die genaue Geschichte der vielfach neu erzählten Legende nicht so genau kennen: Wir wissen, es geht um Ritter, um Mut und um Ehre.

Für einen der Ritter von Arthur’s Tafelrunde war das mit der Ehre allerdings so eine Sache. Der Sage nach war er unsterblich in Arthur’s Frau, Guinevere, verliebt, und dieser Betrug läutete nicht nur das Ende der Tafelrunde ein, sondern vereitelte auch die Suche nach dem Heiligen Gral. Dieser Ritter hieß Lancelot.

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Meine Top Flops 2021: Bücher, die mich enttäuscht haben

Da ich mir die Bücher, die ich lese oder höre, sorgfältig aussuche, kommt es selten vor, dass Titel dabei sind, die ich wirklich grottenmäßig finde. Und wenn, bin ich inzwischen auch souverän genug, solche Bücher abzubrechen. Das konnte ich früher nicht; ich habe jedem Buch bis zuletzt die Chance gegeben, mich doch noch zu überzeugen. Aber ich habe gelernt, dass das Leben zu kurz und meine Lesezeit zu kostbar ist für Bücher, die ich nicht mag, und ich quäle mich meistens nicht mehr durch schlechte Lektüre durch.

Dennoch waren auch dieses Jahr vier Titel dabei, die mich enttäuscht haben bis zum bitteren Ende. Zwei davon sind die Fortsetzungen von Serien, die ich mal geliebt habe. Das kommt leider immer mal vor: Dass ich eine Buchreihe noch weiterlese, obwohl sie ihren Zenit überschritten hat, weil mein Herz an den lieb gewonnenen Figuren hängt und ich einfach wissen musste, wie es ausgeht. Da bin ich leider viel zu loyal und kann schlecht loslassen.

Die anderen zwei waren eine schlechte Fortsetzung von etwas, das mal ganz stark angefangen hat, sowie eine Romance, die am Versuch, es ernst zu meinen, gescheitert ist. Und weil das hier harte Kritik ist, habe ich viel zu jedem Buch geschrieben und meine Meinung gut zu begründen versucht. Letztendlich ist und bleibt es Geschmackssache, ob ein Buch die eigenen Erwartungen erfüllt oder nicht. Diese hier haben bei mir den falschen Nerv getroffen oder mich – genau im Gegenteil – einfach nicht berüht.

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Top 10: Meine Lieblingsbücher und -hörbücher 2021

Das Jahr ist so gut wie rum, und was war ich froh, dabei Bücher und Hörbücher an meiner Seite zu haben! Physisch bin ich pandemiebedingt kaum aus meinem Dorf rausgekommen – aber Romane, Hörbücher, Hörspiele und Comics haben mich an ferne Orte entführt und mit mir andere Sprachen gesprochen. Sie haben Ablenkung und Unterhaltung geboten und Farbe in den Alltag zwischen Office und Home Office gebracht. Ohne Bücher hätte ich das nicht ausgehalten!

Hier sind sie also, meine 10 Lieblinge aus dem Jahr 2021, und zwar in aufsteigender Reihenfolge:

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„Die Romanfabrik von Paris“ von Dirk Husemann

Titel: Die Romanfabrik von Paris

Autor: Dirk Husemann

Format: eBook

Verlag: Lübbe

erschienen: 30.10.2020

Seitenanzahl der Printausgabe: 480 Seiten

Inhaltsangabe:

Paris, 1850. Anna Dorn, eine in finanziellen und gesellschaftlichen Ruin geratene deutsche Gräfin, verdient sich ihr Geld in Paris als Hauslehrerin. Ein weiteres Anliegen von ihr: Die weitere Veröffentlichung von Alexandre Dumas‘ erfolgreichen Fortsetzungsromanen zu verhindern – Annas Meinung nach nichts als Schund. Der berühmte Autor Dumas hat aber gerade ganz andere Probleme: Er steckt bis zum Hals in Schulden und macht sich auf die Jagd nach einem mysteriösen Amulett mit dessen Verkauf er seine Geldsorgen erstmal los wäre. Hinter dem Amulett ist außer ihm noch ein Magnetiseur und Scharlatan her, der nichts Gutes im Schilde führt, und mit dem auch Anna noch eine Rechnung offen hat.

Zum Buch:

Ihr kennt mich: Wenn ein Buch auch nur irgendwie mit Alexandre Dumas, dem Vater meiner geliebten Musketiere, zu tun hat, werde ich hellhörig. Als eine Twitter-Freundin dieses Buch für einen Buddy-Read vorschlug, war ich sofort dabei. Ich meine: Dumas, der Autor, diesmal als Romanfigur vor dem biografischem Hintergrund seiner erfolgreichsten Jahre, als Teil einer Abenteuergeschichte – wie hätte ich da nein sagen können? Sacrebleu! Ich hing am Haken.

Und es hat sich gelohnt.

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„Die Überlebenden“ von Alex Schulman

Titel: Die Überlebenden

Autor: Alex Schulman

übersetzt von: Hanna Granz

Format: Hardcover

Verlag: dtv

erschienen: 20.08.2021

Länge: 304 Seiten

Triggerwarnungen für den Roman: Alkoholismus, emotionaler Missbrauch, Tod eines Familienmitglieds

Drei erwachsene Brüder fahren zurück an das alte Ferienhaus am See, wo sie mit ihren Eltern immer die Sommer verbrachten. Mit dabei haben sie die Asche ihrer Mutter, um sie dort zu verstreuen. Dort holt sie die Vergangenheit ein, und alte Wunden brechen wieder auf.

Als dtv mir auf Anfrage diesen Debüt-Roman des schwedischen Autors Alex Schulman zusandte, kam er in einer Box mit einem kleinen Lesejournal, einer hellen Jutetasche und mit zwei duftenden, mit Kordel zusammen gebundenen Stücken Birkenrinde. Das Ganze sah aus und duftete wie ein heller, skandinavischer Sommer.

Von Helligkeit ist in diesem Buch aber keine Spur. Oder zumindest nur trügerisch, in den Rückblicken in die Vergangenheit, in der zunächst scheinbaren Idylle am See, wo die Eltern in Liegestühlen an Weingläsern nippen, die Brüder schwimmen, in der Hängematte liegen und lesen oder Birkenreiser im Wald sammeln. Doch von Anfang an lauert etwas zwischen den Zeilen: Dunkelheit. Schulman kreiert zügig eine sirrende, unterschwellige Alarmiertheit. Man ahnt, dass hier etwas faul ist.

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„Das Leben ist ein Fest“ von Claire Berest

Titel: Das Leben ist ein Fest
Autorin: Claire Berest
Übersetzung: Christiane Landgrebe
Verlag: HörbuchHamburg
erschienen: 30.05.2021
Länge: 05:29 Std., ungekürzt

Das Hörbuch erhaltet ihr beim (Hörbuch)händler eures Vertrauens, bei HörbuchHamburg oder als ungekürzten Download bei audible.de.

Zum Hörbuch:

Während des Lockdowns hatte ich ja festgestellt, dass ich das Besuchen von Museen und Ausstellungen schrecklich vermisse, und das hat zu einer Hörbuch-Phase über Künstler:innen geführt. Nach meinem Geschwärme über Michelangelo und meiner schockierten Entbranntheit für Artemisia Gentileschi war dann eine bekannte mexikanische Surrealistin dran: Frida Kahlo. Kam mir gerade recht, dass Claire Berest einen neuen biografischen Roman über die eindrucksvolle Malerin geschrieben hatte.

Dieser Roman ist selbst so etwas wie ein Kunstwerk: eigenwillig, sprachlich ebenso kunstvoll wie schonungslos, voller Wucht und herausfordernd. Jedes Kapitel trägt eine Farbe als Überschrift: karmesinrot, sonnengelb… Wir springen durch einen Malkasten, von Szene zu Szene, von Lebensstation zu Lebensstation. Eine chronologische Collage wird uns vor die Brust geknallt, denn Claire Berest fackelt ebenso wenig wie die Künstlerin, die wir kennenlernen: Frida Kahlo war keine Leisetreterin, weder in ihren Bildern, noch in ihren Worten oder Taten. Jedenfalls ist dies das Bild, das „Das Leben ist ein Fest“ uns von ihr vermittelt.

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