Audie Awards 2015: Das sind die nominierten Hörbücher! (Teil 1)

Der Audies sind in den USA für Hörbuchsprecher das, was die Oscars für Schauspieler sind – die wichtigste Auszeichnung überhaupt!
Seit 1996 verleiht die Audio Publishers Association den Preis jährlich, meist während der BookExpo America (das ist sowas wie die Frankfurter Buchmesse, nur in New York… ;-))

Um die Sprecher geht’s!

Der Award wird in vielen verschiedenen Kategorien vergeben, die immer mal wechseln. Oft kommt verspätet noch ein ‚Special Award‘ hinzu. Die meisten Kategorien heben die Performance der Sprecher in den Vordergrund, bei manchen geht es um die Produktion oder um die Aufmachung des Hörbuchs. Die Autoren können sich natürlich mit im Ruhm der Auszeichnung sonnen, aber hauptsächlich – und das finde ich wundervoll – geht es vor allem um die Sprecher und ihre Kunst des Vorlesens. Die stehen ja allzu oft im Schatten der Schriftsteller, obwohl mit ihrer Leistung das Hörbuch steht und fällt.

In diesem Jahr gibt es 30 unterschiedliche Kategorien mit je 5 bis 6 Nominierten. Die jeweiligen Gewinner werden dann Ende Mai in New York gekührt. Es freut mich sehr, dass einige Titel dabei sind, die ich schon gehört (und geliebt) habe. Aus meinen Geheimtipps haben sich ein paar echte Champions gemausert!

Meine Favoriten

Zu einigen der Kategorien gebe ich außerdem meinen persönlichen Gewinner-Tipp ab. Ihr erkennt sie am eingefügten Cover (Klick auf’s Cover führt zur Rezension).

Weil der Artikel sonst zu lang wird, teile ich ihn auf. Morgen geht’s weiter.

AND THE NOMINEES ARE…: (Teil 1)

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Rezension: ‚M: Ein Tabor Süden Roman‘ von Friedrich Ani

11Titel: M – Ein Tabor Süden Roman
Autor: Friedrich Ani
Sprache: Deutsch
Format: Hardcover
Verlag: Droemer-Knaur
erschienen: 1. Oktober 2013
Länge: 368 Seiten

Inhaltsangabe:

»Er war irgendwie anders in letzter Zeit.« Mit diesen Worten beauftragt die Redakteurin Mia Bischof die Detektei Liebergesell, nach ihrem vermissten Freund zu suchen. Süden und seine Kollegen kommt die Frau von Anfang an seltsam vor. Sie sehen sich in ihrem unguten Gefühl bestätigt, als irritierende Hinweise im Arbeitsumfeld des Vermissten auftauchen. Er habe Kontakt zu Neonazis, heißt es. Doch Mia bestreitet das vehement. Süden schiebt seine persönlichen Bedenken beiseite – bis seine Kollegen in höchste Gefahr geraten und er um ihr Leben fürchten muss.

Zum Buch

Ex-Polizist und Privatdetektiv Tabor Süden hatte die Ehre, mich durch den Jahreswechsel zu begleiten. ‚M‘ ist der neueste und 19. Band der Krimi-Reihe vom Münchner Autor Friedrich Ani, und für mich war es die erste Begegnung mit dem Detektiv. Mein Mann hatte mir das Buch geschenkt, und obwohl ich Serien normalerweise am Start beginne, kam es diesmal nicht in Frage. Für 18 Vorgänger-Bände müsste ich zu viel anderes Lesenswertes an die Seite legen.

Ich brauche ein bisschen, bis ich im Buch drin bin. Das liegt aber, glaube ich, nicht daran, dass ich die Vorgeschichten der Figuren nicht kenne. Ani charakterisiert sehr vorzüglich, und schnell hat man den Eindruck, die Angestellten der Detektei Liebergesell als Menschentypen gut einordnen zu können. Tabor Süden ist der Einzige, der etwas kryptisch bleibt, aber das gehört scheinbar mit zu dieser Figur.

Verwirrende Perspektivwechsel

Was mich beim Lesen immer wieder stört, sind die Perspektivwechsel, bei denen man meist einen ganzen Paragraphen braucht, um zu wissen, wer jetzt ’sie‘ oder ‚er‘ ist, um wen es also geht. Ich verstehe nicht, warum das so sein muss, warum Ani nicht direkt Namen benutzt. Ist für mich nur stilistische Spielerei und unnötig. Ärgert mich regelrecht.

Braunes Gesocks aus gutem Hause

Ansonsten ärgert mich allerdings wenig. Okay, es ist keine rasante Geschichte. Allmählich wühlt sich der langhaarige, lederbehoste Süden mit seiner Undurchdringlichkeit und seinen Fragezeichen-losen Fragen durch den Fall, mit wachsendem Entsetzen über den braunen Sumpf, in dem er dabei versinkt. Wer mal etwas lesen möchte über Neo-Nazis, die NICHT glatzköpfig und mit hohlen Sprüchen gröhlend schon aus 3km Entfernung zu erkennen sind, sondern über viel subtilere, ‚intelligentere‘ Rechtspopulisten, die NICHT aus einfachen sozialen Verhältnissen stammen, der kann hier mit mir Gänsehaut bekommen. Dass Menschen mit Bildung, liberalen Jobs und ‚gutem Hause‘ nationalsozialistisches Denken als Grundüberzeugung kultivieren, ist schon schockierend. Und dass man aufgrund ihres Status nicht an sie herankommt, und weil die Ermittlungsbehörden sich gegenseitig im Weg stehen oder sogar mit zu diesem Sumpf gehören, macht einen beklommen.

Parallel zu diesem Handlungsstrang packt ‚M‘ mit einer Kidnapping-Geschichte, die mir richtig an die Nieren geht. Mütter, die Kinder verlieren – das macht mich fertig und tut es auch hier. Weshalb mir Edith Liebergesell auch lange vor Tabor Süden ans Herz wächst. Ich leide mit ihr. Und trauere mit der Detektei um eine rasch liebgewonnene Figur, die auf der Strecke bleibt. Wenn mich das schon so mitnimmt, wie geht das erst langjährigen Fans?

Cooler Typ, aber nicht meiner

Süden selbst bleibt mir ein wenig fremd. Ich verstehe seine Kombination aus Unberührbarkeit und plötzlich tiefen Emotionen nicht immer. Da sehe ich manchmal keine Kongruenz, keine Übergänge. Er wird mir im Laufe der Geschichte zwar sympathischer, aber dieser wortkarge Typ ist für mich nicht richtig einsortierbar. Er ist interessant, ohne Frage, und ich schlage mich auf seine Seite. Aber als Mensch ist er mir zu wenig greifbar.

Weshalb das wohl auch mein einziger Ausflug in die Tabor Süden Reihe bleiben wird. Und ihr versteht das bitte richtig: Ein gutes Buch, und eine Hauptfigur mit Markanz. Aber die Chemie stimmt zwischen uns nicht. Ich bin mir sicher, er wird auch ohne mich erfolgreich weiter ermitteln.

Bewertung: 7 von 10 Punkten

Rezension: All The Bright Places von Jennifer Niven

Jennifer Niven_All The Bright Places_300Titel: All The Bright Places
erscheint unter dem Titel ‚All die verdammt perfekten Tage‘ am 28. Dezember 2015 im Limes Verlag auf Deutsch!
Autor: Jennifer Niven
Sprache: Amerikanisches Englisch
Format: Hörbuch
Sprecher: Kirby Heyborne, Ariadne Meyers
Anbieter: Listening Library
erschienen: 06.01.2015
Länge: 11 Std. 04 Min.

Das Hörbuch ist als Download bei audible.de erhältlich, und zwar HIER. Es kostet im Flexi-Abo € 9,95 (regulärer Preis
€ 31,95). Eine Hörprobe findet ihr ebenfalls auf der Produkteite von audible.

Inhalt (audible):

Theodore Finch is fascinated by death, and he constantly thinks of ways he might kill himself. But each time, something good, no matter how small, stops him.
Violet Markey lives for the future, counting the days until graduation, when she can escape her Indiana town and her aching grief in the wake of her sister’s recent death.
When Finch and Violet meet on the ledge of the bell tower at school, it’s unclear who saves whom. And when they pair up on a project to discover the „natural wonders“ of their state, both Finch and Violet make more important discoveries: It’s only with Violet that Finch can be himself – a weird, funny, live-out-loud guy who’s not such a freak after all. And it’s only with Finch that Violet can forget to count away the days and start living them. But as Violet’s world grows, Finch’s begins to shrink.

Zum Hörbuch

:

Selbstmord. Trauer. Psychische Störungen. Puh. Dieser Jugendroman fährt ganz schön schwere Kaliber auf. Das hätte auch ins Auge gehen können, hätte entweder in bleierner Schwere versinken oder – der GAU überhaupt – in Kitsch ertrinken können. Doch zum Glück passiert das nicht, und ein Grund dafür mag sein, dass Autorin Jennifer Niven selbst ein ’suicide survivor‘ ist: Im Nachwort erzählt sie, dass auch sie schon nahestehende Menschen verloren hat, die sich selbst das Leben nahmen.

Hier sind es zwei Teenager – Finch und Violet – die sich wortwörtlich am Abgrund begegnen. Beide stehen auf dem Glockenturm des Schulgebäudes, und zwar draußen auf dem Sims. Beide haben unabhängig voneinander beschlossen, zu springen. Es ist die erste Szene im Hörbuch, erzählt aus Finch’s Ich-Perspektive, und Niven schafft es tatsächlich, in diese ersten Minuten neben Dramatik auch Humor zu mischen. „You come here often?“ fragt Finch die perplexe Violet mit schief grinsendem Sarkasmus. Und man muss aufpassen, nicht zu lachen.
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Englische Hörbüch-Neuerscheinungen im Februar 2015

Paula Hawkins_The Girl On The Train_175Auf dem Audible Hoerbuecher-Blog stelle ich euch einen Querschnitt durch die englischen Hörbuch-Neuerscheinungen im Februar vor.

Meine Favoriten diesmal: Ein englischer Thriller à la ‚Gone Girl‘, ein Körpertausch-Roman und die neue Kurzgeschichtensammlung meines derzeitigen britischen Lieblingsautors, der sie selbst vorliest.

Na? Neugierig?

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Rezension: Moriarty von Anthony Horowitz

Moriarty Anthony HorowitzTitel: Moriarty
(dt. Titel: Der Fall Moriarty)
Autor: Anthony Horowitz
Sprache: Englisch
Medium: Hörbuch
Sprecher: Julian Rhind-Tutt (+Derek Jacobi)
Anbieter: Orion Publishing Group
erschienen: 23.10.2014
Länge: 10 Std. 46 Min. (ungekürzt)

Das Hörbuch ist als Download bei audible.de erhältlich, und zwar HIER. Es kostet im Flexi-Abo € 9,95 (regulärer Preis € 31,95). Eine Hörprobe findet ihr ebenfalls auf der Produktseite von audible.

Inhalt (audible):

Sherlock Holmes is dead.

Days after Holmes and his arch-enemy Moriarty fall to their doom at the Reichenbach Falls, Pinkerton agent Frederick Chase arrives in Europe from New York. The death of Moriarty has created a poisonous vacuum which has been swiftly filled by a fiendish new criminal mastermind who has risen to take his place.

Ably assisted by Inspector Athelney Jones of Scotland Yard, a devoted student of Holmes‘ methods of investigation and deduction, Frederick Chase must forge a path through the darkest corners of the capital to shine light on this shadowy figure, a man much feared but seldom seen, a man determined to engulf London in a tide of murder and menace.

Zum Hörbuch:

Oh, ist das clever! Mit der Schlusspointe kommt das Bedürfnis, das ganze Buch gleich nochmal zu hören und, wie Sherlock Holmes, besser aufzupassen.

Aber der Reihe nach. Sherlock Holmes spielt in dieser Geschichte nämlich nicht mit. Sherlock Holmes ist tot. Beruhigt euch! Wer in Arthur Conan Doyles Original-Kanon bewandert ist, weiß natürlich, dass Holmes in ‚The Reichenbach Fall‘ gar nicht wirklich umgekommen ist. Das war nur ein Trick. Aber genau im Anschluss an diesen vorgetäuschten Tod beginnt MORIARTY.

Statt Holmes und Watson (der ebenfalls durch komplette Abwesenheit glänzt) ermitteln diesmal Inspector Athelney Jones von Scotland Yard und Frederick Chase, Privatdetektiv bei Pinkerton’s in New York. Beide haben ihre Gründe: Jones ist seit Jahren begeisterter Anhänger von Sherlock Holmes‘ Ermittlungsmethoden und hat sie ausgiebig studiert. Er möchte nicht nur den Tod seines Idols aufklären, sondern sich auch endlich ebenbürtig mit dem ‚consulting detective‘ fühlen. Chase wiederum möchte verhindern, dass der amerikanische Mega-Verbrecher Clarence Devereux das Macht-Vakuum besetzt, das Moriarty nach seinem Tod in England hinterlassen hat.
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Rezension: Not My Father’s Son von Alan Cumming

Alan Cumming_Not My Fathers Son_300
Titel: Not My Father’s Son
Autor: Alan Cumming
Sprache: Englisch
Format: Hörbuch
Sprecher: Alan Cumming
Anbieter: Harper Audio
erschienen: 07.10.2014
Länge: 06 Std. 28 Min.

Das Hörbuch ist als Download bei audible.de erhältlich, und zwar HIER. Es kostet im Flexi-Abo € 9,95 (regulärer Preis €15,95). Eine Hörprobe findet ihr auf der Produktseite von audible.

Inhalt (audible):

Dark, painful memories can be like a cage. Or, in the case of Alan Cumming, they can be packed away in a box, stuck in the attic to be forgotten. Until one day the box explodes and all the memories flood back in horrible detail. Alan Cumming grew up in the grip of a man who held his family hostage, someone who meted out violence with a frightening ease, who waged a silent war with himself that sometimes spilled over onto everyone around him. That man was Alex Cumming, Alan’s father.

When television producers approached Alan to appear on a popular celebrity genealogy show in 2010, he enthusiastically agreed. He hoped to solve a mystery that had long cast a shadow over his family. His maternal grandfather, Tommy Darling, had disappeared into the Far East after WWII. Alan’s mother knew very little about him – he had been a courier, carrying information between battalions on his motorbike. The last time she saw her father, Alan’s mother was eight years old. When she was 13, the family was informed that he had died by his own hand, an accidental shooting.

But this was not the only mystery laid before Alan’s feet. His father, whom Alan had not seen or spoken to for more than a decade, reconnected just before filming for Who Do You Think You Are? began. He had a secret he had to share, one that would shock his son to his very core and set into motion a journey that would change Alan’s life forever.

Zum Hörbuch:

Wer ist denn Alan Cumming? Das werden sich einige von euch fragen. Nun, er ist ein schottischer Schauspieler und Hörbuchsprecher. In Deutschland kennt man ihn am ehesten aus der US-Serie ‚The Good Wife‘ als Kampagnenmanager Eli Gold und als ‚Nightcrawler‘ im Kinofilm ‚X-Men 2‘. Am Broadway stand er bereits singend und tanzend in ‚Cabaret‘ auf der Bühne, und derzeit beeindruckt er dort in einer Ein-Mann-Performance von ‚Macbeth‘. Apropos ‚Macbeth‘ – seine fulminante Lesung des Hörbuch’s ‚Macbeth: A Novel‘ solltet ihr ebenfalls kennen. Das war jedenfalls meine erste, prägende Berührung mit Alan Cumming und machte mich zum Fan.

Wer dem Schauspieler in den sozialen Netzwerken und Nachrichten folgt, erlebt eine schillernde, facettenreiche Persönlichkeit, einen selbstbewussten und extrovertierten Mann, der offen zu seiner Bi-Sexualität steht, einen Bühnendarsteller, der bis zur körperlichen Schmerzgrenze alles in seine Performance legt.

1965 in Schottland geboren, legt er jetzt seine Memoiren vor. Obwohl – mit der üblichen Selbstbeweihräucherung und dem autobiographischen Blabla der meisten Celebrity bios hat das hier GAR NICHTS zu tun. Zwar erfährt man ein bisschen über Alan’s Werdegang, aber das wirklich nur nebenbei. Dreh- und Angelpunkt seiner zwischen Kindheit und Gegenwart hin- und herspringenden Erinnerungen ist die Beziehung zwischen Cumming und seinem Vater.
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Rezension: Das böse Mädchen von Mario Vargas Llosa

8Titel: Das böse Mädchen
Autor: Mario Vargas Llosa
Sprache: Deutsch (Originalsprache: Spanisch)
Format: Taschenbuch
Verlag: Suhrkamp
erschienen: 26. November 2007
Länge: 395 Seiten

Inhalt (Suhrkamp):

Wie gelingt es ihr nur immer wieder, ihn um den Finger zu wickeln? Und warum tut sie das, wenn sie seine ehrlichen Gefühle doch zugleich schroff zurückweist? Schon als aufmüpfige Halbwüchsige verdreht sie dem jungen Ricardo im konservativen Lima der 50er Jahre den Kopf. Von da an wird sie regelmäßig seine Wege kreuzen, wird in Paris, London, Madrid oder Tokio mal als Guerrillera, mal als Heiratsschwindlerin mit falschem Paß in sein Leben treten – und es immer wieder durcheinanderwirbeln. Auf rätselhafte Weise scheinen beide dennoch füreinander bestimmt; oder ist nur er es, der nicht lassen kann von diesem faszinierend »bösen Mädchen«?

Zum Buch:

In Peru war ich noch nie. Auch nicht mit einem Buch. Das ändert sich schlagartig mit ‚Das böse Mädchen‘: Zusammen mit dem Protagonisten des Romans, Ricardo, streife ich durch das sommerleichte Miraflores, ein Stadtviertel Limas, Perus Hauptstadt. Ricardo und seine Kumpel sind jung, die Herzen fliegen, und in diesem Zustand verdreht ihm ein mysteriöses und kapriziöses Mädchen aus Chile den Kopf. Der Anfang einer lebenslangen Obsession.

Was folgt, ist ein in bunten Tupfern über den Globus verteiltes halbes Jahrhundert, während dessen Ricardo ‚wie ein Mondkalb‘ (O-Ton) immer wieder besagtem bösem Mädchen verfällt. Streiflichtartig halten wir uns mit dem peruanischen Übersetzer im Paris der 60er auf, im swinging London, in Tokyo und schließlich unter Künstlern in Madrid. Diese Stippvisiten sind lebendig, bunt, von Zeitgeist erfüllt, allerdings begrenzt auf das jeweilige Stadtviertel und Ricardos Erlebniswelt. Erlebnis- und Kulturkleckse eben, schön beschrieben, in Vargas Llosas seltsam altmodisch floral und dennoch teils ordinär anmutendem Stil, der sich flüssig liest.
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Rezension: The Book Of Strange New Things von Michel Faber

Michel Faber_The Book Of Strange New Things_175Titel: The Book Of Strange New Things
Autor: Michel Faber
Sprache: Britisches Englisch
Format: Hörbuch
Sprecher: Josh Cohen
Anbieter: Canongate Books Ltd
erschienen: 06.10.2014
Länge: 19 Std. 27 Min.

Das Hörbuch ist als Download bei audible.de erhältlich, und zwar HIER. Es kostet im Flexi-Abo € 9,95 (regulärer Preis €20,95). Eine Hörprobe findet ihr ebenfalls auf der Produktseite von audible.

Inhalt (audible):

Peter Leigh is a missionary called to go on the journey of a lifetime. Leaving behind his beloved wife, Bea, he boards a flight for a remote and unfamiliar land, a place where the locals are hungry for the teachings of the Bible – his ‚book of strange new things‘. It is a quest that will challenge Peter’s beliefs, his understanding of the limits of the human body and, most of all, his love for Bea.

Zum Hörbuch:

Das schon mal vorweg: Wer hier spannende SciFi erwartet, ist falsch. GAAANZ FALSCH. Und obwohl um Peter’s Frau Bea auf der Erde alles auseinanderfällt, ist das hier auch kein apokalyptischer Thriller. Wieder GAAANZ FALSCH.

Was das hier ist? Eine ruhige, meditative, seltsame Erzählung, in der es um den Glauben geht, um Nähe und Distanz, um Partnerschaft, Festhalten und Loslassen. Und um Erwartungen, die völlig an dem vorbei gehen, was eintritt.
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‚Best of 2014‘: TV-Serien

Ja, ich weiß. Das hier ist ein Buchblog. Aber auch ich lege ab und an mal den Lesestoff an die Seite und gönne mir eine gute TV-Serie. Das passiert dann meist anfallsartig, per DVD oder Stream und hat mit deutschem Fernsehen in der Regel nichts zu tun (außer, es ist ein ‚Polizeiruf‘ mit Sascha Bukow). Die besten Serien werden nunmal einfach vom amerikanischen Pay-TV und der guten alten britischen BBC gemacht. Womit sich, zumindest in einem Fall, der Kreis zur Literatur wieder schließt.

Hier sind sind meine Top 5 TV-Serien:

5. Platz

Game of Thrones

Die Umsetzung der epischen Fantasy-Saga von Autor George R.R. Martin ist einer der seltenen Fälle, in denen mir die Verfilmung besser gefällt als die Bücher. Während die Vorlagen sich von Band zu Band immer mehr zerfasern zwischen den vielen Erzählperspektiven, Schauplätzen, Geschichten und Königshäusern, komprimiert die von HBO produzierte Serie die Handlung zu einer packenden, düster schillernden Mittelalter-Fantasy mit hochkarätigen Schauspielern und Cinematographie von Kinoformat. Dass die Serie bei mir ’nur‘ auf Platz 5 landet, liegt an dem allmählich zum Selbstzweck werdenden und grausamen Niedermähen geliebter Hauptfiguren, für das George R.R. Martin inzwischen berüchtigt ist.

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