„Das Leben ist ein Fest“ von Claire Berest

Titel: Das Leben ist ein Fest
Autorin: Claire Berest
Übersetzung: Christiane Landgrebe
Verlag: HörbuchHamburg
erschienen: 30.05.2021
Länge: 05:29 Std., ungekürzt

Das Hörbuch erhaltet ihr beim (Hörbuch)händler eures Vertrauens, bei HörbuchHamburg oder als ungekürzten Download bei audible.de.

Zum Hörbuch:

Während des Lockdowns hatte ich ja festgestellt, dass ich das Besuchen von Museen und Ausstellungen schrecklich vermisse, und das hat zu einer Hörbuch-Phase über Künstler:innen geführt. Nach meinem Geschwärme über Michelangelo und meiner schockierten Entbranntheit für Artemisia Gentileschi war dann eine bekannte mexikanische Surrealistin dran: Frida Kahlo. Kam mir gerade recht, dass Claire Berest einen neuen biografischen Roman über die eindrucksvolle Malerin geschrieben hatte.

Dieser Roman ist selbst so etwas wie ein Kunstwerk: eigenwillig, sprachlich ebenso kunstvoll wie schonungslos, voller Wucht und herausfordernd. Jedes Kapitel trägt eine Farbe als Überschrift: karmesinrot, sonnengelb… Wir springen durch einen Malkasten, von Szene zu Szene, von Lebensstation zu Lebensstation. Eine chronologische Collage wird uns vor die Brust geknallt, denn Claire Berest fackelt ebenso wenig wie die Künstlerin, die wir kennenlernen: Frida Kahlo war keine Leisetreterin, weder in ihren Bildern, noch in ihren Worten oder Taten. Jedenfalls ist dies das Bild, das „Das Leben ist ein Fest“ uns von ihr vermittelt.

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Kunst hören: Künstlerromane als Hörbuch

Während des Lockdowns habe ich eins sehr vermisst: Museumsbesuche. Und Reisen, um auch in anderen Ländern Kunst zu bestaunen! Das brachte mich auf die Idee, mein ständiges Hörbuch-Hören um ein neues Genre zu bereichern – den Künstlerroman. Ich wollte sehen, ob mich das den so sehr vermissten Gemälden, Skulpturen, architektonischen Wunderwerken wieder näher bringt. Den Anfang machte ein Roman über Michelangelo und sein Fresko in der Sixtinischen Kapelle. Und siehe da: Ich war total begeistert! Die Kombi von historischem Roman, Künstlerbiographie und ausgeschmückter Story riss mich regelrecht von den Füßen!

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„Blood Water Paint“ von Joy McCullough

Titel: Blood Water Paint

Autorin: Joy McCullough

Format: Hörbuch

Sprecherin: Xe Sands

Verlag: Listening Library

erschienen: 15.05.2018

Länge: 03:51 Std., ungekürzt

Das Hörbuch ist erhältlich bei audible.de, und zwar HIER. Es kostet im Flexi-Abo € 9,95. Eine Hörprobe findet ihr auf der Produktseite von Audible.

There will come a day,
when this horror is not the
only color on your palette.

But that day’s not now.
And even if this horror
becomes an accent color-
a smudge of lead white
to highlight a cheekbone,
a bit of yellow ochre
the glint on a sword-
sometimes those are the pigments
that change one’s perception
of an entire work of art

Triggerwarnung: Vergewaltigung, Folter

Da gucke ich aber ganz schön verwirrt, als das Hörbuch beginnt: Verse! Ein YA-Roman über eine italienische Malerin des frühen 17. Jahrhunderts – zu einem großen Teil in Versform?!

Ich lade mir ja selten ein Hörbuch runter, ohne genaueres darüber zu wissen. Diesmal habe ich eine Ausnahme gemacht, denn „Blood Water Paint“ dreht sich a) um Artemisia Gentileschi, deren Barock-Gemälde „Judith enthauptet Holofernes“ mich schon beim ersten Anblick fasziniert, ohne dass ich Details kenne und b) ist die Sprecherin Xe Sands eine meiner absoluten Favoritinnen, wenn es um weibliche Stimmen geht. Und ich bin ja seit „Der Sixtinische Himmel“ auf dem Künstlerroman-Trip, also tauche ich einfach ein.

Aber Verse? Ehrlich jetzt?

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„Der Sixtinische Himmel“ von Leon Morell

Titel: Der Sixtinische Himmel

Autor: Leon Morell

Format: Hörbuch

Sprecher: Wolfgang Condrus

Verlag: Der Audio Verlag

erschienen: 20.06.2012

Länge: 08:29 Std., gekürzt

Das Hörbuch ist als Download bei audible.de erhältlich, und zwar HIER. Es kostet im Flexi-Abo € 9,95 (regulärer Preis €13,95). Eine Hörprobe findet ihr auf der Produktseite.

Wer Kunst nicht sehen kann, muss hören!

In einem Museum war ich das letzte Mal im Januar 2020, glaube ich. In einer Rembrandt-Ausstellung in Köln. Seitdem sind die Museen wegen Corona entweder geschlossen, oder aber sie waren nur mit mulmigem Gefühl und mit Maske zu betreten – ein Risiko, dass ich nicht eingehe.

Aber ich vermisse Kunst. Ich vermisse die ehrfurchtsvolle Zehenspitzen-Stille von Museen und das magische Starren auf Bilder, bis man die Farbe geradezu riechen kann und sich mit aller Gewalt davon abhalten muss, über die Textur der aufgebrachten Schichten zu streicheln. (Mache ich natürlich nicht; ich bin ja kein Unhold) Ich vermisse es, eine eindrucksvolle Skulptur zu umrunden (auch hier der Streicheldrang), bis ich die Kälte und Härte des Marmors aus einem halben Meter Entfernung spüre. Ich vermisse es, in einer Kathedrale den Kopf in den Nacken zu legen und von den Fresken und kunstvollen Bögen im Gewölbe die Jahrhunderte auf mich hinabblicken zu sehen.

Hach, ich vermisse das.

Und weil das Vermissen so groß ist, habe ich angefangen, Kunst stattdessen eben zu hören: Künstlerromane, historische Romane rund um berühmte Gemälde oder Bauwerke, als Hörbuch. Und den Anfang gemacht habe ich mit Leon Morells „Der Sixtinische Himmel“.

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