‚Blogger schenken #Lesefreude‘ – ein Buch mehr zu gewinnen!

Ein paar Tage LichtGute Nachrichten, Freunde!

Zusätzlich zu den beiden Büchern, die ich für die ‚Blogger schenken Lesefreude‘-Verlosung am ‚Welttag des Buches‘ (23.4.) selbst zur Verfügung stelle, gesellt sich jetzt ein drittes!

Der Dumont-Verlag war so freundlich, mir ein Exemplar von Oliver Bottinis Kriminalroman EIN PAAR TAGE LICHT zur Verfügung zu stellen. Als Appetizer hier schon mal der Klappentext:

‚In Algerien wird der Manager eines deutschen Rüstungskonzerns entführt. Von offizieller Seite heißt es sofort: Al-Qaida hat zugeschlagen. Doch für BKA-Mann Ralf Eley, an der deutschen Botschaft in Algier stationiert, gibt es zu viele Ungereimtheiten. heimlich gebinnt er zu ermitteln und findet bald heraus, dass viel mehr auf dem Spiel steht als das Leben eines Entführten. Als er begreift, dass die algerische wie auch die deutsche Regierung die Wahrheit vertuschen wollen, ist es zu spät: Längst geht es um Eleys eigenen Schicksal.‘

Ich freue mich sehr, diesen hochkarätigen politischen Krimi an einen von Euch verlosen zu können. Danke, Dumont!

Mehr zum Buch erfahrt ihr HIER, auf der Verlagshomepage.

Am 23.4. findet die eigentliche Verlosung statt – Genaueres dazu findet ihr HIER.

Es lohnt sich aber auch schon vorher, mal wieder vorbeizuschauen. In den nächsten Tagen verrate ich, welche beiden Bücher es noch zu gewinnen gibt. Na, neugierig?

Rezension: ‚Abschied von Atocha‘ von Ben Lerner

5Titel: ‚Abschied von Atocha‘

Originaltitel: ‚Leaving the Atocha Station‘

Autor: Ben Lerner

Sprache: Deutsch (Originalsprache: Englisch)

Format: gebundenes Buch

Verlag: Rowohlt

Erscheinungsdatum: 6. September 2013

Länge: 256 Seiten

Beschreibung (Klappentext):

Der junge amerikanische Lyriker Adam Gordon verbringt ein Jahr als Stipendiat in Madrid, auf der Suche nach sich selbst und seiner Rolle als Künstler. Schon beim Frühstück auf dem Dach seiner winzigen Mansarde (starker Kaffee und ein dicker Joint) horcht er in sich hinein und sucht nach einer, nach irgendeiner greifbaren Authentizität. Doch ob vor den verehrten Bildern im Prado, beim Zusammensein mit seinen beiden spanischen Geliebten, denen er das Blaue vom Himmel herunterlügt, oder auf der Bühne vor einem befremdlich begeisterten Publikum – immer bedrückender wird sein Verdacht, dass ihn und die Welt ein unüberwindlicher Graben trennt. Das liegt beileibe nicht nur an seinem holprigen Spanisch, das Anlass zu den kuriosesten Missverständnissen gibt, sondern an seiner wachsenden Überzeugung, dass er selbst eine ebensolche Fälschung ist wie seine nach dem Zufallsprinzip komponierten Gedichte. Immerhin, was ihm an Echtheit fehlt, ersetzt er durch blühende Phantasie. Doch dann geschieht der blutige Al-Qaida-Anschlag auf den Bahnhof Puerta de Atocha, und seine spanischen Freunde wollen ein politisches Bekenntnis von ihm …

Zum Buch:

‚Ich sagte mir, dass die Gedichte, ganz gleich, was ich tat, glanz gleich, was überhaupt irgendein Dichter tat, Flächen bilden würden, auf die die Leser ihren eigenen verzweifelten Glauben an die Möglichkeit einer poetischen Erfahrung – wie auch immer diese aussehen mocht – projizieren konnten oder die ihnen Gelegenheit bieten würden, deren Unmöglichkeit zu betreuern. […] nicht so sehr Gedichte als vielmehr eine Anhäufung von Materialien, aus denen sich Gedichte bauen ließen; sie waren reine Potenzialität, die der Artikulation harrte.‘

Ben Lerner, Abschied von Atocha

ABSCHIED VON ATOCHA ist eins der Bücher aus meinem Adventskalender und erweist sich für mich als Herausforderung, die ich nicht ganz meistere. Zumindest erschließt sich mir nicht, was an diesem Roman ’sehr lustig‘ sein soll, wie ein Kritiker des berühmten THE NEW YORKER behauptet. Gibt es da Missverständnisse zwischen mir, Ben Lerner, und Adam Gordon?

Überhaupt: Missverständnisse. Die ziehen sich – ungewollt und ebenso gewollt – durch das Buch. Adam’s Spanisch ist (zumindest zu Beginn) nur fragmentarisch vorhanden und führt neben anfänglicher hauptsächlicher Sprachlosigkeit seinerseits zu einer Menge falsch verstandener Aussagen –  aber auch zu einem Phänomen, das ich spannend finde: Adam spricht Sätze oft nicht zuende, weil ihm die Worte fehlen, oder er umschreibt, drückt sich nur vage aus. Sein spanischer Gegenüber nimmt diese Fragmente und füllt sie für ihn, gibt seinen Aussagen den Sinn, der darin zu liegen scheint (es aber oft gar nicht tut). Selbst leere Satzfetzen, mit denen Adam ein ums andere Mal seine eigene Ahnungslosigkeit überspielt, werden so durch die Interpretation des Gesprächspartners zu bedeutungsschweren Statements. Adam wird sich dieses Phänomens gewahr und benutzt es gezielt, um geistreicher und kreativer zu erscheinen, als er es eigentlich ist.

 

Und was ist er eigentlich? Das ist für mich beim Lesen die große Frage. Wohl auch für Adam selbst. Er ist mir nicht gerade sympathisch. Er klüngelt sich mit seinem Lyrik-Stipendium kiffend und saufend und Tabletten einwerfend durch sein Jahr in Madrid. Hat er eine echte psychische Erkrankung, oder ist die auch nur ein Vorwand? Seine Gedichte sind – ebenso wie seine verschleierten Konversationen – eine Mischung aus Zufall, Geklautem, Zusammengewürfeltem, das er so kunstvoll zusammenhanglos in Gedichtform gießt, bis man es schon wieder für große Lyrik hält. Hier wiederholt sich das Thema von oben – die Rezipienten füllen aufgrund von Erwartungen etwas mit Sinn, das eventuell gar keinen keinen Sinn beinhaltet und nur den Anschein vorgibt.

Auch den Frauenfiguren der Geschichte gegenüber tritt Adam alles andere als ehrlich auf. Er lügt tatsächlich das Blaue vom Himmel herunter, teils, um interessant zu erscheinen, teils aus Unsicherheit. Denn wenn man dieses cool-bekiffte Künstlerdasein mal genauer betrachtet, findet man unter all diesem Geflunker und Gefake einen jungen Mann, der Angst hat. Angst, nicht ‚echt‘ zu sein, gar kein Künstler, überhaupt keine eigene Identität zu haben, keinerlei Authentizität.

Authentizität. Manches erschließt sich mir nicht in ABSCHIED VON ATOCHA, aber doch, dass es genau darum geht: Bei sich zu sein, zu wissen, wer man ist, dazu zu stehen, und das auch auszudrücken, erst recht als Künstler. Oder eben nicht – so wie Adam. Im Gegensatz zu ihm wirken sämtliche anderen Figuren wahrhaftiger, sich ihrer selbst sicherer als er.

Als der Anschlag am Bahnhof von Atocha geschieht (schlagt das nach wenn ihr’s nicht mehr wisst, dieser Teil ist keine Fiktion), sieht es aus, als müsste Adam endlich Farbe bekennen und Position beziehen.

Ob er das tut oder nicht, könnt ihr selbst lesen, wenn ihr möchtet. Ihr solltet aber wissen, dass auch dieses Attentat aus dem Roman keinen handlungsgetriebenen Reißer macht, sondern dass es bei dem bleibt, was sich schon auf den ersten Seiten abzeichnet: Das Beobachten von Figuren. Introspektion. Sprache als untersuchter Gegenstand. Ein Zeit- und Generationenporträt. Sinnsuche. Selbstsuche.

Am Schluss schafft Ben Lerner dann den Kunstgriff, Adam’s scheinbar luftleere Persönlichkeit doch noch mit einem Hauch Identität zu füllen. Zumindest erwische ich mich dabei, dass ich in seinen Gedichten doch etwas sehe, das nicht gefaked sondern echt ist. Und in Adam entdecke ich angedeutetes Potential, jemand zu sein. Es ist klein, und vielleicht falle auch ich darauf herein, etwas Sinnloses automatisch mit Sinn zu füllen, aber da ist etwas.

Und wenn ihr ABSCHIED VON ATOCHA lest, dann kommt noch mal vorbei und diskutiert diesen Schluss mit mir aus. So ganz sicher fühle ich mich weder mit dem Roman noch mit der Bedeutung, die sich mir erschließt. Vielleicht ist genau das von Ben Lerner so gewollt: Dass ich denke, dass mehr daran ist, als ich sehen kann. Womit wir wieder bei Authentizität wären. Der Kreis schließt sich.

Fazit:

Ein amerikanischer Student wird durch ein Lyrik-Stipendium nach Madrid verschlagen. Von Zweifeln am eigenen Talent und der eigenen Authentizität durchtränkt, ist er ständig bemüht, beides vorzutäuschen. Zwischen Joints, Tabletten und Besäufnissen, zwischen Affären und Lesungen laviriert sich Adam durch den Anschein eines bedeutungsvollen Künstlerdaseins. Die politischen Ereignisse um den Anschlag auf die Bahnstation von Atocha zwingen ihn, Stellung zu beziehen. Oder doch nicht?

Ein kurzer, anspruchsvoller, nicht immer sympathischer Roman um Sprache, Authentizität, Missverständnisse und den Nebel der wahren  Bedeutung. So sehe ich das jedenfalls.

Bewertung:

6 von 10 Punkten

 

Weiterlesen

Rezension: ’12 Things To Do Before You Crash And Burn‘ von James Proimos

12 things to do before you crash and burnTitel: ’12 Things To Do Before You Crash And Burn‘

(Titel lautet auf Deutsch und im Original gleich!)

Autor: James Proimos

Sprache: Deutsch

Format: Hörbuch

Sprecher: Jens Wawrczeck

Anbieter: Audiolino OHG

erschienen: 4.12.2013

Länge: 1 Std 19 min (gekürzt)

Das Hörbuch gibt es im Download bei audible.de, und zwar HIER. Es kostet im Flexi-Abo € 9,95. Eine Hörprobe findet ihr auf der Produktseite bei audible.

Beschreibung (audible):

Bei der Beerdigung seines Vaters sind Herc’s Abschiedsworte recht drastisch: „Er war ein Arschloch. Mein Vater war ein total vollkommenes Arschloch“. Er scheint mit der Situation überfordert, deswegen schickt ihn seine Mutter zu Onkel Anthony nach Baltimore. Der drückt ihm lapidar einen Zettel in die Hand mit Aufgaben für die nächsten zwölf Tage. Es sind merkwürdige Aufgaben wie „Setz dich unter einen Baum und lies ein Buch“, „Iss eine Mahlzeit mit einem Unbekannten“ oder „Geh zu fünf Bewerbungsgesprächen“.

Zwölf Tage und zwölf Aufgaben, die Hercules‘ Sicht auf das Leben drastisch verändern werden.

Zum Hörbuch:

Okay, ich geb’s zu: Ursprünglich habe ich mir das Hörbuch nur wegen Jens Wawrczeck runtergeladen. Seit der ‚Ismael‚-Reihe liebe ich diesen Sprecher. Nicht nur ich: Meine ganze Familie ist ein einziger Jens Wawrczeck-Fanclub. Und das ist uns überhaupt nicht peinlich.

Auch diesmal erzählt er das Ding so authentisch, witzig und pointiert, dass es eine helle Freude ist. Und wie sich rasch herausstellt: Die kurze Geschichte um ‚Herc‘ und seinen Besuch bei ‚Fettsack‘ Onkel Anthony ist auch noch richtig gut!

Weiterlesen

Rezension: ‚Die Ordnung der Sterne über Como‘ von Monika Zeiner

Foto 3Titel: ‚Die Ordnung der Sterne über Como‘

Autorin: Monika Zeiner

Sprache: Deutsch

Format: gebundenes Buch

Verlag: Blumenbar (Aufbau Verlag)

erschienen: 6. März 2013

Länge: 607 Seiten

Klappentext:

Wie viel Liebe verträgt eine Freundschaft?

Dieser Roman handelt vom verpassten und verspielten Glück und von dem Unglück, im rechten Moment die falschen Worte gesagt zu haben. Er erzählt die Geschichte zweier Männer und einer Frau, die ihre Freundschaft und ihre Liebe aufs Spiel setzen.
Tom Holler, halbwegs erfolgreicher Pianist und frisch getrennt von seiner Frau, tourt mit seiner Berliner Band durch Italien. In Neapel hofft er seine große Liebe wiederzutreffen: Betty Morgenthal. Doch je näher ihre Begegnung rückt, desto tiefer taucht Tom in die Vergangenheit ein. Denn vor vielen Jahren verunglückte Marc, sein bester Freund und Bettys Lebensgefährte. Er hat keine andere Wahl, als die fatale Dreiecksgeschichte noch einmal zu erleben.
Berlin und Italien, Leichtsinn und Schwermut, Witz und Dramatik, die lauten und die leisen Töne – dieser Debütroman ist voller Musik.

Zum Buch:

‚Angehörige, dachte sie, indem sie sich kaum merklich mit ihrem Drehstuhl hin und her bewegte, was für ein seltsamer Ausdruck im Deutschen, den sie in Gedanken auch noch nach Jahren benutzte, weil es für ihn im Italienischen keine Entsprechung gab, der ausschließlich für negative, ja beinahe stets den Tod betreffende Gelegenheiten, wie schwere Krankheiten, Unfälle etc., benutz zu werden schien, niemals für erfreuliche. Einem Menschen angehörig schien man erst dann zu sein, wenn man dieses verlor.‘

Monika Zeiner, Die Ordnung der Sterne über Como

Der Titel des Romans von Monika Zeiner, Jahrgang 1971, ist lang und sperrig, gleichzeitig poetisch und damit sinnbildlich für das gesamte Buch. Die 607 Seiten kommen nicht von ungefähr. Gleich einem Jazz-Stück (und Jazz spielt eine der Hauptrollen in der Geschichte), wo improvisiert, angehängt, sich auf Tangenten verloren und ganz woanders hin gejammt wird als geplant, mäandert Zeiner’s Geschichte über Freundschaft und Liebe durch Bandwurmsätze, die sich gewaschen haben. Rekordverdächtig sind die Satzkonstruktionen allemal, und durchsetzt von Wortspielen, Wortschöpfungen, Wortbildern. Da bleibt nichts dem Zufall überlassen. Man hat beim Lesen das Gefühl, die Autorin habe einem Bildhauer gleich an jedem Satz herumgefeilt und ihn zig mal überdacht, bis er seine endgültige Form erreichte.

Weiterlesen

Rezension: ‚Apocalypsis 3‘ von Mario Giordano

Apocalypsis 3Titel: ‚Apocalypsis 3‘

Autor: Mario Giordano

Format: Hörbuch (in 12 einzelnen Episoden)

Sprache: Deutsch

Sprecher: Matthias Koeberlin

Anbieter: Lübbe Audio

erschienen: 2.12.2013

Länge: je Episode zwischen 1 Std 11 min und 1 Std 42 min

Die einzelnen Folgen gibt es im Download bei audible.de, angefangen HIER.  Dort findet ihr auch eine Hörprobe. Jede Folge kostet € 0,95.

Beschreibung (Folge 1) von audible:

Maria und Franz Laurenz erleben im Fernsehen live mit, wie Papst Petrus II. Edward Kelly erschießt. Während Laurenz nach Rom fliegt, um den Papst aufzusuchen, bleibt Maria in Jerusalem, um Shimon Kohn zu finden. In einer parallelen Welt 2013 wird Peter Adam, Deutschprofessor an einem College in Iowa, von Albträumen geplagt. Eines Tages hat er eine apokalyptische Vision, in der ihm eine unbekannte junge Nonne eine entsetzliche Wahrheit enthüllt.

Zur Hörbuchserie:

Wer es bis zur 3. Staffel von APOCALYPSIS schafft, hat bereits viel durchgemacht und hohe Loyalität bewiesen. So farbenprächtig, wild und vollgestopft mit Mystik die ersten beiden Staffeln waren, so konfus, haarsträubend und abgedreht waren sie eben auch. Nach jeder Staffel dachte ich, das wär’s für mich gewesen. Aber nachdem Staffel 2 mich mit einem schier unauflösbaren Szenario zurückgelassen hat, für das es weder eine Lösung noch eine Erklärung zu geben schien, siegt die Neugier: APOCALYPSIS 3 landet auf meinem iPod.

Statt eines Aha-Erlebnisses mit logischer Anknüpfung an das Ende von APOCALYPSIS 2 gibt es aber erstmal ein stutziges ‚Häh?‘ meinerseits. Die neue Staffel beginnt mit einer Figur, die da, wo sie jetzt ist (und vor allem mit wem), eigentlich gar nicht sein kann. Habe ich etwas verpasst?

Habe ich nicht. Denn so ist das nunmal bei APOCALYPSIS. Man wird in Szenen und Szenarien geworfen, die erst später Sinn ergeben (oder manchmal auch gar nicht). Logik, eine lineare Struktur, Kontinuität – vergesst es. Man muss sich über mehrere Zeitebenen und – in diesem Fall – sogar über parallele Welten und doppelt vorkommende Figuren hinweg selbst zusammenreimen, was wie und ob überhaupt zuammenpasst.

Weiterlesen

Rezension: ‚Abends um 10‘ von Kate de Goldi

Abends um 10Titel: ‚Abends um 10‘

Originaltitel: ‚The 10pm question‘

Autorin: Kate de Goldi

Sprache: Deutsch (Originalsprache: Englisch)

Format: Hörbuch

Sprecher: Andreas Fröhlich

Anbieter: HörbucHHamburg

erschienen: 16.12.2013

Länge: 4 Std 56 min (gekürzt)

Das Hörbuch gibt es als Download bei audible.de, und zwar HIER. Es kostet im Flexi-Abo € 9,95 (regulärer Preis: €13,95).

Eine Hörprobe gibt es HIER, auf der Produktseite von audible.

Beschreibung (audible):

Das Leben könnte so schön sein! Frankie Parson hat eine aufregende Familie, einen tollen besten Freund und viele großartige Talente. Leider ist da auch diese nervende innere Stimme, die den Zwölfjährigen immer wieder sorgenvoll auf das Leben schauen lässt: Sind die Pickel auf seiner Brust vielleicht ein Zeichen für Krebs? Hat die Ratte, die die Familienkatze mitten in der Nacht anschleppt, die Beulenpest? Funktioniert der Feueralarm im Haus zuverlässig? Nur ein Mensch scheint Frankie zu verstehen: seine Mutter, die ihm jeden Abend geduldig zuhört. Aber ist nicht gerade seine Mutter, die niemals nach draußen geht, die Quelle seiner Unruhe? Als sich Frankie mit Sydney anfreundet, stellen sich ihm einige sehr unangenehme Fragen immer dringender. Frankie muss lernen, den Tatsachen ins Auge zu sehen.

Zum Hörbuch:

Für eine ca. 6-stündige Autofahrt lade ich am Vorabend sehr spontan das frisch erschienene ABENDS UM 10 herunter. Gründe: Die Beschreibung hört sich gleichzeitig witzig und interessant an; der Sprecher ist Andreas ‚Recherchen-und-Archiv-Bob-Andrews‘ Fröhlich; die Laufzeit reicht für die Hinfahrt. Frohgemut starten wir also zu viert auf die Autobahn und ins Hörbuch.

ABENDS UM 10 entpuppt sich in den nächsten Stunden als Chamäleon. Was beginnt wie ein witzig-skurriles Kinderbuch, für das meine beiden 12- und 15-jährigen auf dem Rücksitz schon zu alt zu sein scheinen, wird nach und nach zu einem anspruchsvollen Jugendbuch mit einem gar nicht witzigen Thema: In ABENDS UM 10 geht es um psychische Erkrankungen in der Familie.

Zu Beginn schmunzelt man über Frankie und seine Sorgen um zu wenig Milch im Haus, den Wetterbericht, den Ausschlag auf seiner Brust und die nahende Klassenfahrt. Man freut sich über seinen sympathischen Kumpel Gigs und die jungenhaften Rituale auf dem Weg zum Schulbus. Man grinst über die kuchenverputzende, kartenspielende Tanten-Invasion. Man lacht über die Hauskatze namens ‚Fettkontrolle‘. Und die Sonne geht auf, als Sydney mit ihren Rastalocken, selbst genähten Klamotten und unerwarteten Fragen in Frankie’s Leben bricht.

Weiterlesen

Rezension: ‚Doctor Sleep‘ von Stephen King

Doctor Sleep

Titel: ‚Doctor Sleep‘ (so lautet auch der amerikanische Originaltitel)

Autor: Stephen King

Sprache: Deutsch (Originalsprache: Amerikanisch)

Format: Hörbuch

Sprecher: David Nathan

Anbieter: Random House Audio, Deutschland

veröffentlicht: 28.10.2013

Länge: 20 Std 18 min (ungekürzt)

Zum Hörbuch-Download bei audible.de geht es HIER, für € 9,95 im Flexi-Abo (Normalpreis € 16,95).

Eine Hörprobe findet ihr auf der Produktseite von audible.

Beschreibung (audible):

Auf Amerikas Highways ist eine mörderische Sekte unterwegs. Sie hat es auf Kinder abgesehen, die das Shining haben. Stephen King kehrt zu den Figuren und Szenerien eines seiner berühmtesten Romane zurück: Der Dreirad fahrende kleine Danny, der im Hotel Overlook so unter seinem besessenen Vater hat leiden müssen, ist erwachsen geworden. Aber die Vergangenheit lässt ihn nicht los, und wieder gerät er in einen Kampf zwischen Gut und Böse. Die zwölfjährige Abra hat das Shining. Kann er sie retten?

Zum Hörbuch:

Klar, dass ich mich nach SHINING direkt auf DOCTOR SLEEP stürzen musste. Ich war allerdings darauf vorbereitet, dass beide Romane nur eine recht lose Verbindung und sowohl zeitlich als auch thematisch nicht viel miteinander zu tun haben.

Tatsächlich könnte man auch genauso gut Äpfel mit Birnen vergleichen. Stephen King schrieb THE SHINING 1977;  DOCTOR SLEEP erschien 2013. Auch die Hauptfigur, Dan Torrence, ist um ein paar Jahrzehnte gealtert und hat es als Einziger aus dem Overlook-Hotel in King’s Sequel geschafft. War SHINING ein klaustrophobisches Grusel-Kammerspiel, so ist DOCTOR SLEEP ein Roadtrip zwischen Angst, Trauer und Hoffnung.

Weiterlesen

Adventskalender: Buch #18

19 (2)

Titel und Coverfoto suggerieren ein ungewöhnliches Liebespaar. Tatsächlich geht es in dem Roman des argentinisch-deutschen Autors auch genau darum – aber nicht so, wie erwartet: Das ‚Liebespaar‘ sind zwei Schwestern, die ihr Leben lang unzertrennlich durch Krisen, Glück und Hoffnung zusammenhalten. Ihr Weg führt von Deutschland nach Südamerika und nach New York. Zwei unterschiedliche, selbstbewusste Frauen, die sich von niemandem etwas sagen lassen und ganz ohne Männer ihr Leben leben.

Adventskalender: Buch #17

Auweh, das wird hart.

17

Ein täuschend leichtfüßiges Cover verbirgt hier wohl eine heftige Geschichte: Lucas Mutter wacht eines Tages nicht mehr auf, und er beschließt, niemandem davon zu erzählen. Der Klappentext benutzt Worte wie ‚herzzerreißend‘, ‚wunderbar‘, ‚tragikomisch‘. Ich habe genauso viel Sorge wie Lust, bald dahinterzukommen, wie Luca sich alleine durchschlägt. Besonders pikant: Der Roman ist durch seine Augen geschrieben. Und wer 10jährige kennt, weiß sowohl um deren Unverblümtheit als um ihre Sensibilität. Ich sage ja: Das wird hart.

Die Autorin stammt übrigens aus Italien. Ich liebe es, wie mein Adventskalender zu einer Landkarte wird!

Adventskalender: Buch #16

Nach Wien wollte ich schon immer einmal. Dieser Kaleidoskop-Roman wird mich dorthin mitnehmen:

16

In einem Café lernen sich Marie und Jakob kennen, ganz klassisch, als sie einen Kaffee umstößt. Das scheint aber nur eine Geschichte von vielen in diesem Romandebüt zu sein. ‚Modern und märchenhaft‘, verkündet der Klappentext verheißungsvoll, verknüft Margarita Kinstner Schicksale und Geschichten von Einsamkeit, Sehnsucht und Liebe.

Da komme ich gerne mit.