Mit „Dexter“ zurück auf den Friedhof der Kuscheltiere

Titel: Pet Sematary
Autor: Stephen King
Sprache: Amerikanisch
Sprecher: Michael C. Hall
Verlag: Simon & Schuster Audio
erschienen: 27.03.2018
Länge: 15:40 Std., ungekürzt

Das Hörbuch erhaltet ihr als Download bei audible.de, und zwar HIER. Es kostet im Flexi-Abo € 9,95 (regulärer Preis € 28,95). Eine Hörprobe findet ihr ebenfalls auf der Produktseite von audible.

Inhaltsangabe:

When Dr. Louis Creed takes a new job and moves his family to the idyllic, rural town of Ludlow, Maine, this new beginning seems too good to be true. Yet despite Ludlow’s tranquility, there’s an undercurrent of danger that lingers…like the graveyard in the woods near the Creeds‘ home, where generations of children have buried their beloved pets.  Behind the „pet sematary“, there is another burial ground, one that lures people to it with seductive promises…and ungodly temptations. A blood-chilling truth is hidden there – one more terrifying than death itself and hideously more powerful. An ominous fate befalls anyone who dares tamper with this forbidden place, as Louis is about to discover for himself….

Zum Hörbuch:

Vom Jugendtrauma zum Lieblingsautor

Das erste Mal, vor etwa 30 Jahren, hatte ich Pet Sematary als Teenager gelesen, und solche Alpträume vom toten Victor gehabt, dass ich danach jahrzehntelang kein Buch von Stephen King mehr angefasst habe. Das hat sich inzwischen geändert. Ich liebe Stephen King und weiß ihn für seine Qualitäten als Romanautor zu schätzen. Und als ich las, dass es Pet Sematary jetzt endlich als ungekürztes englisches Hörbuch gibt, gelesen von „Dexter“-Hauptdarsteller Michael C. Hall, war ein erneuter Ausflug auf den „Friedhof der Kuscheltiere“ keine Frage mehr.

Die Konfrontation mit dem Unerträglichen

Es ist ein sehr guter Roman, vielleicht der dunkelste von Stephen King überhaupt. Früher ging es mir beim Lesen um die Schockeffekte, heute berührt mich (mit kalter Hand) das Thema, an das sich King heranwagt: die Unausweichlichkeit des Todes und was geschieht, wenn Menschen, die wir sehr lieben, einfach sterben.

Erhellend ist King’s Vorwort, in dem er erklärt, auf welchen Erlebnissen aus seinem eigenen Leben die Geschichte beruht. Dass er „das Unmögliche“ gedacht und dann geschrieben hat und das Buch selbst eigentlich nicht veröffentlichen wollte, weil er „zu weit gegangen war“.

Für mich ist Pet Sematary nicht das gruseligste Buch von King, aber mit Sicherheit das am schwierigsten zu ertragende – vor allem für Eltern. Dabei kann ich Stephen King gut verstehen: auch in mein Gedächtnis ist ein Moment eingebrannt, in dem ich früher mal fast eines meiner Kinder verloren hätte und mich bis heute erschaudernd frage: Was wäre gewesen wenn? In meinen Augen schaut King mit diesem Roman einer seiner größten Ängste ins Gesicht. Es ist eine Art Exorzismus.

Einer der am besten geschriebenen King-Romane

Das Buch ist so gut wie fehlerfrei. Anders als in vielen seiner Romane schweift King nie ab. Trotzdem lässt er sich die gewohnte Zeit, um seine Figuren vorzustellen und dafür zu sorgen, dass wir sie ins Herz schließen (selbiges reißt er uns dann natürlich aus der Brust, indem er die Familie Reed durch alle neun Pforten der Hölle schickt). Es gibt keine überzogenen Ekelszenen, keine Längen. Spiralförmig und immer schneller eskalierend schraubt sich Pet Sematary in unvorstellbaren Horror, Wahnsinn und Kummer hoch. Bis zu einem Schluss, der ebenso grauenvoll wie perfekt geraten ist.

„Dexter“ hat einen neuen Traumjob

Und Michael C. Hall? Der liest das einfach großartig. Mal zart, mal bedrohlich, mal liebevoll, mal so beängstigend, dass man Gänsehaut bis zu den Fußsohlen kriegt. Jede Figur ist klar differenziert. Jud verleiht er einen markanten Maine-Akzent und bekommt auch die Kinderstimmen überzeugend hin. Dabei ist er extrem konsistent in seiner Lesung. Geübten Hörbuchsprechern steht er in nichts, aber gar nichts nach. Kann Hall jetzt bitte alle Stephen King Bücher nochmal ungekürzt neu einlesen? Bitte?!

PS: Ich hatte auch diesmal einen Alptraum. Selbst schuld, wenn man eine der gruseligsten Stellen nachts um zwei im Stockfinstern hört. Ich schaltete das Hörbuch aus, weil’s mir doch zu unheimlich wurde. Als ich wieder einschlief, träumte ich, das Hörbuch ließe sich nicht mehr abschalten, egal, was ich tat. Selbst ohne Kopfhörer spielte es in meinem Kopf einfach weiter, und ich konnte der Szene nicht entrinnen. Wirklich creepy.

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