Für alle, die von JAMMF nicht genug kriegen: „Virgins“ von Diana Gabaldon

Virgins von Diana GabaldonTitel: Virgins, An Outlander Short
Autor: Diana Gabaldon
Sprache: Englisch
Format: Hörbuch
Sprecher: Allan Scott-Douglas
Verlag: Recorded Books
erschienen: 08.04.2016
Länge: 03:03 Std., ungekürzt

Das Hörbuch ist als Download bei audible.de erhältlich, und zwar HIER. Es kostet im Flexi-Abo € 9,95 (regulärer Preis € 12,95). Eine Hörprobe findet ihr ebenfalls auf der Produktseite von audible.

JAMMF, die Zugabe

Wie bitte? Ihr wisst nicht, wer JAMMF ist? James Alexander Malcom Mackenzie Fraser? Der „King of Men“ aus Diana Gabaldon’s Outlander-Buchreihe? Wenn ihr’s jetzt immer noch nicht wisst, dann ist dieses Hörbuch nichts für euch. Wenn ihr es aber wisst und auch zu denjenigen gehört, die nach Durchlesen der Reihe und/oder Schauen der zugehörigen TV-Serie den prächtigen Schotten sehnsüchtig vermissen, dann ist „Virgins“ genau die richtige Medizin für euch!

Was geschah mit Jamie nach dem Auspeitschen?

In der (leider viel zu kurzen) Novelle nimmt uns Diana Gabaldon mit in Jamie’s Vergangenheit. Zeitlich ist sie noch vor Teil 1 der Outlander-Saga platziert, genau genommen direkt im Anschluss an Jamie’s folgenschweren Aufenthalt im Gefängnis von Fort Williams, wo er – wie wir in Buch 1 der Reihe aus Jamie’s eigenem Mund und anhand der Narben auf seinem Rücken erfahren haben – von Black Jack Randall brutal ausgepeitscht und dann von seinem Clan befreit worden ist.

„Virgins“ steigt völlig unvermittelt ein, als der 19jährige Jamie mit noch blutigen Verbänden unter seinem Hemd in einem Söldnercamp in Frankreich auftaucht. Dorthin hat sein Patenonkel Murtaugh ihn gebracht, weit weg von England, wo ein Kopfgeld auf Jamie ausgesetzt ist. Im Camp trifft Jamie auf seinen besten Freund Ian Murray. Gemeinsam stolpern die zwei in ein kleines Abenteuer, als sie für einen jüdischen Arzt eine wertvolle Torah und dessen hübsche Tochter sicher von einem Ort zum andern transportieren sollen. Das geht natürlich nicht gut…

Jamie und Ian als junge Freunde in der Not

Wer Jamie’s Vorgeschichte und die Outlander-Bücher nicht kennt, wird mit dem abrupten Beginn und den Figuren nichts anfangen können. Der ganze Reiz zieht sich aus den Vorkenntnissen um Jamie’s Verletzung und aus seinem Verhältnis zu Ian. Besonders letzteres bekommt durch „Virgins“ viel mehr Tiefe. Die Loyalität der beiden jungen Männer zueinander, und vor allem die Fürsorge des ein Jahr älteren Ian für seinen besten Freund, springen in „Virgins“ aus jeder Zeile hervor. Im fließenden Wechsel aus Ian’s und Jamie’s Perspektive geschrieben, ist die ganze Novelle ein herzerwärmendes „buddy movie“ samt Action, Abenteuer und ein paar schlüpfrigen Szenen.

Wir haben einen Plot!

Erfrischender Unterschied zu den extrem ausführlichen und eigentlich handlungsarmen Outlander-Schinken: Gabaldon bringt erstaunlich viel Plot in der Novelle unter, und dazu wird auch noch fleißig geritten, gekämpft und vom Pferd gefallen. Nebenher erfährt man Interessantes über den Stand der Juden im Frankreich des 18. Jahrhundert. Und natürlich spielt Gabaldon mit einer Tatsache, die uns in Buch 1 der Reihe in schmunzelnde Verzückung versetzte: Jamie ist bis zu seiner Heirat mit Claire Jungfrau geblieben. Aber, wie wir auch wissen, war er deswegen kein Mönch, und so müssen er und Ian in „Virgins“ ein paar Versuchungen widerstehen.

Einen schottischer Kerl im Ohr

Toll: Das Hörbuch wird von einem schottischen Sprecher gelesen. Im Gegensatz zu den von Davina Porter wunderbar vorgetragenen Outlander-Büchern ist diesmal ein Mann am Mikro, und das ist angesichts der rein männlichen Erzählperspektiven und der Thematik auch passend. Allan Scott-Douglas liest die Erzählpassagen in sanftem Schottisch, das in den Dialogen herrlich rollend in die Breite geht. Er differenziert die Stimmen gut: Ian verleiht er einen fast singenden Tenor, Jamie einen saftigen Bariton (der allerdings fast schon zu tief gerät für einen 19jährigen).

Fazit:

Ein unterhaltsamer kleiner Nachschlag für Fans der Outlander-Reihe, insbesondere von Jamie Fraser. Ohne Vorkenntnis der anderen Outlander-Bücher ergibt „Virgins“ keinerlei Sinn. Zumindest Buch 1 sollte man gelesen oder Staffel 1 der TV-Serie geguckt haben. Für alle bekennenden JAMMF-Fangirls und Fanboys dagegen gewährt diese Novelle, zeitlich ein paar Jahre vor Buch 1 angesiedelt, einen tieferen Einblick in die Freundschaft zwischen Jamie und Ian Murray, in ihre Zeit als jugendliche Haudegen und in Jamie’s Seele, als die Narben auf seinem Rücken noch dabei waren zu verheilen.

Bewertung:

Hörbuch: 8 von 10 Punkten
Sprecher: 8 von 10 Punkten

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