Rezension: ‚Joyland‘ von Stephen King

JoylandTitel: ‚Joyland‘

Autor: Stephen King

Sprache: Deutsch (Originalsprache: Amerikanisch)

Format: Hörbuch

Sprecher: David Nathan

Anbieter: Random House Audio, Deutschland

Veröffentlicht: 2013

Länge: 9 Std. 4 min (ungekürzt)

Das Hörbuch könnt ihr bei audible.de runterladen, und zwar HIER. Es kostet im Flexi-Abo nur €9,95, ansonsten zahlt ihr €13,95.

Grafikelement Hörprobe

Irgendwann ist der Spaß vorbei, und wenn man die Finsternis auf sich zukriechen sieht, hält man sich an allem fest, was hell und glücklich und gut war, als würde das Leben davon abhängen.

–Stephen King, Joyland

Beschreibung (audible):

Auf verhängnisvolle Weise kreuzen sich in einem kleinen Vergnügungspark die Wege eines untergetauchten Mörders und eines Kindes. Und mitten im sich überschlagenden Geschehen steht ein junger, unschuldiger Student und weiß: Irgendwann ist es mit der Unschuld vorbei. Irgendwann hört jeder Spaß auf.

Um sich sein Studium zu finanzieren, arbeitet Devin Jones während der Semesterferien im Vergnügungspark Joyland an der Küste von North Carolina. Drei Dinge sind es, die ihn im Laufe des Sommers 1973 vor allem beschäftigen: Seine große Liebe Wendy gibt ihm per Brief den Laufpass. In der Geisterbahn Horror House soll es spuken, nachdem dort ein Mädchen ermordet wurde. Und er fragt sich, welches Geheimnis sich wohl hinter der schönen jungen Frau mit ihrem behinderten Sohn verbirgt, an deren Strandvilla er jeden Tag vorbeikommt. Vom unbekümmerten Schaustellerleben in Joyland fasziniert, verlängert Devin seinen Aufenthalt. Mit seinen neugierigen Nachforschungen tritt er jedoch eine Lawine von Ereignissen los, bei denen es schließlich um Tod oder Leben geht …

Stephen Kings Bestseller „Der Anschlag“ – seine Zeitreise in die Sechzigerjahre – wurde von der Kritik einhellig in höchsten Tönen gelobt. In „Joyland“ nun nimmt der Autor den Hörer auf einen Trip in die Siebzigerjahre mit.

Zum Hörbuch:

Lange Jahre hatte ich um Stephen King einen Bogen gemacht. Als Teenager hatte er mir in den 80er Jahren mit ‚Friedhof der Kuscheltiere‘ derartige Alpträume beschert, dass ich sowas nicht mehr lesen wollte. Ich hatte ihn in die Ecke ‚Horror- und Trivialliteratur‘ gestellt und auch nicht vor, ihn da wieder herauszuholen.

Aber man wird ja älter und reifer und neigt dazu, den Dingen später nochmal eine zweite Chance zu geben. Also ließ ich mich vor ein paar Monaten dazu überreden, mir TODESMARSCH anzuhören – und fand das überraschend gut. Als JOYLAND dann herauskam, wieder gelesen von dem unglaublichen David Nathan, war ich sofort dabei. Und es ist vermutlich bezeichnend, dass King’s Neuester von einem Ex-King-Hasser wie mir Bestnoten erhält, während eingefleischte King-Fans von JOYLAND enttäuscht sind.

Mögliche Erklärungsversuche:

In JOYLAND tut Stephen King all das nicht, was mich früher so abgestoßen hat. Es gibt z.B. keine wirklichen Ekelszenen. Keinen, der kotzt oder dem die Gedärme heraushängen. Keine Monster, weder lebendig noch tot oder von den Toten zurückgekehrt. Ich muss mich beim Lesen nicht aufs Tageslicht beschränken, mir wird nicht übel, und ich habe auch keine Sekunde lang das Gefühl, die geistige Gesundheit des Autoren hinterfragen zu müssen. JOYLAND ist außerdem kein 800 Seiten-Schinken, für dessen Figuren und Nebenhandlungen ich mir zu Verständniszwecken eine Mindmap anlegen muss.

JOYLAND, so stellt sich heraus, ist kein Horror-Roman. Und gewiss nicht trivial.

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